Zacks Tennis

Donnerstag, 31. Juli 2008

Federer raus - Nadal so gut wie Nr.1

Jetzt muss Rafael Nadal in Cincinnati nur noch das Turnier gewinnen. Dann ist er am Montag Weltranglistenerster. Roger Federer hat gerade seit Achtelfinale mit 6:7 im dritten Satz gegen den Aufschlag-Riesen Ivo Karlovic verloren.

Wenn Nadal ins Finale kommt und dort verliert, wird er auch Nummer 1, aber erst eine Woche später, wenn Federers Punkte aus einem Finale vor einem Jahr verfallen.

Scheidet Nadal im Halbfinale aus, wird er nach den Olympischen Spielen auf jeden Fal die Nummer 1, egal, was in Peking passiert. Denn die Punkte von Cincinnati 2007 verfallen erst in der Olympia-Woche. Federer hat dort letztes Jahr gewonnen, während Nadal in der ersten Runde ausschied. In Cincinnati werden aber 100 Punkte mehr vergeben als bei den olympischen Spielen. Federer wird in der Olympia-Woche also selbst im für ihn günstigsten Fall 100 Punkte auf Nadal verlieren.

Federer hat also nur dann eine kleine Chance, Nummer 1 zu bleiben, wenn Nadal in Cincinnati spätestens im Viertelfinale ausscheidet. Also entweder heute gegen Tommy Haas oder morgen gegen den Sieger aus dem Spiel von Fernando Verdasco (Spanien) gegen Nicolas Lapennti (Ekuador).

Rothenbaum-Prozess: Post vom ATP-Boss

Im Gerichtsprozess um die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers stand am Mittwoch die Frage im Mittelpunkt, ob die ATP die Turniere in den USA gegenüber denen in Europa systematisch bevorzugt. Der Anwalt des Deutschen Tennis-Bundes trug eine E-Mail des umstrittenen ATP-Chefs Etienne de Villiers vor. Darin erklärte dieser, der US-Tennisverband habe Bedenken dagegen, dem Hamburger Turnier den Masters-Status zu erhalten, wenn es im Juli ausgetragen werde. Dann könnten nämlich den Sommer-Turnieren in den USA attraktive Spieler verloren gehen.

Das Urteil wird für die kommende Woche erwartet. Gefällt wird es von einer Geschworenen-Jury, also von juristischen Laien. Danach geht der Fall höchstwahrscheinlich in die nächste Instanz. Dort entscheiden dann Berufsrichter. Das kann im Herbst erledigt sein, es kann aber auch bis ins nächste Jahr dauern.

Schüttler und Olympia: Weiter alles unklar

Im Teilnehmerfeld für das olympische Tennisturnier ist weiter Bewegung. Für Rainer Schüttler bleibt dabei weiter alles unklar.

Die beiden Belgier Olivier Rochus und Steve Darcis, die von ihrem nationalen olympischen Komitee zunächst nicht nominiert wurden, dürfen nun doch starten. Das entschied heute ein Gericht in Brüssel. Beide standen in der maßgeblichen Weltrangliste vom 9. Juni vor Rainer Schüttler, der ja auf Absagen hoffen muss, um nachzurücken.

Zwei andere Spieler haben sich indes verletzt gemeldet: Marcos Baghdatis (Zypern) und Mario Ancic (Kroatien). Das Hoffen und Bangen für Schüttler geht also weiter.

Näheres zu den Nominierungskriterien steht hier.

Hotelverbot für Federer?

Roger Federer bereitet das Projekt Olympiasieg akribisch vor. Vor einer Woche gab er bekannt, er werde in Peking nicht im Olympischen Dorf wohnen, sondern in einem Hotel.

Er ist nicht der einzige prominente Athlet, der sich davon mehr Ruhe und bessere Trainingsmöglichkeiten erhofft. Das chinesische Organisationskomitee könnte Federer aber spontan einen Strich durch die Rechnung machen. So erlebten es die Beachvolleyballer aus Deutschland und der Schweiz: Sie hatten ihr Trainingsquartier in einem Hotelkomplex etwas außerhalb der Stadt gebucht. Wegen der Trainingsanlage dort und wegen der besseren Luft als in der Innenstadt.

Als sie im Hotelkomplex ankamen, kam auch die Polizei: Man könne außerhalb des Olympischen Dorfes nicht für die Gesundheit der Sportler garantieren. Das Essen könne schlecht sein.

Mehr darüber hier.

Bin ich mal sehr gespannt, ob die Behörden, wenn schon nicht die Freiheit, so doch wenigstens die Gleichheit der Athleten garantieren und auch einen Weltstar wie Roger Federer aus seinem Hotel schmeißen.

Heute Urteil zu Olympia-Nominierung

Ob Rainer Schüttler an den Olympischen Spielen teilnehmen darf, ist immer noch nicht raus. Ein Gericht in Brüssel hat ein dabei ein Wörtchen mitzureden.

Heute fällt das Urteil im Prozess zwischen den Spielern Olivier Rochus und Steve Darcis gegen das belgische olympische Komitee. Die Spieler waren nicht nominiert worden, obwohl sie sich international für Olympia qualifiziert hatten. Ob sie die nationalen Normen erfüllen, ist streitig. Beide Seiten haben angekündigt, das Urteil zu akzeptieren und keine Revision einzulegen.

Rainer Schüttler hofft noch auf einen Nachrücker-Platz für Olympia. Ihm würde es also helfen, wenn Darcis und Rochus zu Hause bleiben müssen.

Wer Holländisch kann, erfährt hier mehr.


Und hier gibt's Einzelheiten zum Nominierungsverfahren.

Mittwoch, 30. Juli 2008

Rothenbaum-Prozess: Fronten verhärtet

Im Prozess um die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers scheint eine gütliche Einigung wieder in weite Ferne gerückt. Die Fronten seien verhärtet, sagt eine glaubwürdige Quelle. Nach Zeugenaussagen des ehemaligen und des amtierenden Hamburger Turnierdirektors, Walter Knapper und Carl-Uwe Steeb, ist am heutigen Mittwoch ATP-Boss Etienne de Villiers an der Reihe.

Das Urteil wird für die kommende Woche erwartet. Gefällt wird es von einer Geschworenen-Jury, also von juristischen Laien. Danach geht der Fall höchstwahrscheinlich in die nächste Instanz. Dort entscheiden dann Berufsrichter. Das kann im Herbst erledigt sein, es kann aber auch bis ins nächste Jahr dauern.

Näheres zu dem Prozess in Wilmington im US-Staat Delaware im Hauptartikel vom Sonntag.

Dienstag, 29. Juli 2008

Kiefer sagt Cincinnati ab

Zwei Tage nach seiner Final-Niederlage im Masters-Turnier von Toronto hat Nicolas Kiefer seinen Start beim Masters in Cincinnati abgesagt. Kiefer hatte schon seit zwei Wochen über eine leichte Fußverletzung geklagt. Jetzt will er sich anscheinend für die Olympischen Spiele schonen.

In Cincinnati hätte es in der ersten Runde ursprünglich eine Neuauflage des Halbfinals von Toronto geben sollen. Aber Gilles Simon spielt nun statt gegen Kiefer gegen den amerikanischen Lucky Loser Rajeev Ram.

Wann genau wird Nadal Nummer 1?

Es gibt kaum noch vernünftigen Zweifel: In den nächsten Wochen wird Rafael Nadal die neue Nummer eins in der Weltrangliste werden. Nur wann genau, darüber lässt sich noch diskutieren.

Die ohnehin nicht ganz simpel gestrickte Rangliste ist in diesen Wochen wegen der Olympischen Spiele besonders schwer zu durchschauen. Weil das hier ja bloß Zacks Telegramm ist und nicht Zacks Roman, begnüge ich mich mit einer Zusammenfassung.

Wenn Nadal in dieser Woche das Masters in Cincinnati gewinnt und Federer nicht ins Halbfinale kommt, ist Nadal nächsten Montag auf Platz eins.

Wenn Nadal gewinnt und Federer im Halbfinale ausscheidet, wird Nadal auch Nummer eins, aber erst eine Woche später (wenn Federer Punkte von einem Turniersieg im Vorjahr verliert).

Bei allen anderen Szenarien kann Nadal Federer bei den Olympischen Spielen (11. bis 16. August) entthronen. Wenn er das nicht schaffen sollte, dann eben bei den US Open (25. August bis 7. September). Weil Nadal da nur ein Achtelfinale aus dem Vorjahr verteidigen muss, während Federer Titelverteidiger ist, müsste Nadal die US Open wahrscheinlich nicht einmal gewinnen, um Nummer eins zu werden.

Montag, 28. Juli 2008

Rothenbaum-Prozess könnte länger dauern

Das ganze Wochenende über scheinen die ATP und der Deutsche Tennisbund (DTB) verhandelt zu haben, um sich außergerichtlich über die Zukunft des Turniers am Hamburger Rothenbaum zu einigen. Ohne Erfolg. Der Prozess war für die Verhandlungen schon am Donnerstag zeitweise unterbrochen worden. Jetzt wird er wohl länger als die geplanten zwei Wochen dauern.

Unterdessen ist bei den Zeugenvernehmungen ein für die ATP unangenehmes Detail ans Licht gekommen: ATP-Vorstandsmitglied Iggy Jovanovic stand beim Veranstalter des kanadischen Masters-Turniers unter Vertrag. Für Sponsorenwerbung erhielt er mehrere Hunderttausend Dollar. Das verstößt gegen die ATP-Regularien und lässt zudem an seiner Unabhängigkeit in der Frage zweifeln, welche Turniere in den kommenden Jahren den Masters-Status genießen dürfen.

Schüttler zittert weiter um Olympia

Zwei Wochen vor dem Start des olympischen Tennisturniers weiß Wimbledon-Halbfinalist Rainer Schüttler immer noch nicht, ob er mitmachen darf. Heute veröffentlichte der Welttennisverband ITF eine aktualisierte Starterliste. Einzige Änderung bei den Männern war ein Wechsel in der argentinischen Mannschaft: Agustin Calleri ersetzt den verletzten Juan Ignacio Chela.

Die vier Spieler, die zwar die Kriterien der ITF erfüllt haben, aber von ihren nationalen olympischen Komitees nicht nominiert wurden, stehen weiterhin auf der Liste: Steve Darcis und Olivier Rochus aus Belgien, Dudi Sela aus Israel und Denis Gremelmayr aus Deutschland.

Sobald die ITF diese Namen von ihrer Liste streicht, wäre Schüttlers Olympia-Start sicher. Die ITF appelliert aber weiter an die nationalen Gremien, die betroffenen Spieler doch noch für Olympia zu nominieren.

Böse Zungen behaupten nun, die ITF wolle die Spieler bis zum Turnierstart auf der Teilnehmerliste lassen. Dann würden sie nur noch durch Doppelspezialisten, die sowieso für das olympische Turnier gemeldet sind, ersetzt werden können. Diese Taktik würde sich dann wohl insbesondere gegen den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) richten - nach der Devise "Wenn ihr Gremelmayr nicht spielen lasst, dann lassen wir Schüttler nicht spielen".

Einzelheiten zum Nominierungsverfahren gibt's hier.

Sonntag, 27. Juli 2008

Endlich mal wieder Björn Phau

Nicolas Kiefer ist nicht der einzige deutsche Tennisprofi, der heute ein Finale verloren hat. Beim 85000-Euro-Challenger in Posen (Polen) unterlag Björn Phau dem Franzosen Nicolas Devilder in zwei Sätzen. Björn Phau, im Frühsommer 2006 immerhin mal die Nummer 59 in der Welt, war in diesem Jahr zeitweise nicht einmal mehr unter den ersten 200. Das Finale in Posen war sein größter Erfolg seit fast zwei Jahren.

Hier die Ergebnisse aus Posen

Becker in Cincinnati dabei

Beim Masters-Turnier in Cincinnati, das morgen beginnt, ist neben den üblichen Verdächtigen Nicolas Kiefer, Philipp Kohlschreiner und Tommy Haas auch Benjamin Becker am Start. Er schaffte heute mit einem 7:6,6:1-Sieg gegen George Bastl (Schweiz) die Qualifikation.

Finale: Kiefer wieder Top 20

Nicolas Kiefer steht zum ersten Mal in seiner Laufbahn im Finale eines Master-Series-Turnier. Im Halbfinale in Toronto gewann er gegen Gilles Simon (Frankreich) mit 6:7, 6:3,7:6. Damit springt Kiwi am Montag in der Weltrangliste von Platz 37 auf Platz 19. So gut stand er zuletzt vor seiner Handgelenksverletzung im Mai 2006, wegen der er mehr als ein Jahr lang aussetzen musste.

In dem theoretischen Fall, dass Kiefer heute Abend gegen Rafael Nadal sogar das Turnier gewinnt, wäre er auf Platz 14.

Samstag, 26. Juli 2008

Doppelter Simon für Kiwi

Heute Abend spielt Nicolas Kiefer beim Masters in Toronto im Halbfinale gegen Gilles Simon (Frankreich). Spätestens am Dienstag stehen sich die beiden schon wieder gegenüber: In der ersten Runde in Cincinnati. Wenn Kiefer da gewinnt, wartet in der zweiten Runde James Blake (USA), den Kiwi in Toronto im Viertelfinale mit 6:1 und 6:2 deklassiert hatte.

Tommy Haas bekommt es in der ersten Runde mit Michail Juschni (USA) zu tun. Philipp Kohlschreiber darf sich nach seiner Toronto-Pleite gegen den Qualifikanten Alexander Kudriawtsew erneut gegen einen Qualifikanten versuchen.

Einziger Deutscher in der Qualifikation ist - wie schon in Toronto - Benjamin Becker.

Hier die Auslosung für das Masters in Cincinnati.

Freitag, 25. Juli 2008

Rothenbaum-Prozess: Einigung in Sicht

Die Fronten waren verhärtet. Aber jetzt sieht es so aus, als könnten sich die ATP und der Deutsche Tennis-Bund (DTB) im Rechtsstreit um das Hamburger Rothenbaum-Turnier doch noch einigen. Auf Drängen des Richters in Wilmington (Delaware) haben die beiden Parteien gestern fünf Stunden miteinander verhandelt, berichten gut informierte Kreise in Amerika. Offenbar ist man vorangekommen: Für Freitag verabredeten sie ein weiteres Treffen.

Darüber, wie die Einigung konkret aussehen könnte, weiß ich nichts. Vielleicht so ähnlich wie beim Turnier in Monte Carlo, dem ja auch der Masters-Status aberkannt wurde: Das Turnier ist ab dem kommenden Jahr zwar kein Pflichtprogramm mehr für die Spieler, aber es werden weiterhin genau so viele Weltranglistenpunkte wie bei einem Masters vergeben. Das macht es einigermaßen wahrscheinlich, dass weiter viele Stars antreten.

Schwierig ist vor allem, für Hamburg einen Platz im Turnierkalender zu finden. Den bisherige Termin zwei Wochen vor den French Open hat die ATP schon für teuer Geld an Ion Tiriac in Madrid verschachert.

BILD: "Droht Tennisprofi Knast?"

Ab und zu kann man als Tennisprofi in Deutschland also doch noch Schlagzeilen produzieren. Bild berichtet, die Staatsanwaltschaft habe Anklage gegen Maximilian Abel erhoben. Unter anderem soll er im Puff eine geklaute Kreditkarte vorgelegt haben.

Trifft sich gut: Abel kommt auch im Doping-Artikel vom letzten Sonntag vor.

Ein kleiner Nachtrag: Der Wiesbadener Kurier hat schon Ende Mai über die Sache berichtet. Es war also eine Meldung in bewährter Bildzeitungsmanier: Mit ein paar Wochen Verzögerung von den Kollegen aus der Provinz abgeschrieben. Danke an Jelena für den Tipp.

Donnerstag, 24. Juli 2008

Entscheidet belgisches Gericht über Schüttlers Olympia-Teilnahme?

Die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers entscheidet sich gerade vor einem Gericht in den USA. Aber es ist ja nicht so, dass nur in den USA Gerichte über Dinge entscheiden, die sich im Ausland auswirken.

Ob Rainer Schüttler an den Olympischen Spielen teilnehmen kann, hängt von Richtern in Belgien ab. Schüttler hofft auf einen Platz als Nachrücker. Bis jetzt sah es sehr gut für ihn aus, denn zwei Belgier, die am Stichtag vor ihm auf der Weltrangliste standen, wurden vom belgischen olympischen Komitee nicht nominiert: Steve Darcis und Olivier Rochus.

Dagegen gehen die beiden jetzt vor Gericht vor. Wer Holländisch kann, kann sich hier die Details durchlesen. Unabhängig davon, wie das Gericht entscheidet: Es ist schon besonders fies, dass Darcis und Rochus nicht nominiert wurden. Sie waren bei den French Open im Doppel im Viertelfinale. Ein Grand-Slam-Viertelfinale reicht dem belgischen NOK im Prinzip für eine Nominierung aus (ähnlich wie in Deutschland). Aber das NOK sagt nun: Darcis/Rochus spielen ja gar nicht regelmäßig zusammen, man müsse davon ausgehen, dass das Viertelfinale ein Zufallstreffer ist. Die spinnen, die Belgier.

Sachlicher Tag im Rothenbaum-Prozess

Im Prozess um die Zukunft des Turniers am Hamburger Rothenbaum ging es am dritten Verhandlungstag etwas sachlicher zu. Walter Knapper, der frühere Hamburger Turnierdirektor, trat gleich zu Beginn in den Zeugenstand und erklärte, welchen Schaden das Turnier dadurch nehmen würde, wenn sein Status herabgestuft würde.

Man erörterte dann die Funktionsweise der ATP-Tour. Unter anderem wurde eine auf Video aufgezeichnete Aussage von Perry Rogers abgespielt. Das ist der ehemalige Manager von Andre Agassi, den der Spielerrat neulich aus dem ATP-Vorstand abgewählt hat.

Rogers sagte, als Spielervertreter habe er nur deshalb der Regel zugestimmt, dass alle Spitzenspieler verpflichtet sind, bei den Masters-Turnieren anzutreten, weil im Gegenzug die Fernsehrechte der Turniere zentral vermarktet werden sollten. Davon habe man sich mehr Einnahmen - auch für die Spieler - versprochen. Gavin Forbes, ein Manager des Tennisvermarkters IMG, durfte nicht aussagen. Das hatte ihm sein Arbeitgeber untersagt. Die IMG wolle der ATP nicht schaden.

Gilles Simon schlägt Federer

Das Masters in Toronto trägt den Titel "Rogers Cup". Nächstes Jahr dann wohl "Rafas Cup". Heute Nacht verlor Roger Federer sein Auftaktmatch gegen Gilles Simon (Frankreich) 6:2, 5:7, 4:6. Federer wirkt sonst immer so abgeklärt auf dem Platz, aber jetzt flattern ihm wohl doch die Nerven.

Nächste Woche bleibt er noch Nummer eins. Aber es wird immer enger, und er hat im Sommer sehr viel mehr Punkte zu verteidigen als Nadal.

Boris Obama

Heute ist Obama-Tag in Deutschland. Heute wird man mit Nachrichten, die nichts mit Obama zu tun haben, keinen Blumentopf gewinnen.

Es gibt zum Glück einen Tennisprofi, der Obama heißt. Und er hat den Tennisspielervornamen aller Tennisspielervornamen. Er heißt Boris.

Das war's dann auch schon mit Boris Obama. Viel mehr ist nicht. Ein 20-jähriger Franzose, der seine Profikarriere anscheinend schon wieder aufgegeben hat. Im Doppel hat er vor zwei Jahren mal ein Future gewonnen. Immerhin mit Jonathan Eysseric als Partner. Aus dem Jungen wird schon eher was werden.

Hier ein Foto von Obama

Mittwoch, 23. Juli 2008

Schlammschlacht bei Rothenbaum-Prozess

Es scheint hoch her zu gehen vor Gericht in Wilmington im Bundestaat Delaware, wo sich die ATP und der Deutsche Tennis-Bund (DTB) um die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers streiten.
Am zweiten Tag hat der Anwalt der ATP dem DTB vorgeworfen, Dokumente gefälscht zu haben. Angeblich habe der DTB, als er 2005 einen 25-prozentigen Anteil an seinem Turnier nach Katar verkaufte, einen höheren Preis dafür erhalten als offiziell angegeben. Außerdem habe der DTB manipulierte Zahlen über den tatsächlichen finanziellen Verlust seines Turnierbetriebs vorgelegt. DTB-Präsident Georg von Waldenfels war von der harten Gangart vor dem US-Gericht anscheinend überrascht und erklärte, von diesen Details keine Kenntnis zu haben.

Kohli geht Golfen

Philipp Kohlschreiber fühlte sich überrumpelt. In der ersten Runde des Masters in Toronto verlor er am Dienstag in der ersten Runde gegen einen russischen Qualifikanten namens Alexander Kudriawtsew (Nummer 203). Hinterher räumte er ein, den Gegner wohl unterschätzt zu haben ("Ich kannte ihn nicht.") und ging eine Runde Golf spielen.

Olympia: DOSB nominiert Schüttler

Das war reine Formsache: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat Rainer Schüttler heute offiziell für die Olympischen Spiele nachnomniert. Ob er wirklich spielen darf, hängt noch davon ab, ob er für bereits qualifizierte Spieler ins Hauptfeld nachrückt. Mehr dazu hier.

Dienstag, 22. Juli 2008

Details aus dem Hamburg-Prozess

So, ein paar Details aus dem Prozess zwischen dem DTB und der ATP über die Zukunft des Turniers am Hamburger Rothenbaum weiß ich jetzt. Leider kann ich die Quelle nicht verlinken (aber sie ist glaubwürdig):

Heute haben beide Seiten ein paar grundlegende Argumente ausgetauscht. Es ist ja ein Kartellrechts-Prozess. Für Sport-Ligen gelten im amerikanischen Kartellrecht Ausnahmen. Das Gericht wird also unter anderem zu entscheiden haben, ob die ATP-Tour eine Liga ist. Die ATP sagt natürlich: Ja.

Außerdem wurde heute thematisiert, welche Turnierveranstalter der ATP wie viele Millionen Dollars für welche Turnierrechte zahlten: Schanghai zahlte der ATP 29 Millionen Dollar für sein neues Masters-Turnier. London zahlt 32 Millionen für das ATP-Finale. Der ATP-Anwalt beschrieb das als ganz normale Vorgänge. Außerdem sagte er, die Hamburger würden nicht genug in ihr Stadion investieren und die Zuschauerzahlen entsprächen nur dem eines Turniers der "dritten Kategorie" (Damit ist wahrscheinlich ein International-Series-Turnier gemeint wie zum Beispiel das in München. Da hat Hamburg aber deutlich mehr Publikum, finde ich.)

Ob und was die DTB-Anwälte entgegneten, weiß ich nicht.

Kiwis Fuß nicht okay

Nicolas Kiefer stapelt tief. Nach seinem Erstrundensieg beim Masters in Toronto gegen Mardy Fish (USA) sagte er laut dpa: "Mein Fuß ist noch nicht wirklich okay, ich bin noch nicht bei 100 Prozent." Vor zwei Wochen in Gstaad (Schweiz) hatte er sein Zweitrundenmatch abgesagt, weil er einen Bluterguss im rechten Fuß hatte.

Olympia und die US Open sieht Kiwi aber nicht in Gefahr. "Schlimmer kann der Fuß nicht mehr werden, nur noch besser."

Sperre für Cermak und Mertinak

Das war vor einem Jahr ein Mega-Thema: Tennisspieler sollen reihenweise Matches absichtlich verloren und mit Wettgeschäften viel Geld verdient haben. Davon hat man lange nichts mehr gehört. Beweisen ließ sich nichts. Ein paar Italiener wurden gesperrt, aber die hatten nicht auf ihre eigenen Matches gewettet.

Jetzt hat es zwei weitere Profis erwischt: Vorhin gab die ATP bekannt, dass Frantisek Cermak (Tschechien, Nummer 34 im Doppel) ab sofort für zehn Wochen gesperrt ist und Michal Mertinak (Slowakei, Nummer 37 im Doppel) für zwei Wochen.

Sie hatten 2006 und Anfang 2007 Tenniswetten abgeschlossen. Beide hatten nicht auf eigene Spiele gewettet, betont die ATP.

Hier die Pressemeldung der ATP

Montag, 21. Juli 2008

Rothenbaum-Prozess hat begonnen

Ach, einen Amerikakorrespondenten kann man sich ja nicht leisten als kleines deutsches Tennisblog. Dabei wüsste ich gern Genaueres darüber, was vor Gericht in Wilmington im winzigen Bundesstaat Delaware abgeht.

Am Montag hat der Prozess des Deutschen Tennis-Bunds gegen die ATP begonnen. In den nächsten zwei Wochen soll sich entscheiden, ob das Hamburger Rothenbaum-Turnier ein Masters bleiben darf, zu dem alle Spitzenspieler erscheinen müssen.

Der Prozess hat offenbar, was mir anfangs gar nicht so klar war, eine sportpolitische Brisanz weit übers Tennis hinaus. Auch die Golfer zum Beispiel interessiert dringend, wer eigentlich die Eigentumsrechte an einem Turnier hat: Der Verband, der den weltweiten Turnierzirkus organisiert, oder der Ausrichter?

So sehr ich mir ja wünsche, dass Hamburg sein großes Tennisturnier behält - die Argumentation der ATP hat auch einiges für sich: Die ATP will die Hoheit über ihren eigenen Turnierkalender behalten.

Als kleiner Blogger in Hamburg, der von amerikanischem Kartellrecht keine Ahnung hat,stellt man sich die Sache ja ganz einfach vor: Die ATP schließt mit einem Turnierveranstalter einen Vertrag über die Ausrichtung eines Masters-Turniers über einen bestimmten Zeitraum. Irgendwann läuft der Vertrag aus, und dann kann man ihn verlängern oder nicht. Dann weiß der Veranstalter, ob es sich lohnt, das Stadion auszubauen und so weiter.

Aber so einfach, wie der kleine Blogger sich das vorstellt, ist das wohl alles nicht. In zwei Wochen wissen wir hoffentlich mehr.

Bis dahin zwei Links zu Artikeln der konventionellen Sportpresse, einmal die deutsche Sicht, einmal die internationale:

Financial Times Deutschland
London Times

Und ein kleiner Nachtrag: Die New York Times berichtet, die ATP würde mögliche Zeugen unter Druck setzen.

Wegen Olympia: Plötzlich spielen alle Doppel

Harte Zeiten für die Doppel-Spezialisten auf der ATP-Tour: Beim Masters in Toronto, das heute begonnen hat, nehmen die Einzel-Stars ihnen die Startplätze weg. Leute wie Roger Federer, Rafael Nadal und Nikolai Davidenko treten - anders als sonst bei Masters-Turnieren - auch in der Doppelkonkurrenz an. Jeweils an der Seite eines Landsmanns wollen sie sich für Olympia einspielen.

Für die Startplatz-Vergabe im Doppel gilt die Einzel-Weltrangliste gleichberechtigt mit der Doppel-Weltrangliste. Gespanne wie Federer/Wawrinka (Einzelplätze 1 und 10) oder Nadal/Robredo (2 und 14) sind also problemlos drin in der Doppelkonkurrenz. Das Nachsehen haben Leute wie unser deutscher Doppelspezialist Christopher Kas. Sein Platz 27 in der Doppelweltrangliste reicht normalerweise fürs Masters-Turniere (vorausgesetzt, sein Partner ist ähnlich gut platziert). Auch unsere deutschen Einzelspieler können sich in Toronto nicht für Peking einspielen. Kiefer und Kohlschreiber sind mit ihren Ranglistenplätzen in den Dreißigern zwar locker im Einzelwettbewerb dabei - auf einen Doppelstartplatz hatten sie keine Chance.

Hier das Doppel-Tableau aus Toronto

Sonntag, 20. Juli 2008

Hannover 96 offiziell olympisch

Mal ein kleines Schmankerl zwischendurch: Als ich nachsehen wollte, ob es schon was Neues zu Rainer Schüttler Olympia-Start gibt, entdeckte ich die offizielle Liste des DOSB mit den Sportlern, die für Olympia nominiert sind. Dort ist hinter jedem Sportler der Verein angegeben, für den er aktiv ist. Für Tennis etwas schwierig. Die ATP-Tour kennt ja nur Einzelkämpfer, keine Vereine. Philipp Kohlschreiber tritt hin und wieder für Blau-Weiß Neuss in Tennis-Bundesliga an. Also steht beim DOSB Philipp Kohlschreiber - Blau-Weiß Neuss. Nicolas Kiefer spielt aber keine Bundesliga. Das Problem ist auf herzergreifende Weise gelöst. Beim DOSB steht: "Nicolas Kiefer - Hannover 96" Sein Fußballclub, in dessen Trikot er schon auf manchem Center Court angetreten ist. Hannover 96 hat übrigens tatsächlich eine Tennis-Abteilung. "Unsere Abteilung hat es sich zum Ziel gesetzt, die sportliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen abseits vom Profisport zu fördern", steht auf dessen Homepage.

Hamburgs Zukunft am Montag vor Gericht

Jetzt beginnt die heiße Phase im Kampf um die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers. Morgen stehen sich der Deutsche Tennis Bund und die ATP vor einem Gericht im US-Staat Delaware gegenüber. Der DTB will durchsetzen, dass Hamburg Austragungsort der ATP-Masters-Serie bleibt und bemüht dafür das Kartellrecht. Hamburgs Chancen scheinen eher schlecht zu stehen. Es dürfte wohl höchstens eine finanzielle Entschädigung rausspringen - aber die hatte die ATP auch ohne Gerichtsverhandlung angeboten.

Mein Artikel vom Februar ist zwar nicht mehr in allen Details aktuell, taugt aber als erster Überblick immer noch ganz gut.

Und hier ein aktueller Artikel von www.tennis.com, der die Sache detailliert darstellt, aber keine Prognose wagt, wie die Sache ausgehen wird.

Sieger der Woche: Schon wieder del Potro

Das traditionsreiche Turnier von Kitzbühel fand in dieser Woche zum letzten Mal statt. Mit einem Heimsieg zum Abschied klappte es nicht. Der Österreichter Jürgen Melzer hat das Finale glatt verloren. Den Titel holte sich ein 19-Jähriger Argentinier: Juan Martin del Potro. Der hat schon letzte Woche in Stuttgart gewonnen. Man muss ihn also langsam als einen neuen Star auf der Rechnung haben. Anfang des Jahres war del Potro noch monatelang mit einer verletzten Schulter außer Gefecht, und es kursierten Gerüchte, er müsse seine Karriere beenden.

In Amersfoort (Holland) konnte Steve Darcis aus Belgien seinen Titel nicht verteidigen. Im Finale verlor er in drei Sätzen gegen Albert Montanes (Spanien). Dabei hatte Darcis bis jetzt immer, wenn er bei einem ATP-Turnier weiter als in die zweite Runde kam, am Ende auch den Titel geholt (Also, genau zwei Mal: Letztes Jahr in Amersfoort und in diesem Frühjahr in Memphis.)

Nachher kommt noch das Finale von Umag in Kroatien (Fernando Verdasco - Igor Andreev) und heute Abend Indianapolis (Dimitri Tursunov - Gilles Simon).

Samstag, 19. Juli 2008

Gremelmayr macht Turnierpause

Sandplatz-Spezi Denis Gremelmayr ist nach seinem furiosen Frühjahr (Halbfinals in Estoril und Barcelona) etwas ins Stocken gekommen. Jetzt hat er sich eine zweiwöchige Turnierpause verordnet. "Mein Handgelenk macht mir doch mehr Sorgen als ich dachte", schrieb er am Mittwoch auf seiner Internetseite. Das Challenger in Posen nächste Woche hat er abgesagt.

Ganz so schlimm ist es aber wohl nicht: Er war am Freitag für Grün-Weiß Mannheim in der Bundesliga im Einsatz. Denis gewann gegen Jiri Vanek (Aachen) mit 6:3, 1:6, 10:5 (In der Bundesliga spielen sie statt des dritten Satzes einen Tie-Break bis 10 Punkte).

Freitag, 18. Juli 2008

Becker spielt Quali in Toronto

Benjamin Becker ist an diesem Wochenende der einzige Deutsche in der Qualifikation für das Masters in Toronto. Die meisten seiner Landsleute spielen lieber in der Tennis-Bundesliga.

Tommy Haas, Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber stehen in Toronto direkt im Hauptfeld. Auch die Superstars sind voraussichtlich alle am Start. Aus den Top Ten hat bisher nur David Nalbandian (Argentinien/Nr.7) abgesagt.

Kohlschreiber ab Montag wieder deutsche Nr.1

Nicolas Kiefer (Platz 31), Philipp Kohlschreiber (Platz 33), Rainer Schüttler (Platz 39) und Tommy Haas (Platz 46) liefern sich in diesem Sommer einen heißen Kampf um das Ehrenamt der deutschen Nummer eins in der Weltrangliste. Vor vier Wochen zog Nicolas Kiefer an Tommy Haas vorbei, der nur eine Woche vor Philipp Kohlschreiber verdrängt hatte.

Ab Montag ist Kohlschreiber wieder bester Deutscher - und das, ohne in dieser Woche gespielt zu haben. Er profitiert davon, dass auch Kiefer nicht spielt. Dessen 75 Punkte vom Halbfinale in Los Angeles vor einem Jahr verfallen.

Hätte Rainer Schüttler heute sein Viertelfinale in Kitzbühel gewonnen, wäre er die nationale Nummer eins geworden. Kohlschreiber hat ab Montag 965 Punkte (Platz 32 oder 33), Schüttler hat 954 und Kiefer 920. Tommy Haas (850) hat den Anschluss etwas verloren. Spätestens wenn Anfang September seine 250 Punkte vom Viertelfinale der US Open 2007 verfallen, dürfte er aus dem Rennen sein. (Es sei denn, er wiederholt seinen Erfolg vom Vorjahr.)

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Haas, Schüttler und Zverev im Viertelfinale raus

Rainer Schüttler hat sein Viertelfinale in Kitzbühel verloren. 6:2, 5:7, 5:7 gegen Jürgen Melzer (Österreich). Trotzdem ein ganz ordentliches Turnier für ihn. Vor Wimbledon hatte er es das ganze Jahr in kein Viertelfinale geschafft.

Mischa Zverev verlor im Viertelfinale von Umag (Kroatien) mit 5:7, 5:7 gegen Fernando Verdasco (Spanien). Nicht schlecht für einen Aufschlag-Volley-Spezialisten: Das war Mischas erstes Viertelfinale auf Sand.

Auch Tommy Haas ist raus. Er verlor sein Viertelfinale in Indianapolis mit 6:4, 4:6, 2:6 gegen Gilles Simon (Frankreich).

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