Zacks Tennis

Freitag, 29. August 2008

Berrer erneuert Kritik an Weltverband

Der Zorn ist noch nicht verflogen: Der Stuttgarter Profi Michael Berrer hatte kurz vor den Olympischen Spielen den Olympischen Spielen den Tennis-Weltverband ITF in einem offenen Brief scharf für seine undurchsichtiges Qualifikationsverfahren für die Olympischen Spiele kritisiert. (Mehr darüber in dieser Meldung vom 7. August.) Berrer, der auch Mitglied im ATP-Spielerrat ist, wollte sogar die Weltranglistenpunkte für Olympia abschaffen.

Am Rande der US Open hat Berrer noch mal nachgelegt und auch die "Sesselfurzer" vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in seine Kritik mit eingeschlossen. (Mehr darüber in diesem dpa-Bericht und danke an Jelena für den Hinweis)

Michael Berrer war, ebenso wie Denis Gremelmayr, vom DOSB nicht für Olympia nominiert worden. Der DOSB legt - anders als fast alle anderen nationalen Verbände - eigene Kriterien zusätzlich zum weltweit gültigen Qualifikationsverfahren an.

Die Deutschen geben alle auf...

Die Spiele der deutschen Teilnehmer zu verfolgen, macht bei diesen US Open eher nicht so viel Spaß. Sie quälen sich durch die Sätze, und kurz vorm Matchball des Gegners geben sie verletzt oder erkältet auf. Erst Rainer Schüttler, dann Nicolas Kiefer und heute Nacht auch noch Philipp Kohlschreiber. Nur Tommy Haas ist noch im Rennen, aber was der so erzählt, klingt auch nicht gerade optimistisch: "Ich spiele, solange die Schulter hält."

Die zweite Garde aus deutschen Landen hat sich zwar ausgesprochen wacker geschlagen (Björn Phau mit zwei Tie-Breaks gegen Rafael Nadal und Andreas Beck mit einem Satzgewinn gegen David Ferrer), ist aber auch ausgeschieden.

Als ich im Februar mit meinem Blog begonnen habe, hatte ich mich entschieden, mich der Übersichtlichkeit halber aufs Herrentennis zu beschränken. Über die deutschen Frauen gab's ja sowieso praktisch nichts zu berichten. Vielleicht muss ich meine Entscheidung noch überdenken. Anna-Lena Grönefeld steht in der dritten Runde, und sie spielen zu sehen, macht bei diesen US Open richtig Spaß.

Hier alle Ergebnisse aus New York.

Montag, 25. August 2008

ATP-Turnier in Indien kurzfristig abgesagt

Eine knappe Nachricht tauchte heute auf der Internetseite der ATP auf: Das Turnier in Bangalore (Indien) ist abgesagt - fünf Wochen vor dem geplanten Beginn am 29. September. Eigentlich war sogar die Anmeldefrist für die Turniere in jener Woche schon abgelaufen. Die Fris ist nun verlängert worden, so dass die Spieler, die für Bangalore gemeldet hatten, auf Tokio oder Metz (Frankreich) ausweichen können. Es könnte übrigens gut sein, dass ohnehin nicht gerade viele Leute auf der Bangalore-Liste standen. Veröffentlicht worden ist sie nicht.

Der offizielle Grund für die Turnierabsage aber lautete: "Sicherheitsbedenken des Veranstalters." Ende Juli ist in Bangalore ein Mensch bei einer Bombenexplosion ums Leben gekommen. Allerdings ist Bangalore nicht gerade als politischer Unruheherd bekannt, sondern eher für seine blühende Software-Industrie.

Das Turnier fand in den letzten beiden Jahren in Bombay statt, lief aber anscheinend auch schon dort nicht besonders erfolgreich.

Haas kehrt zu altem Trainer zurück

Vor genau einem Jahr trennte sich Tommy Haas von seinem Trainer Thomas Hogstedt. "Um ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, muss ich einen neuen Weg einschlagen", sagte Haas seinerzeit. Mit Hogstedt hatte Haas bei den US Open 2007 bloß das Viertelfinale geschafft. So gut war er danach nie wieder. Jetzt ist Haas reumütig zurückgekehrt. Bei den derzeit laufenden US Open lässt er sich wieder von Hogstedt betreuen. "Thomas weiß einfach, wie ich ticke und wie er mich nehmen muss", sagte Haas dem Berliner Tagesspiegel.

Donnerstag, 21. August 2008

US-Open-Tableau ausgelost

Am Montag gehen die US Open los. Wer gegen wen spielen muss, steht jetzt fest.

Rafael Nadal trifft in der ersten Runde auf einen Qualifikanten, Roger Federer auf den Argentinier Maximo Gonzalez (Nr. 114). Zwei Deutsche haben es gleich in der ersten Runde mit gesetzten Spielern zu tun: Tommy Haas muss gegen Richard Gasquet spielen, Mischa Zverev gegen Tommy Robredo.

Hier geht es zum vollständigen Tableau

ATP-Chef de Villiers geht

Die Spatzen pfiffen es schon seit Monaten von den Dächern. Jetzt ist es offiziell: Der Vertrag von ATP-Chef Etienne de Villiers wird nicht verlängert. Sein Vertrag läuft Ende des Jahres aus. Spieler und Fans hatten sich schon seit langem sehr häufig über den ehemaligen Walt-Disney-Manager aus Südafrika aufgeregt. (Mehr darüber in diesem Artikel vom Juni) Und der im Sommer neu gewählte Spielerrat ist nicht gerade als De-Villiers-Fanclub verschrien.

In der offiziellen Mitteilung der ATP heißt es, de Villiers selber wolle seinen Vertrag nicht verlängern. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Rothenbaum-Prozess: Berufung noch offen

Jetzt hab ich lange nichts mehr über den Prozess um die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers geschrieben. Vor zwei Wochen hatte der Deutsche Tennisbund (DTB) in erster Instanz verloren. Die aufmerksame Leserin Christiane fragte gestern, ob es schon irgendwelche Informationen darüber gibt, ob der DTB gegen das Urteil Berufung einlegen wird.

Also: Es gibt noch keine Informationen, jedenfalls keine, von denen ich weiß. Der DTB hat 30 Tage Zeit, sich zu entscheiden, und bisher hat man sich noch nicht entschieden, sagt Oliver Quante vom DTB.

Mittwoch, 20. August 2008

Becker denkt über Pause nach

Vor einer Wochen noch wollte Benjamin Becker trotz seiner hartnäckigen Schulterverletzung "irgendwie durchhalten", bis das Saisonende da ist. Jetzt hat er in der ersten Runde der US-Open-Qualifikation gegen den mäßig begabten Italiener Gianluca Naso verloren und denkt darüber nach, ob das mit dem Durchhalten vielleicht doch nicht die beste Idee ist. Becker:
"Die Schulter lässt nicht mehr zu; und das reicht eben nicht, um die Spiele sicher nach Hause zu bringen. Ich mache mir ernsthaft Gedanken, ob es nicht besser ist mal für ein paar Wochen auszusetzen."
So eine Turnierpause hat ja auch immer Punktverluste in der Weltrangliste zur Folge. In dieser Hinsicht ist der Moment für Becker besonders ungünstig: Ende September verliert er die Punkte von seinem Finale in Bangkok 2007. Verteidigt er seine Punkte nicht, verliert er vollends den Anschluss an die besten 100.

Hier die Ergebnisse der US-Open-Qualifikation.

Saison für Hewitt vorbei

Lleyton Hewitt hat sich in dieser Woche an der Hüfte operieren lassen und wird frühestens im Januar wieder auf die Tour zurückkehren. Der 27-jährige frühere Weltranglistenerste aus Australien ist auf Platz 55 zurückgefallen. Bei den Olympischen Spielen verlor er in der zweiten Runde mit 1:6 und 2:6 gegen Rafael Nadal. Danach sei er zu der Erkenntnis gekommen, dass er ohne Operation nicht mehr wettbewerbsfähig Tennis spielen könne, sagt er auf seiner Internetseite.

Dienstag, 19. August 2008

Erfolgserlebnis für Kindlmann

Vor vier Jahren klopfte Dieter Kindlmann, damals 22 Jahre alt, mal an die Tür zur ATP-Tour. Bis auf Platz 130 hatte er sich vorgearbeitet. Dann warfen langwierige Verletzungen ihn zurück.

Dreieinhalb Jahre nach einem Sieg in Wolfsburg hat er jetzt wieder ein Challenger-Turnier gewonnen. Zwar nur ein relativ schwach besetztes in Neu Delhi, aber immerhin. In der Rangliste machte er damit einen Sprung von Platz 410 auf Platz 282.

Hier die Ergebnisse aus Neu Delhi.

US Open: Neun Deutsche in der Quali

Neun Spieler aus Deutschland treten ab heute zur Qualifikation für die US Open an. Drei Siege braucht man, um ins Hauptfeld zu kommen. Völlig chancenlos ist keiner von ihnen.

Benjamnin Becker hat den direkten Platz im Hauptfeld haarscharf verpasst. Die Gegner in seiner Sektion des Quali-Feldes sind für ihn alle schlagbar. Am gefährlichsten finde ich noch den Russen Michail Ledowskich. Allerdings bremst Becker eine langwierige Schulterverletzung.

Philipp Petzschner und Matthias Bachinger sind in dieselbe Sektion des Quali-Tableaus gelost worden; es kann also höchstens einer von ihnen durchkommen. Petzschner dürfte hier der Favorit sein, hat aber mit Andrea Stoppini gleich in der ersten Runde einen harten Brocken.

Andreas Beck und Benedikt Dorsch treffen gleich in der ersten Runde aufeinander. Beck war in diesem Sommer ziemlich stark (unter anderem Viertelfinale auf Rasen in Halle), aber auch Dorsch hat mächtig zugelegt und war letzte Woche im Endspiel von Istanbul - das heißt aber auch: Dorsch hat noch Jetleg. Der Sieger dieser Partie hat jedenfalls beste Chancen, die Quali zu schaffen. Schwerster Gegner in dieser Sektion ist noch Thierry Ascione (Frankreich).

Björn Phau hat mit dem Amerikaner Jesse Witten einen unangenehmen Auftaktgegner. Und dann wartet auch noch der in der Qualifikation an 1 gesetzte Ukrainer Sergi Stakowski.

Auch Simon Stadler hat bloß Außenseiterchancen. Wenn er die ersten beiden Runden übersteht, droht ihm der an 4 gesetzte Amerikaner Robert Kendrick.

Tobias Kamke ist auf dem Papier einer der schwächsten Deutschen im Quali-Feld. Aber das war in Wimbledon auch so, und da hat er's geschafft. Seine Auslosung ist nicht schlecht. In der ersten Runde geht's gegen Ilia Bozoljac (Serbien). Leute wie Gilles Muller (Luxemburg) oder Zack Fleishman (USA) sind auch machbar.

Ähnlich sieht's für Daniel Brands aus. Erste Runde gegen Michal Przysiezny (Polen). In der letzten Runde könnte der Russe Alexander Kudriawtsew kommen, der in Toronto gegen Philipp Kohlschreiber gewonnen hatte.

Hier die komplette Quali-Auslosung

Montag, 18. August 2008

Nichtolympischer Sieger der Woche: Juan Martin del Potro

Die ATP hat ein Herz für alle Olympiaverweigerer und Nichtnominierten: Parallel zu den Spielen in Peking fand in der letzten Woche das ATP-Turnier von Washington statt. Sieger: Juan Martin del Potro. Schon wieder. Der 19-jährige Argentinier hat damit das vierte Turnier hintereinander gewonnen. Mir fällt spontan außer Federer und Nadal niemand ein, der das in diesem Jahrzehnt schon mal geschafft hätte. Vor seiner Siegesserie, die nach Wimbledon begann, war er die Nummer 65 in der Welt. Jetzt steht er auf Platz 17.

Auch wenn in Stuttgart, Kitzbühel, Los Angeles und Washington nur wenige Spitzenspieler am Start waren, zählt del Potro jetzt wohl plötzlich zu den Mitfavoriten für die US Open, die in einer Woche losgehen.

Auch Tommy Haas hatte in Washington das Nachsehen gegen den jungen Argentinier. 2:6, 1:6 im Halbfinale. Aber immerhin ist Haas so weit gekommen. Die Ranglistenpunkte kann er gut gebrauchen. Durch seine langwierige Schulterverletzung hat er in der ersten Jahreshälfte Boden verloren. Im Moment ist er auf Platz 39. Nach den US Open, wo er vor einem Jahr im Viertelfinale war, könnte er aus den ersten 60 herausfallen. Für die meisten Masters-Turniere wäre er dann nicht mehr direkt qualifiziert.

Hier die Ergebnisse aus Washington

Und hier das ATP-Profil von Juan Martin del Potro

Sonntag, 17. August 2008

Gold für Nadal und Federer

Auch wenn diese Information über viele anderen Kanäle schneller geflossen ist, sei der Vollständigkeit erwähnt: Die olympischen Tennismedaillen in Peking sind vergeben.

Herreneinzel
Gold Rafael Nadal (Spanien)
Silber Fernando Gonzalez (Chile)
Bronze Novak Djokovic (Serbien)

Herrendoppel
Gold Roger Federer/Stanislas Wawrinka (Schweiz)
Silber Simon Aspelin/Thomas Johansson (Schweden)
Bronze Bob Bryan/Mike Bryan (USA)

Dies ist zwar ein Herrentennis-Blog, aber anlässlich der olympischen Spiele blicken wir mal über den Tellerrand:

Dameneinzel
Gold Elena Dementieva (Russland)
Silber Dinara Safina (Russland)
Bronze Vera Zvonareva (Russland)

Damendoppel
Gold Serena Williams/Venus Williams (USA)
Silber Anabel Medina Garrigues/Virginia Ruano Pascal (Spanien)
Bronze Yan Zi/Zheng Jie (China)

Istanbul: Dorsch verliert im Endspiel

Vor drei Jahren wagten sich Benedikt Dorsch aus Bayern und Benjamin Becker aus dem Saarland gemeinsam auf die Profi-Tour, nachdem sie äußert erfolgreich in Amerika College-Tennis gespielt hatten. Benjamin Becker wurde in der Heimat schnell berühmt, weil er B. Becker hieß und dann auch noch Andre Agassi in dessen letztem Match bezwang.

Benedikt Dorsch erregte weniger Aufsehen. Immerhin gab man ihm aus naheliegenden Gründen den Spitznamen "The Pope". Wirklich berühmt machte ihn das nicht. Er pendelte sich in der Weltrangliste um Platz 200 ein. Aber jetzt sieht es so aus, als könnte er doch noch den Durchbruch schaffen. Nach zwei Challenger-Halbfinals im Juni gewann er Ende Juli schon zum zweiten Mal das Challenger in Penza (Russland). In dieser Woche kam er in Istanbul (mit 100 000 Dollar Preisgeld eines der größten Challengers überhaupt) ins Endspiel (4:6, 6:1, 3:6 gegen Frederico Gil aus Portugal).

Wenn der Papst weiter so konstant spielt, kann er noch in diesem Jahr im Ranking am zuletzt schwächelnden Benjamin Becker vorbeiziehen und es mit 27 Jahren doch noch unter die ersten hundert schaffen.

Hier die Ergebnisse aus Istanbul

Freitag, 15. August 2008

Olympia: Federer doch noch im Finale

Im Einzel hat es nicht geklappt mit der Olympia-Medaille für Roger Federer. Aber im Doppel haben er und sein Partner Stanislas Wawrinka mindestens Silber: Im Halbfinale schlugen die Schweizer die topgesetzten Amerikaner Bob und Mike Bryan. Im Endspiel treffen sie auf Simon Aspelin und Thomas Johansson (Schweden).

Da zeigt sich wieder einmal, wie gut die Einzelspezialisten Doppel können, wenn es um olympische Ehren geht.

Das Einzelfinale spielen Rafael Nadal und Fernando Gonzalez. Das Doppelfinale ist am Sonnabend, das Einzelfinale am Sonntag.

Hier gibt's alle Olympiaergebnisse.

Hier gibt's den genauen Spielplan.

McEnroe bei Seniorenturnier disqualifiziert

Angeblich hat es so etwas bei einem Seniorenturnier mit Ex-Profis noch nie gegeben: In Newport (USA) wurde John McEnroe gestern disqualifiziert, weil er Schiedsrichter und Zuschauer beschimpft hatte. Er spielte gegen MaliVai Washington (Wimbledon-Finalist von 1996).

McEnroe ist auf der Seniorentour schon häufiger mit Wutausbrüchen aufgefallen. Per Ferndiagnose könnte man denken: "Alles Show. Der McEnroe zeigt dem Publikum das, was sie sehen sollen, und das ist eben der gute alte pöbelnde Johnny Mac." Glaub ich aber nicht. Das ist alles echt. Wenn McEnroe auf dem Platz steht, will er unbedingt gewinnen. Das ist ihm völlig egal, was für ein Match es ist. Das ist sehr schön beschrieben in dem Buch "Being John McEnroe" von Tim Adams, einem Literaturredakteur beim britischen "Observer".

Joseph Blatter gegen Schüttler

Nachdem der Internationale Sportgerichtshof CAS Rainer Schüttler zu den Olympischen Spielen zugelassen hatte, reagierte der Welttennisverband ITF mit wüsten Beschimpfungen.

Fifa-Präsident Joseph Blatter war etwas konzilianter im Ton, aber auch ihm gefielen die CAS-Entscheidungen für seine Sportart nicht. Jetzt will Blatter den CAS entmachten und sich zu diesem Zweck mit dem ITF verbünden. Das sagte er in einem Interview mit der Schweizer Nachrichtenagentur SI: "Die Fifa ist nicht der einzige Verband, der das Schiedsgericht kritisiert hat. Auch der Tennis- und der Volleyball-Verband, immerhin zwei große olympische Verbände, waren mit CAS-Entscheiden nicht zufrieden. Wir werden mit den internationalen Verbänden das Thema aufnehmen, was der CAS denn überhaupt noch für eine Bedeutung hat."

Wenn das hier ein Fußballblog wäre, würde ich noch etwas mehr über Blatters Rechtsverständnis herziehen. Da vermengt er Entscheidungen des CAS mit angeblichen Angriffen auf die "Autonomie des Sports", obwohl der CAS ja gerade ein autonomes nichtstaatliches Sportgericht ist. Mit "Autonomie des Sports" meint er also in Wahrheit "Allmacht der Fifa".

Donnerstag, 14. August 2008

Gonzalez wieder auf Medaillenkurs

Meine Vermutung von gestern, die großen Drei würden die olympischen Medaillen diesmal unter sich ausmachen war falsch. Roger Federer ist im Viertelfinale ausgeschieden - 4:6,6:7 gegen James Blake (USA). Fernando Gonzalez (Chile) hat gute Aussichten, wie schon 2004 wieder aufs Treppchen zu kommen. Er schlug heute im Viertelfinale Kiefer-Bezwinger Paul-Henri Mathieu (Frankreich). Gonzalez spielt nun gegen Blake.

Im anderen Halbfinale stehen sich aber wie erwartet Rafael Nadal und Novak Djokovic.

Roger Federer könnte aber trotzdem eine Medaille gewinnen: Im Doppel sind er und sein Schweizer Landsmann Stanislas Wawrinka noch im Rennen.

Hier gibt's alle Ergebnisse.


Und hier ist der Spielplan für morgen.

Mittwoch, 13. August 2008

Schnellere Sperren für Doper

Die monatelangen Schonfristen für Tennisprofis, die des Dopings überführt werden, könnten bald vorbei sein. Der Vorstand des Welttennisverbands ITF hat am Rande der Olympischen Spiele in Peking ein neues Anti-Doping-Regelwerk verabschiedet, das ab 2009 gilt.

Eine wichtige Neuerung: Wer positiv getestet wird, wird schneller gesperrt als bisher. Die ITF führt vorläufige Sperren ein, die in Kraft treten, bevor das vollständige Verfahren gegen den Spieler abgeschlossen ist. Die ITF will auf diese Weise den Zeitraum verkürzen, in dem positiv getestete Spieler weiter am Spielbetrieb teilnehmen. In der Vergangenheit hat es oft ein halbes Jahr oder noch länger gedauert, bis die ITF eine positive Dopingprobe öffentlich machte und den Täter aus dem Verkehr zog.

Außerdem sollen die Strafzumessungen flexibler als bisher gehandhabt werden, um die spezifischen Umstände eines jeden Falls besser zu berücksichtigen. (Da wird die Zukunft zeigen, wie das in der Praxis aussieht.)

Hier geht's zum Zackstennis-Artikel vom Juli zum Thema Doping.

Olympia: Jetzt geht's um die Medaillen

Mit Nicolas Kiefer ist heute der letzte Deutsche aus dem olympischen Tennisturnier ausgeschieden (3:6, 5:7 gegen Paul-Henri Mathieu). Trotzdem lohnt sich natürlich weiterhin ein Blick aufs Tableau. Langsam zeichnet sich ab, wer um die Medaillen spielen wird. Morgen werden die Viertelfinals gespielt.

Dies sind die Paarungen im Herreneinzel:
Roger Federer (Schweiz) - James Blake (USA)
Fernando Gonzalez (Chile) - Paul-Henri Mathieu (Frankreich)
Novak Djokovic (Serbien) - Gael Monfils (Frankreich)
Rafael Nadal (Spanien) - Jürgen Melzer (Österreich)

Sieht ganz so aus, als würden diesmal die großen Drei (Federer, Nadal, Djokovic) die Medaillen unter sich ausmachen. Dem Ruf des olympischen Tennisturniers würde das sehr gut tun. Seit 1988, seit Tennis wieder olympisch ist, haben ja oft Leute aus der zweiten Reihe gewonnen (Zum Beispiel Marc Rosset 1992 oder Nicolas Massu 2004).


Hier gibt's alle Ergebnisse und Paarungen (auch fürs Doppel und für die Frauen)

Freitag Zweitliga-Einsatz für Stich

Zum dritten und letzten Mal in dieser Saison wird Michael Stich am Freitag (15. August) in der 2. Tennis-Bundesliga für den TC Hartenholm Doppel spielen.

Am letzten Spieltag steht das Nordderby gegen den Hamburger Club an der Alster auf dem Spielplan. Beginn ist um 13 Uhr. Das Doppel mit Stich wird aber nicht vor 17 Uhr beginnen.

Hier geht's zum Artikel vom letzten Sonntag über Zweitligatennis in Hartenholm.

Dienstag, 12. August 2008

Benjamin Becker will irgendwie durchhalten

Benjamin Becker hat das Challenger-Turnier in Istanbul in dieser Woche wegen einer Schulterverletzung abgesagt, die ihn schon seit längerer Zeit plagt.

Bei den US Open will er aber wieder antreten. Falls er in die Qualifikation muss (was noch nicht feststeht), würde es in einer Woche losgehen. Becker scheint aber nicht sonderlich optimistisch zu sein, bis dahin wieder ganz fit zu werden. Eine längere Pause innerhalb der Saison will er sich aber nicht gönnen. "Bis November muss ich irgendwie durchhalten, erst dann kann ich eine längere Pause machen", schreibt er auf seiner Internetseite.

Olympia: Athener Silberjungen schon raus

Aus der Traum vom Gold: Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer sind im olympischen Doppelturnier in der ersten Runde ausgeschieden. Gegen die leicht favorisierten Österreicher Jürgen Melzer und Julian Knowle verloren sie in drei Sätzen.

Rainer Schüttler war kurz zuvor auch im Einzel ausgeschieden - in der zweiten Runde gegen den Weltranglistendritten Novak Djokovic (Serbien). Nicolas Kiefer hat sein Zweitrundenmatch gegen Kevin Anderson (Südafrika) in drei engen Sätzen gewonnen, dabei in der Pekinger Mittagshitze aber offenbar ziemlich viel Kraft gelassen, die im Doppel letztlich gefehlt haben könnte. Den ersten Matchball hatte Kiwi schon nach zwei Stunden. Verwandeln konnte er aber erst den dritten nach fast dreieinhalb Stunden zum 6:4, 6:7, 6:4. In der dritten Runde geht's gegen Paul-Henri Mathieu (Frankreich). Das Spiel findet morgen gegen 18 Uhr Pekinger Zeit (12 Uhr bei uns) statt - nach dem Match von Jürgen Melzer gegen Lu Yen-Hsun (Taiwan).

Hier gibt's alle Ergebnisse.

Und hier den Spielplan für morgen.

Bundesverdienstkreuz für Michael Stich

In den engen Straßen an der Hamburger Binnenalster wird die Anzahl geländegängiger Porsches am Donnerstag um ein weiteres Exemplar anwachsen: Michael Stich hat einen Termin im Rathaus. Sozialsenator Dieter Wersich überreicht dem Wimbledonsieger von 1991 das Bundesverdienstkreuz.

Stich bekommt die Auszeichnung für seine Stiftung für HIV-infizierte Kinder.

Montag, 11. August 2008

Olympia: Schüttler auf Court 1

Morgen könnte es endlich mal deutsche Fernsehbilder vom olympischen Tennisturnier geben: Rainer Schüttler spielt sein Zweitrundenmatch gegen den Weltranglistendritten Novak Djokovic auf Court 1, das ist einer von drei Plätzen mit Kamera. Die Begegnung ist für 17 Uhr Pekinger Zeit angesetzt (11 Uhr bei uns).

Ich überlege, ob man Rainer wünschen soll, möglichst schnell zu verlieren. Das würde Kräfte sparen. Eine realistische Gewinnchance hat er wohl sowieso nicht. Und das Doppel Kiefer/Schüttler gegen Knowle/Melzer aus Österreich findet auch noch am Dienstagabend statt.

Nicolas Kiefers Zweitrundenpartie gegen Kevin Anderson (Südafrika) dürfte gegen 12 Uhr beginnen. (Es ist das zweite Match des Tages auf Platz 7).


Von den Medaillenkandidaten im Einzel ist einer schon in der ersten Runde rausgeflogen: Andy Murray, vor zwei Wochen noch Sieger beim Masters in Cincinnati, verlor in zwei Sätzen gegen den Taiwanesen Lu Yen-Hsun.

Hier alle Ergebnisse

Und hier der Spielplan für Dienstag

Boris will Ex von Tommy Haas heiraten

Heute mittag war es eine Vorab-Meldung der Bild-Zeitung. Inzwischen hat Boris Becker die Nachricht offiziell bestätigen lassen: Er und Sandy Meyer-Wölden haben sich an diesem Wochenende auf Sardinien verlobt.

Sandy Meyer-Wölden ist 24 Jahre alt und die Tochter von Beckers verstorbenem Manager Axel-Meyer-Wölden. Sie war vor ein paar Jahren schon gelegentlich in den Klatschspalten zu finden, als sie mit Tommy Haas zusammen war.

Sieger der Woche: Schon wieder del Potro

Langsam wird's unheimlich. Juan Martin del Potro schlug heute im Finale von Los Angeles Andy Roddick mit 6:1 und 7:6. Der 19-jährige Argentinier hat damit nach Stuttgart und Kitzbühel das dritte Turnier hintereinander gewonnen. In der Weltrangliste ist er damit in kaum mehr als einem Monat von Platz 65 auf Platz 19 geklettert. Denis Gremelmayr war in Los Angeles im Halbfinale an Andy Roddick gescheitert.


Am Montag geht die Nordamerika-Serie im Schatten der Olympischen Spiele in Washington weiter. Auch dort ist del Potro wieder am Start. Deutsche Teilnehmer in Washington sind Tommy Haas, Denis Gremelmayr und Mischa Zverev.

Sonntag, 10. August 2008

Regen in Peking

Nach zwei Stunden war Schluss: Nur eine Handvoll Matches sind am ersten Tag des Olympischen Tennisturniers beendet worden, bevor über Peking Dauerregen einsetzte. Auch das Erstrundendoppel zwischen Nicolas Kiefer/Rainer Schüttler (Deutschland) gegen Julian Knowle und Jürgen Melzer (Österreich) fiel ins Wasser. Es wird wahrscheinlich am Dienstag nachgeholt. Im Einzel hat Kiwi immerhin einen Satz geschafft: 6:3 gegen Max Mirnyi.

Am Montag sind die Deutschen erstmal im Einzel im Einsatz. Spielbeginn ist wieder um 10.30 Uhr Ortszeit (4.30 Uhr bei uns). Kiefers Spiel gegen Max Mirnyi (Weißrussland) ist als zweites auf Platz 7 angesetzt. Es dürfte also morgen früh zwischen 6 und 7 Uhr MESZ weitergehen. Rainer Schüttler spielt erst am Abend gegen Kei Nishikori (Japan). Das Spiel dürfte zu unserer Mittagszeit beginnen. Beide Deutschen spielen auf Nebenplätzen ohne Livebilder.

Das Spiel von Roger Federer gegen Dimitri Tursunov (Russland) ist das dritte auf dem Center Court. Es könnte zwischen 9 und 10 Uhr am Vormittag unserer Zeit beginnen.

Das alles gilt natürlich nur dann, wenn es nicht wieder regnet. Und die Wettervorhersage sieht schlecht aus.

Hier der komplette Spielplan für Montag

Bundesliga: Aachen ist Meister

Einen Spieltag vor Schluss hat sich die Mannschaft von Kurhaus Aachen heute den deutschen Meistertitel in der Bundesliga gesichert. Philipp Petzschner, Dominik Meffert, Simon Greul und Michal Mertinak gewannen alle vier Einzelpartien gegen Verfolger Rot-Weiß Erfurt.

Alle Ergebnisse gibt's hier.

Samstag, 9. August 2008

Olympia: Nur noch ein Kroate übrig

Vier Kroaten sollten mitmachen beim Olympischen Tennisturnier. Aber dann sagte Mario Ancic verletzt ab, Ivo Karlovic bekam vorgestern eine fiebrige Erkältung, und heute hat sich auch noch Ivan Ljubicic verletzt. Nur Nachwuchsmann Marin Cilic ist noch übrig. Fürs Doppel an der Seite von Cilic hat Ljubicic aber noch nicht abgesagt.

Das Turnier geht am Sonntag um 10.30 Uhr Ortszeit los (4.30 Uhr MESZ). Das deutsch-österreichische Erstrundenduell im Doppel (Kiefer/Schüttler - Knowle/Melzer) ist das letzte Spiel auf Platz 5. Das Spiel ist also erst, wenn bei uns schon Nachmittag ist. (Ich fürchte nur, auf dem Nebenplatz gibt's keine Fernsehkameras.)

Aber Roger Federer spielt auf dem Center Court. Zwischen 18 und 19 Uhr Ortszeit (12-13 Uhr bei uns) gegen Dimitri Tursunov (Russland).

Gremelmayr kann auch Hartplatz

Mit seinen Halbfinals in Estoril und Barcelona hatte sich Denis Gremelmayr im Frühjahr den Ruf erworben, ein Sandplatzspezialist zu sein. Jetzt hat er gezeigt, dass er es auch auf Hartplatz kann. Beim ATP-Turnier in Los Angeles schlug er Marat Safin mit 3:6, 6:3, 6:2 und trifft nun im Halbfinale auf Andy Roddick.

Für Gremelmayr ist das eine erfolgreiche Frustverarbeitung, nachdem der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ihn nicht für die Olympischen Spiele nominiert hatte, obwohl er international qualifiziert war.

Freitag, 8. August 2008

Bundesliga: Matchball für Aachen

Doch, doch, es gibt auf dieser Seite auch noch nichtolympische Nachrichten.

In der Tennis-Bundesliga kann die Mannschaft von Kurhaus Aachen am Sonntag vorzeitig deutscher Meister werden. Vor dem vorletzten Spieltag führen die Aachener die Tabelle mit 14:0 Punkten an. Jetzt treffen sie auf den Tabellenzweiten Rot-Weiß Erfurt (10:4 Punkte).

Ganz ohne Olympia kommt aber auch diese Nachricht nicht aus: In den Spitzenclubs der Tennis-Bundesliga gibt es haufenweise Diegos und Rafinhas. Anders als bei den Fußballern von Werder und Schalke war hier allerdings von vornherein klar, dass die Mannschaften während der Olympischen Spiele auf ihr Spitzenpersonal würden verzichten müssen.

Bei Aachen betrifft das alle vier Topspieler: Simone Bolelli (Italien), Steve Darcis (Belgien), Jiri Vanek (Tschechien) und Rainer Schüttler (Deutschland). Erfurt hat drei Olympiateilnehmer: Andreas Seppi (Italien), Dominik Hrbaty (Slowakei) und Ivo Minar (Tschechien).

Hier geht's zur Bundesliga-Webseite.

Donnerstag, 7. August 2008

Karlovic sagt Olympia ab

Da hab ich heute morgen noch gejammert, dass Roger Federer schon im Achtelfinale auf seinen 2,08 Meter großen Angstgegner Ivo Karlovic treffen könnte, da hat der Kroate seinen Olympia-Start abgesagt: Fiebrige Erkältung. Für ihn wird ein Ersatzmann aus der Doppel-Konkurrenz ins Einzel nachrücken.

Schüttler wehrt sich gegen Weltverband

Nachdem sich Rainer Schüttler vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS einen Olympia-Startplatz erstritten hatte, revanchierte sich der Welt-Tennisverband ITF mit einem verbalen Tritt gegens Schienbein.

"Während wir zur Kenntnis nehmen, dass das deutsche NOK möglicherweise nicht begreift, wie das Profitennis funktioniert, gibt es für Herrn Schüttler keine Entschuldigung. Er ist im Begriff, einen Startplatz einzunehmen, der seinem Landsmann Denis Gremelmayr oder dem ersten Nachrücker Michael Berrer zusteht", hieß es in einer Stellungnahme des ITF.

Der ITF wollte damit offenbar den Eindruck erwecken, Schüttler habe mit seiner Klage seine Landsleute Gremelmayr und Berrer um das sichere Olympiaticket gebracht. Das halte ich für eine böswillige Verdrehung der Tatsachen (wie hier nachzulesen ist). Schüttler brachte das auf die Palme.

Schüttler: "Ich fordere eine Entschuldigung der ITF an alle Personen und Organisationen, die davon betroffen waren. Die ITF war bisher nicht in der Lage, klare Regeln für die Olympischen Spiele zu schaffen. Aber das Schlimmste ist, dass sie, statt die Probleme zu lösen, anderen Sportorganisationen die Schuld daran gibt."

Auch Michael Berrer, in dessen Interesse zu handeln die ITF ja für sich in Anspruch nahm, ergriff für Schüttler Partei: "Die Stellungnahme der ITF war ärgerlich, unfair und geschmacklos und voller falscher Fakten", schrieb er in einem offenen Brief, den er als Mitglied des ATP-Spielerrats unterschrieb. Er forderte von ITF-Präsidenten, "meinen Namen nicht zu missbrauchen". Dabei machte Berrer aber auch deutlich, dass er gern vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die Olympischen Spiele nominiert worden wäre.

In seinem Furor gegen die ITF stellte Berrer zudem die Praxis in Frage, für das Olympia-Turnier Weltranglistenpunkte zu vergeben. (So doll ist das mit diesen Punkten allerdings sowieso nicht: Der Sieger bekommt 400. Bei Masters-Turnieren sind es 500, bei Grand Slams 1000.)

Statt im Olympischen Dorf ist Berrer in dieser Woche in Segovia (Spanien) und spielt ein Challenger-Turnier. Dort trifft er morgen im Viertelfinale auf Philipp Petzschner.

Schweres Los für deutsches Olympia-Doppel

Deutschland gegen Österreich heißt es in der ersten Runde des olympischen Doppel-Turniers. Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler treffen auf Julian Knowle und Jürgen Melzer. Die Österreicher sind nicht nur ziemlich stark, sondern vor allem auch ein eingespieltes Team.

In der zweiten Runde kommt es für den Sieger dieser Partie ganz dicke: Da warten die topgesetzten Bryan-Zwillinge aus den USA.

Das Schweizer Doppel Federer/Wawrinka hat eine machbare Aufgabe in der ersten Runde: Simone Bolelli und Andreas Seppi (Italien). In der zweiten Runde könnten dann die noch amtierenden Olympiasieger Gonzalez/Massu (Chile) kommen.

Die Einzel-Auslosung sieht für Nicolas Kiefer ganz ansprechend aus. Das Tableau erinnert mich stark an das vom Masters neulich in Toronto. Und da kam Kiwi ja ins Finale. In der ersten Runde geht es gegen den zuletzt aus dem letzten Loch pfeifenden Weißrussen Max Mirnyi. Federer könnte erst im Halbfinale kommen, Nadal oder Djokovic erst im Finale.

Für Rainer Schüttler sieht's in der zweiten Runde düster aus. Nach einem gefährlichen, aber machbaren Erstrunden-Match gegen Kei Nishikori (Japan) käme in der zweiten Runde der Weltranglistendritte Novak Djokovic (Serbien).

Roger Federer hat das Glück, dass Djokovic in Nadals Hälfte des Tableaus ist, er auf seine stärksten Konkurrenten also erst im Finale treffen kann. Weniger angenehm ist, dass in der dritten Runde schon wieder Ivo Karlovic kommen könnte, gegen den Federer erst vor einer Woche in Cincinnati verlor.

Stanislas Wawrinka (Schweiz) und Jürgen Melzer (Österreich) könnten in der zweiten Runde aufeinandertreffen. Der Gewinner hätte es im Achtelfinale mit Cincinnati-Gewinner Andy Murray (Großbritannien) zu tun. Wer da gewinnt, muss im Viertelfinale gegen Djokovic spielen (sofern der nicht vorher ausscheidet).

Die ganze Auslosung gibt's im Laufe des Tages hier. Auch die für das Frauen-Turnier.

Mittwoch, 6. August 2008

Federer und Gonzalez sollen Flaggen tragen

Am Freitag um 14 Uhr beginnt die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking - mit dem Einmarsch der rund 200 Nationalmannschaften als Höhepunkt.

Mindestens zwei Tennisspielern wird die Ehre zuteil, ihre Mannschaft mit der Landesflagge in der Hand anzuführen: Roger Federer für die Schweiz und Fernando Gonzalez für Chile. Federer trug die Flagge schon 2004. Gonzalez, der in Athen Gold im Doppel und Bronze im Einzel gewann, ist schon der zweite Tennisspieler, den die Chilenen ausgewählt haben: 2000 trug Nicolas Massú die Flagge. Vier Jahre später holte er Gold im Einzel und Doppel.

Einige Länder haben ihre Flaggenträger noch nicht ausgewählt. Es könnten also noch Tennisspieler dazukommen. Mark Knowles ist ein heißer Kandidat, der frühere Weltranglisten-Erste im Doppel. Der gute Mann ist von den Bahamas. Da gibt's nicht so viele Alternativen zu ihm. Ansonsten fallen mir höchstens noch Max Mirnyi aus Weißrussland und Nicolas Lapentti aus Ekuador ein.

Andere Top-Spieler wie Rafael Nadal oder Novak Djokovic werden die Flagge nicht tragen. Ihre Länder haben sich schon auf andere Leute festgelegt.

Kohlschreiber sagt Olympia ab

Philipp Kohlschreiber fliegt nicht nach Peking. Nachdem er wegen einer Oberschenkelverletzung seine Abreise zunächst auf Donnerstag verschoben hatte, sagte er seinen Olympia-Start heute endgültig ab: Muskelfaserriss. Den hatte sich Kohlschreiber am vergangenen Freitag im Viertelfinale des Masters-Turniers von Cincinnati eingehandelt.

Die Absage betrifft auch das deutsche Olympia-Doppel: Da hatte Kohlschreiber ursprünglich mit Nicolas Kiefer spielen sollen. Jetzt bin ich gespannt, ob der Welttennisverband ITF das Gespann Nicolas Kiefer/Rainer Schüttler als Ersatz akzeptiert oder Kiefer/Kohlschreiber einfach gegen Vertreter eines anderen Landes austauscht. Dem Regelwerk gemäß solle einem Start von Kiefer und Schüttler nichts im Wege stehen. Aber das mit dem Regelwerk und der ITF ist ja so eine Sache, wie man beim Rechtsstreit um Schüttlers Olympia-Ticket gesehen hat.

Statt mit Kohlschreiber wollte Kiefer sowieso lieber mit Schüttler spielen, schließlich hatten die beiden 2004 in Athen gemeinsam Silber gewonnen. Kiefer/Kohlschreiber waren bloß deshalb als deutsches Doppel nominiert, weil Schüttler erst ins olympische Feld nachrückte, als die Doppel-Starterliste längst stand.

Apropos Kohlschreiber. Es gibt da eine Sache, die ich immer schon mal loswerden wollte: Der Preis für Deutschlands nervigste Tennis-Webseite geht genau hierhin. Schön die Lautsprecher aufdrehen! Aber Vorsicht: Wer kein DSL hat, sollte lieber nicht draufklicken.

DTB verliert Prozess um Rothenbaum

Das Urteil ist gefallen: Die ATP durfte dem Turnier am Hamburger Rothenbaum den Masters-Status entziehen. Das haben die Geschworenen am Gericht im US-Staat Delaware entschieden. Ab dem kommenden Jahr findet das Turnier statt im Mai im Juli statt. Die Stars sind nicht mehr zur Teilnahme verpflichtet.

Ob der DTB in Berufung gehen wird, ist noch nicht raus.

Hintergründe zum Prozess gibt's hier.

Was die Degradierung und der neue Termin bedeuten, dazu gibt's ein paar Thesen in diesem Artikel vom Februar.

Dienstag, 5. August 2008

Schlechte Aussichten für den Rothenbaum

Die Zeichen verdichten sich, dass der Deutschte Tennis-Bund (DTB) den Prozess um die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers verlieren wird. Der Richter im US-Staat Delaware hat die meisten Punkte zurückgewiesen, die der DTB gegen die ATP und ihren Plan, das Hamburger Turnier zu degradieren, vorgebracht hatte.

Die Geschworenen-Jury entscheidet jetzt nur noch über die zentrale Frage, ob der ATP-Turnierzirkus ein rechtswidriges Kartell darstellt. Dabei geht es um die Frage, ob der Tenniszirkus
1.) ein eigener Wirtschaftszweig ist oder
2.) nur ein einzelner Mitspieler des Wirtschaftszweigs Zuschauersport.

Nur im ersten Fall könnte die ATP tatsächlich innerhalb ihres Wirtschaftszweigs eine marktbeherrschende Stellung haben und diese rechtswidrig ausnutzen.

Wie auch immer die Sache ausgeht (und einiges deutet darauf hin, dass die Jury sich für Variante 2 entscheiden wird), danach geht die Sache wahrscheinlich in Revision.

Hier ein paar Hintergründe zum Prozess.

Waske-Comeback nicht in Sicht

Fast ein Jahr ist es her, dass sich Alexander Waske im Davis-Cup-Doppel in Moskau am Ellenbogen verletzte, trotzdem durchhielt und das Match an der Seite von Philipp Petzschner gewann.

Mit einem Comeback kann es noch eine Weile dauern. "Der Arm wird besser, ist aber noch nicht so gut wie ich ihn brauche. Ich werde geduldig sein müssen", sagte er am Wochenende.

Drei Mal hat Waske in diesem Jahr schon versucht zurückzukommen. Das erste Mal im Januar in der Qualifikation zu den Australien Open, wo er gleich sein erstes Match vorzeitig abbrach.

Im Mai am Hamburger Rothenbaum gewann er zusammen mit Rainer Schüttler sein Erstrunden-Doppelmatch und verlor in Runde 2 knapp gegen das Weltklasse-Duo Nestor/Zimonjic. Den World-Team-Cup in der Woche drauf musste er dann schon wieder absagen.

Anfang Juli schließlich bestritt Waske ein Bundesliga-Match für Blau-Weiß Halle. Zusammen mit Christopher Kas gewann er sein Doppel zwar, war aber nicht zufrieden: "Der Test lief nicht so wie erwartet für mich. Man kann es vergleichen mit einem Motor der nicht mit voller Kraft arbeiten kann, sondern nur so 60 bis 70 Prozent", schrieb er auf seiner Internet-Seite.

Gremelmayr frustriert wegen Olympia

Wochenlang hat er still gehalten. Jetzt hat sich Denis Gremelmayr erstmals öffentlich darüber geärgert, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ihn nicht für die olympischen Spiele nominiert hat, obwohl er die internationale Qualifikation locker geschafft hatte.

Er sei frustriert, sagte er der Nachrichtenagentur sid. Allerdings sei er nicht sauer auf Rainer Schüttler. Der konnte nur deshalb ins olympische Starterfeld nachrücken, weil der DOSB nicht alle vier Spieler nominiert hatte, die am Stichtag 9. Juni in der Weltrangliste vor Schüttler standen. "Es war nicht Rainers Fehler", sagte Gremelmayr. "Auch nicht der Fehler des Deutschen Tennis-Bunds. Es war der Fehler des DOSB."

Gremelmayr sagte, er freue mich nun darauf, im Davis Cup für Deutschland zu spielen. Dazu müsste er freilich erstmal aufgestellt werden. Bisher gehörte er nie zum Team. Das mit dem Davis-Cup hat er wohl vor allem deshalb betont, weil sein israelischer Leidensgenosse Dudi Sela, der von seinem NOK ebenfalls nicht nominiert wurde, jetzt angedroht, im Davis-Cup nicht mehr anzutreten. (Sela ist im Gegensatz zu Gremelmayr der mit Abstand beste Spieler in seinem Land.)

Gremelmayr hatte sich notgedrungen schon vor Wochen damit abgefunden, nicht nach Peking zu dürfen und stattdessen für Turniere in den USA gemeldet. Gestern hat er in Los Angeles sein Erstrunden-Match gegen Fabio Fognini (Italien) locker gewonnen. Nächste Woche spielt er in Washington.

Mehr zum Olympia-Nominierungsverfahren gibt es hier.

Montag, 4. August 2008

Kohlschreibers Olympia-Start in Gefahr

Philipp Kohlschreiber hat seinen Abflug zu den Olympischen Spielen um zwei Tage auf Donnerstag verschoben. Im Moment ist er in ärztlicher Behandlung, weil er sich am Freitag im Viertelfinale von Cincinnati den Oberschenkel verletzt hat. Kohlschreiber hielt es heute für möglich, dass er seinen Olympia-Start absagen muss.

Rothenbaum-Prozess auf der Zielgeraden

Im Prozess um die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers tagt in Wilmington im US-Staat Delaware jetzt die Geschworenen-Jury. Zuvor hatte der Richter ein paar Nebenpunkte der Klage des DTB zurückgewiesen - jedenfalls, wenn ich meine Quellen richtig deute (das US-Justizsystem ist mir noch immer ein Rätsel). Die Laienjury entscheidet nun nur über die zentrale Frage, ob die ATP-Tour ein rechtswidriges Kartell darstellt.

Das letzte Wort dürfte danach noch nicht gesprochen sein. Höchstwahrscheinlich geht die unterlegene Seite in Berufung.

Im Hauptartikel von vor acht Tagen gibt es ein paar Hintergründe zum Prozess.

Schüttler darf nach Peking - ITF zürnt

Das war ja eine herzliche Begrüßung: Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat heute geurteilt, dass Rainer Schüttler bei den Olympischen Spielen antreten darf. Der Welttennisverband ITF reagierte mit folgenden Worten: "Während wir zur Kenntnis nehmen, dass das deutsche NOK möglicherweise nicht begreift, wie das Profitennis funktioniert, gibt es für Herrn Schüttler keine Entschuldigung. Er ist im Begriff, einen Startplatz einzunehmen, der seinem Landsmann Denis Gremelmayr oder dem ersten Nachrücker Michael Berrer zusteht."

Das halte ich für eine wüste Beleidigung, die mutwillig Tatsachen verdreht. Der ITF unterstellt, dass Gremelmayr oder Berrer nach Peking gefahren wären, wenn sich Schüttler nicht eingeklagt hätte. Das trifft aber nicht zu. Es wäre zwar fair gegenüber diesen beiden gewesen, wenn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sie nominiert hätte. Denn die internationalen Startkriterien haben sie erfüllt. Der DSOB hat aber seine eigenen nationalen Kriterien. Die halte ich zwar für übertrieben anspruchsvoll, sie anzuwenden ist aber seit eh und je olympische Praxis. Gremelmayr und Berrer haben diese Kriterien nicht erfüllt. Der DOSB hätte die beiden auf gar keinen Fall nominiert. Schüttler konnte ihnen die Startplätze also gar nicht wegnehmen.

Die ITF war öffentlich ungehalten darüber, dass Gremelmayr und Berrer (und der Israeli Dudi Sela) von ihren NOKs nicht nach Peking geschickt wurden. Was dann passierte, ist dies: Die ITF strich diese drei Namen einfach nicht von der Teilnehmerliste. Das geschah offentlichtlich, um zu verhindern, dass jemand anders nachrücken kann. Denn der erste Nachrücker (gemäß der maßgeblichen Weltrangliste vom 9. Juni) wäre ausgerechnet ein Deutscher gewesen: Rainer Schüttler. Die ITF wollte offenbar deutlich machen: "Wenn ihr Deutschen den Gremelmayr und den Berrer nicht fahren lasst, dann werden wir euch auf keinen Fall damit belohnen, dass stattdessen ein anderer Deutscher nachrückt."

Die Position ist etwas bockig, aber irgendwie noch nachvollziehbar. Vermutlich wäre die ITF aber schon damit vor dem CAS nicht durchgekommen. Sie hat nämlich in ihrem eigenen Regelwerk nirgends festgeschrieben, dass in einem solchen Fall kein Landsmann eines nicht Nominierten nachrücken darf.

Es wurde aber noch wilder: Es sagten Spieler aus anderen Ländern verletzt ab. Rainer Schüttler wäre der erste Nachrücker gewesen. Die ITF strich die Verletzten aber einfach nicht von ihrer Liste. Man wollte jetzt offenbar mit aller Gewalt verhindern, dass ein Deutscher nachrückt. (Die Argumentationslinie: Wenn Gremelmayr und Berrer nominiert gewesen wären, wäre das Kontingent von vier Startplätzen pro Nation für Deutschland schon ausgeschöpft gewesen. Schüttler hätte in diesem Fall tatsächlich nicht mehr nachrücken können. Andererseits: In ihren eigenen Regeln hat die ITF festgelegt, dass die NOKs unter allen qualifizierten Spielern eines Landes frei auswählen dürfen, welche vier sie nach Peking schicken. Schüttler wäre, wenn alles so gelaufen wäre, wie es sich die ITF wünscht, nur daran gescheitert, dass er so spät nachrückte, dass zu diesem Zeitpunkt Gremelmayr und Berrer ihre Nominierung längst in der Tasche gehabt hätten.)

Hier die vollständige Pressemitteilung des ITF

Das nächste Aufregerthema zeichnet sich schon ab: Wer spielt für Deutschland im Doppel? Nominiert waren ursprünglich Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber. Kiefer will jetzt aber unbedingt mit Schüttler spielen. Die beiden holten schließlich in Athen gemensam Silber. Wenn man die Doppel-Ergebnisse der drei deutschen Olympia-Starter in diesem Jahr als Maßstab nähme, müsste das deutsche Doppel hingegen noch mal wieder anders aussehen: Dann würden Kohlschreiber und Schüttler spielen.

Sieger der Woche: Andy Murray

Auch 2006, als Roger Federer der Konkurrenz meilenweit überlegen war, kam es vor, dass er aus einem Turnier frühzeitig ausschied. In Cincinnati verlor er damals in der zweiten Runde gegen den ungesetzten Schotten Andy Murray.

Der Junge scheint sich wohlzufühlen in Ohio: Jetzt sicherte er sich in Cincinnati den ersten Masters-Titel seiner Karriere. Im Endspiel schlug er Novak Djokovic mit 7:6 und 7:6.

Hier gibt's alle Ergebnisse aus Cincinnati.

Sonntag, 3. August 2008

Stich und Kiefer bei Jörg Pilawa

Beim ARD-Quiz mit Jörg Pilawa treten an diesem Dienstag (5. August) um 18.55 Uhr Michael Stich und Nicolas Kiefer an. Es ist eine Olympia-Sonderausgabe. Weitere Kandidaten sind Britta Heidemann (Fechten) und Marcel Hacker (Rudern).

Am Mittwoch zur selben Uhrzeit kommt eine weitere Olympia-Sonderausgabe. Dann mit Henry Maske (Boxen), Linda Bresonik (Fußball), Andreas Dittmer (Kanu) und Sandra Völker (Schwimmen).

Erster Challenger-Titel für Daniel Brands

Daniel Brands hat heute sein erstes Turnier auf der Challenger-Tour gewonnen. In Temeschwar (Rumänien) schlug er den Spanier Daniel Munos-de la Nava mit 6:4 und 7:6.

Daniel Brands ist 21 Jahre alt und in Weltrangliste momentan auf Platz 218. Er hat einen beeindruckenden Aufschlag, kann aber auch sonst ganz gut mit dem Ball umgehen. Das war jedenfalls mein Eindruck, als ich ihn im Februar beim Challenger in Wolfsburg gesehen habe. (Hier gibt's den Live-Report von damals.)

Und hier die Ergebnisse aus Temeschwar.

Olympia: Schüttler zieht vor Gericht

Jetzt soll der Internationale Sportgerichtshof CAS entscheiden, ob Rainer Schüttler an den Olympischen Spielen teilnehmen darf. Schüttler hat den CAS angerufen, weil der internationale Tennisverband ITF mehrere Spieler noch immer auf der Olympia-Teilnehmerliste führt, obwohl diese von ihren nationalen Verbänden nicht nominiert wurden. Würden die Namen rechtzeitig gestrichen, würde Schüttler als Nachrücker einen Startplatz in Peking bekommen. Andernfalls könnten kurzfristig nur Spieler ins Einzel-Starterfeld nachrücken, die als Doppelspezialisten sowieso in Peking dabei sind.

Der Verdacht liegt nahe, dass die ITF verhindern möchte, dass ausgerechnet ein deutscher Spieler nachrückt. Denn zwei der Spieler, die auf der international gültigen Weltrangliste vom 9. Juni vor Rainer Schüttler standen, aber von ihrem nationalen olympischen Komitee nicht nominiert wurden, sind die Deutschen Denis Gremelmayr und Michael Berrer. Die ITF hat öffentlich erklärt, dass es die nationalen Nominierungskriterien ungerecht findet.

Der CAS hat für die Olympischen Spiele extra ein Büro in Peking eingerichtet. Schüttlers Fall wird dort am Montag ab 9.30 Uhr Ortszeit verhandelt. Das ist heute Nacht um 3.30 Uhr MESZ.

Hier die Pressemitteilung des CAS.

Mehr über das Nominierungsverfahren gibt es hier.

Nadal doch nicht unschlagbar

Zu viel gefeiert? Einen Tag, nachdem sich Rafael Nadal den ersten Platz in der Weltrangliste erobert hatte, verlor er nach 32 Siegen in Folge erstmals wieder ein Tennisspiel. Im Halbfinale von Cincinnati gewann Novak Djokovic mit 6:1 und 7:5.

Für Roger Federer bedeutet das: Noch zwei Wochen Schonfrist, bis er die Spitzenposition offiziell an Rafael Nadal abgeben muss. (Das Turnier von Cincinnati fand wegen der Olympischen Spiele in diesem Jahr zwei Wochen eher statt als 2007. Deshalb verliert Federer die 500 Punkte für seinen Turniersieg 2007 erst in zwei Wochen. Hätte Nadal das Turnier in diesem Jahr gewonnen, wäre er trotzdem schon morgen Weltranglistenerster geworden.)

Samstag, 2. August 2008

Jetzt ist es amtlich: Nadal wird Nummer 1

Die letzten theoretischen Zweifel sind beseitigt. Heute Nacht erreichte Rafael Nadal beim Masters-Turnier in Cincinnati das Halbfinale. Spätestens in zwei Wochen wird er die neue Nummer 1 der Weltrangliste sein. (In zwei Wochen verliert Roger Federer seine 500 Punkte vom Turniersieg in Cincinnati 2007). Wenn Nadal sein Halbfinale gegen Novak Djokovic gewinnt, ist er schon in einer Woche die Nummer 1. Gewinnt er das Turnier, steht er schon gleich am kommenden Montag ganz oben.

Freitag, 1. August 2008

Jacco Eltingh keilt zurück

Wie der Prozess um die Zukunft des Hamburger Rothenbaum-Turniers ausgehen wird, dazu gibt es wohl noch immer keine zuverlässigen Prognosen. Die Geschworenen in Wilmington im US-Staat Delaware werden voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche entscheiden. Danach dürfte die Sache zur nächsten Instanz wandern.

Immerhin gibt es schon jetzt immer wieder ein paar bemerkenswerte Zeugenaussagen. Am Donnerstag war Jacco Eltingh an der Reihe. Der Holländer, ehemals ein Doppelspezialist auf der ATP-Tour war bis vor ein paar Monaten Spieler-Vertreter im ATP-Vorstand - bis der Spielerrat ihn abberief. Die Profis fühlten sich von ihm nicht mehr vertreten. Viele von ihnen wollen das Hamburger Turnier gern als Masters erhalten.

Vor Gericht sagte Eltingh, was er von den aktiven Spielern hält: "Viele der Spieler, die derzeit aktiv sind, denken vor allem an ihre eigenen Interessen. Sie denken kurzfristig - an die Zeit, in der sie selbst spielen. Für sie ist es oft sehr schwer, das Gesamtbild zu überblicken."

Da gab es mal den Ausspruch des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm: "Es ist dem Untertan nicht gestattet, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen." Ärgerlich nur für Herrn Eltingh, dass ihm offenbar jemand verkehrt Bescheid gesagt hatte: Er war im ATP-Vorstand nicht Obrigkeit, sondern Vertreter eben jener aktiven Spieler.

Hier gibt's mehr über den Rothenbaum-Prozess.

Noch ein bisschen Bildblog zum Fall Abel

Heute begeben wir uns mal auf die Spuren des wohl erfolgreichsten deutschen Blogs: Bildblog. Die Kollegen aus Berlin schauen sich ja ihre Lieblingszeitung täglich daraufhin durch, was wieder alles nicht stimmt oder welche Geschichten eigenartig verdreht ins Blatt gefunden haben.

Vor einer Woche meldeten wir an dieser Stelle, dass die Bild-Zeitung einem deutschen Tennisspieler eine Schlagzeile ( "Droht Tennisprofi Knast?") widmete: Maximilian Abel.

Jelena wies dankenswerterweise darauf hin, dass der Wiesbadener Kurier schon im Mai über die Sache berichtete.

Jetzt kam ein weiterer Hinweis von Jan: Auch die Bild griff die Story schon damals auf. Jan schreibt: "Damals ging es allerdings um 820 Euro und Abel's Kreditkarte war nicht gedeckt.
Jetzt geht es angeblich um 460 Euro und er hatte eine gestohlene Kreditkarte dabei. Komischerweise ist der zweite Artikel so geschrieben, als hätte es vorher noch keinen Bericht über Abel gegeben."

Hier der Bericht aus dem Wiesbadener Kurier
Hier der erste Bild-Artikel
Hier der zweite Bild-Artikel

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zackstennis@web.de


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