Zacks Tennis

Sonntag, 28. September 2008

Challenger-Finale für Reister


Julian Reister (22) ist in meinem Blog schon gelegentlich vorgekommen. Bislang hatte das vor allem einen Grund: Er kommt aus der Nähe von Hamburg und spielte aus naheliegenden Gründen oft genau da, wo ich zuguckte - zum Beispiel bei der Qualifikaion am Rothenbaum oder in der Zweiten Bundesliga in Hartenholm.
Heute gibt es über Reister mal eine Nachricht aus der Ferne. Er stand beim Challenger in Trnava (Slowakei) im Endspiel. Das hat er gegen Alberto Martin (Spanien) glatt mit 2:6, 0:6 verloren. Trotzdem ein großer Erfolg: Bei dem Turnier waren fünf Spieler aus den Top 100 am Start. Reister kam über die Qualifikation ins Hauptfeld. Das Finale bringt ihn in der Weltrangliste von Platz 402 in etwa auf Platz 280. Dort stand er vor gut einem Jahr schon mal. Zuletzt musste man befürchten, Reister würde als ewiges Talent in der Versenkung verschwinden. Das sieht jetzt wieder etwas besser aus.

Hier die Ergebisse aus Trnava

Sieger der Woche: Roddick und Tsonga

Im Januar kam Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) bei den Australian Open überraschend bis ins Finale. Danach hatte er nicht mehr viele Möglichkeiten zu zeigen, dass das kein Zufallstreffer war. Den ganzen Sommer über musste er mit kaputtem Knie pausieren. Jetzt ist er wieder da. Gleich das zweite Turnier nach seiner Verletzungspause hat er gewonnen. Und sich nebenbei für seine Finalniederlage in Melbourne revanchiert. Im Finale von Bangkok gewann Tsonga 7:6, 6:4 gegen Novak Djokovic (Serbien).

Im Endspiel von Peking setzte sich Andy Roddick (USA) gegen Dudi Sela (Israel) mit 6:4, 6:7, 6:3. Die ganz großen Titel holt der frühere Weltranglistenerste zwar schon lange nicht mehr. Aber nach Dubai und San Jose ist Peking für Roddick schon der dritte Turniersieg in diesem Jahr.

Die deutschen Halbfinalisten in Peking hatten wir ja schon hier abgehandelt.

Hier die Ergebnisse aus Bangkok

Und hier aus Peking

Papa Djokovic wittert Verschwörung

Zwei schwere Lose für das serbische Tennis:

Das erste schwere Los ist die Erstrunden-Begegnung im Davis-Cup 2009. Da müssen die Serben nach Spanien.

Das zweite schwere Los ist der Vater von Novak Djokovic. Der Mann hat in dieser Woche eine wilde Verschwörungstheorie gesponnen. Punkt 1: Der Tennis-Weltverband ist Serbien übel gesonnen; die Davis-Cup-Auslosung wurde deshalb zum Nachteil Serbiens manipuliert. Punkt 2: Diese Manipulation ist ein ganz normaler Vorgang. Alle wissen das, und die anderen Länder leisten erfolgreich Lobbyarbeit, um vernünftige Auslosungen zu bekommen. Nur Serbiens Verbandspräsident Slobodan Zivojinovic ist zu blöd dazu. Punkt 3: Früher ist auch sein Sohn Novak auf der ATP-Tour regelmäßig benachteiligt worden. Erst seitdem er Leute beschäftigt, die für ihn Lobbyarbeit machen, klappt es besser mit den Spielansetzungen.

Srdjan Djokovic redet viel, wenn der Tag lang ist. In Serbien nimmt ihn offenbar schon lange niemand mehr ernst. Trotzdem ist es natürlich eine heiße Sache, wenn der Vater des Weltranglistendritten behauptet, sein Sohn beschäftige Leute, die dafür zuständig sind, Auslosungen zu manipulieren. Der wahre Kern der Sache dürfte dieser sein: Wenn Novak Djokovic dem Turnierveranstalter sagt: "Ich möchte am Abend spielen." oder "Ich möchte erst am Dienstag spielen.", dann erfüllt man ihm diesen Wunsch inzwischen. Dass das früher nicht so war, liegt aber nicht an erfolgreicher Manipulationsarbeit, sondern daran, dass er mittlerweile ein Superstar ist und das vor zwei Jahren noch nicht war.

Ach ja, in Serbien nimmt niemand mehr Papa Djokovic ernst. Außerhalb von Serbien aber auch nicht. Deshalb gibt's für diese Geschichte nur eine serbische Quelle und eine Forums-Übersetzung ins Englische.

Samstag, 27. September 2008

Gute Chinawoche für Schüttler und Phau

Bei den Olympischen Spielen war schnell Schluss für Rainer Schüttler. Bei seinem zweiten Anlauf in Peking hatte er jetzt doch noch ein Erfolgserlebnis: Halbfinale. Dort verlor er heute allerdings glatt gegen den jungen Israeli Dudi Sela. Vorher hatte Schüttler immerhin Richard Gasquet (Nr.12) geschlagen.

Noch beachtlicher die Leistung von Björn Phau, der in den letzten zwei Jahren den Anschluss an die Top 100 verloren hatte. Er bezwang den Chilenen Fernando Gonzalez (Nr. 11), den Pekinger Bronzemedaillengewinner von neulich. Im Halbfinale konnte Phau dann gegen Andy Roddick immerhin einen Satz gewinnen.

Einen Moment lang war ich der Ansicht, es müsse eine halbe Ewigkeit her sein, dass zuletzt ein ATP-Turnier zwei deutsche Halbfinalisten hatte. Ist es aber gar nicht. Im Juni in Halle war Nicolas Kiefer im Halbfinale und Philipp Kohlschreiber im Finale. Beide verloren gegen Roger Federer.

Hier die Ergebnisse aus Peking

Freitag, 26. September 2008

Wachsfiguren-Ratespiel

Na, wer ist denn wohl das?



Die Auflösung gibt es hier.

Die Wachsfigur steht übrigens im chinesischen Nationalmuseum.

Mittwoch, 24. September 2008

Böses Ende für Djokovic 2

2:6 und 0:6. Marko Djokovics Ausflug in die Welt der ganz Großen nahm ein böses Ende. Der 17-jährige kleiner Bruder von Australian-Open-Sieger Novak Djokovic hatte in der ersten Runde des ATP-Turniers von Bangkok gegen den formschwachen Finnen Jarkko Nieminen nicht den Hauch einer Chance. Mit seiner Zirkuspferd-Wild-Card hat der Turnierveranstalter dem Jungen wohl eher keinen Gefallen getan.

Dienstag, 23. September 2008

Kas/Kohlschreiber 2009 regelmäßig zusammen

Christopher Kas, als Nummer 25 der beste Deutsche in der Doppel-Weltrangliste, will in den nächsten zwei Jahren ein Grand-Slam-Turnier gewinnen. Fragt sich nur, mit welchem Partner. Bei den US-Open war er an der Seite von Philipp Petzschner im Viertelfinale. "Ich spiele unglaublich gerne mit Philipp Petzschner", sagte Kas den Rosenheimer Nachrichten. Der aber lege seine Priorität nach wie vor aufs Einzel.

Im nächsten Jahr will Kas den Großteil der Turniere mit Philipp Kohlschreiber spielen, mit dem er im Juli in Stuttgart seinen ersten Titel auf der ATP-Tour holte.

Schon in diesem Oktober in Wien und Basel werden Kas und Kohlschreiber antreten. Wenn die beiden weiter erfolgreich spielen, liegt die Vermutung nahe, dass sie auch das Davis-Cup-Stammdoppel bilden werden.

Davis-Cup 2009 ausgelost

Hier die Auslosung den Davis-Cup 2009:

Argentinien - Niederlande
Tschechien - Frankreich
USA - Schweiz
Kroatien - Chile

Schweden - Israel
Rumänien - Russland
Deutschland - Österreich
Spanien - Serbien

Gespielt wird vom 6. bis zum 8. März.

Montag, 22. September 2008

Florian Mayer plant Comeback

Florian Mayer bekommt eine Wild Card für das Challenger-Turnier von Heilbronn (25. Januar bis 2. Februar 2009). „Wir wollen Florian helfen, wieder nach oben zu kommen. Er hat noch viel Potenzial; er ist jung", sagte Turnierdirektor Uli Eimüllner der "Heilbronner Stimme".

Die ehemalige Nummer 33 der Welt hat nach einer Formkrise seit Mai keine Turniere mehr gespielt ist auf Platz 349 abgerutscht. Anfang des Jahres spielte er noch für Deutschland im Davis-Cup.

Im Zacks-Tennis-Interview hatte Florian Mayer neulich angekündigt, frühestens Ende November wieder Turniere zu spielen. "Ich wollte einfach mal eine längere Pause einlegen, damit ich den Spaß am Tennis wiederbekomme." Das Turnier in Heilbronn ist das erste, für das er öffentlich zugesagt hat. Es ist üblicherweise ein sehr stark besetztes Challenger. Der Termin liegt in der zweiten Woche der Australian Open. Regelmäßig treten dort mehrere Top-100-Spieler an, die in Melbourne zu dem Zeitpunkt schon ausgeschieden sind.

Argentinier wollen Teppich verlegen

Argentinien gegen Spanien. Das klingt nach zähen Grundlinienduellen auf knöcheltiefem Sand.
Im Davis-Cup-Finale (21. bis 23. November) wird es aber anders kommen. Die Argentinier wollen in der Halle spielen - auf Teppich, dem Bodenbelag, der eigentlich für nordeuropäische Aufschlag-Ungeheuer erfunden wurde. Austragungsort soll Córdoba sein.

Die Vorlieben der argeninischen Profis haben sich geändert. Die beiden Spitzenspieler David Nalbandian und Juan Martin del Potro fühlen sich auf schnellem Untergrund nicht minder wohl als auf Sand. Freilich gilt das mittlerweile auch für ihren Finalgegner Rafael Nadal.

Die Auslosung für den Davis-Cup 2009 ist übrigens schon an diesem Dienstag. (Hier klicken)

Sonntag, 21. September 2008

Spanien und Argentien im Davis-Cup-Finale

Spanien und Argentinien treffen im Davis-Cup-Finale vom 28. bis 30. November aufeinander. Damit setzten sich im Halbfinale die Heimmannschaften durch. Im Finale haben die Argentinier Heimrecht.

Nicht nur die Halbfinals wurden an diesem Wochenende gespielt, sondern auch die Auf- und Abstiegsspiele. In die 16 Länder umfassende Weltgruppe sind die Schweiz, die Niederlande, Kroatien und Chile aufgestiegen. Damit darf weiter spekuliert werden, ob Roger Federer 2009 versucht, den Davis-Cup zu gewinnen.

Absteiger sind Belgien, Großbritannien, Südkorea und Peru. Österreich sicherte sich den Klassenerhalt mit einem Auswärtssieg auf dem Rasen von Wimbledon. Der schottische US-Open-Finalist Andy Murray gewann zwar seine beiden Einzel, aber das reichte nicht für die Briten.

Hier gibt es alle Davis-Cup-Ergebnisse.

Samstag, 20. September 2008

Zverev will jetzt auch Grundlinie spielen

Wer zum ersten Mal Mischa Zverev Tennis spielen sieht, staunt Bauklötze: Der Hamburger Jung rennt nach jedem Aufschlang ans Netz. Sowas sah man 1987, in dem Jahr, als Zverev geboren wurde, manchmal. Aber doch nicht im 21. Jahrhundert...

Zum Zuschauen ist das eine großartige Sache, und Zverev ist mit seinem eigenwilligen Stil unter die ersten 100 der Welt gelangt. Aber in diesem Jahr ging es nicht mehr recht voran. Oft gewinnt er den ersten Satz, dann hat sich sein Gegner an die Spielweise gewöhnt und dreht das Match, und ich war nicht der Einzige, der dachte: Mischa sollte vielleicht auch mal was anderes ausprobieren als immer nur Serve-und-Volley. Bisher hat Zverev solche Vorschläge immer zurückwiesen. "Ich habe meinen Stil gefunden, und das ist Serve-und-Volley", sagte er sinngemäß. Dabei zeigt er bei Aufschlagspielen der Gegner immer wieder, dass er auch von hinten spielen kann.

Darauf will er jetzt endlich aufbauen: "Mein nächstes Ziel ist, mein Grundlinienspiel zu verbessern, um variabler zu werden", sagt er im Interview mit dem Hamburger Abendblatt. Das Gespräch ist sehr lesenswert. Mischa Zverev erzählt darin viel über den Alltag als Tennisprofi.

Freitag, 19. September 2008

Kiefer und Gremelmayr sagen Peking ab

Gestern standen noch drei deutsche Namen auf der Teilnehmerliste des ATP-Turniers in Peking, das am Montag beginnt. Heute Abend war von ihnen nur noch Rainer Schüttler übrig. Nicolas Kiefer und Denis Gremelmayr haben abgesagt. Dafür ist Björn Phau nachgerückt.

Denis Gremelmayr hatte schon in der vorigen Woche angedeutet, dass es mit Peking eventuell nichts werden könnte. Er hatte sich beim Challenger-Turnier in Bukarest den Knöchel verletzt, als er in der zweiten Runde umknickte.

Was mit Kiefer ist, weiß ich nicht. Vorgestern hat er auf seiner Internetseite noch bestätigt, dass er in Peking spielen wollte. Am Freitag spielte er noch bei einem Schauturnier in Vietnam.

Nachtrag: Kiefer gibt "persönliche Gründe" an. Er hat auch Tokio abgesagt und will erst Mitte Oktober zum Masters in Madrid wieder auf die Tour zurückkehren.

Davis-Cup: Argentinien und Spanien fast durch

Im Davis-Cup-Halbfinale führen nach dem ersten Tag Argentinien gegen Russland und Spanien gegen die USA jeweils mit 2:0.

Die Schweiz ist auf dem besten Wege, in die Weltgruppe aus 16 Mannschaften zurückzukehren. Sie führt 2:0 gegen Belgien. Bei Großbritannien-Österreich steht es 1:1.

Der Vollständigkeit halber: Deutschland hat als Viertelfinal-Verlierer spielfrei und ist im nächsten Jahr auf jeden Fall in der Weltgruppe dabei.

Hier gibt's alle Davis-Cup-Ergebnisse.

Mittwoch, 17. September 2008

Kiefer springt für Fish ein

Wegen der Verletzungsserie des US-Davis-Cup-Teams ist jetzt Nicolas Kiefer gefragt. Die Veranstalter eines Schauturniers in Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) am diesem Wochenende verpflichteten den Hannoveraner als Ersatzmann für Mardy Fish, der für das US-Davis-Cup-Team nachnominiert wurde. Die anderen Teilnehmer sind Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich), Tomas Berdych (Tschechien) und Robin Söderling (Schweden).

Vietnam liegt für Kiwi sowieso auf dem Weg: In den beiden kommenden Wochen spielt er die ATP-Turniere in Peking und Tokio. "Nun bin ich nach meiner Pause, die ich nach der Verletzungsaufgabe in der ersten Runde der US Open einlegen musste, wieder soweit hergestellt, dass ich einen Versuch wagen kann. Da kam die Ladung zum Schaukampf im Vietnam gerade recht", schreibt Kiefer auf seiner Internetseite.

Waske-Comeback im Oktober?

Vor fast genau einem Jahr verletzte sich Alexander Waske im Doppel des Davis-Cup-Halbfinals gegen Russland. Jetzt plant der Frankfurter sein Comeback für Mitte Oktober, wie er auf seiner Internetseite vermeldet. Bei welchem Turnier, lässt er offen. Vorstellbar wäre das Challenger in Kolding (Dänemark).

Es wäre schon sein dritter Comeback-Versuch nach den Australian Open im Januar (Aufgabe in der Quali), dem Masters-Turnier in Hamburg im Mai (zweite Runde im Doppel) und einem Bundesliga-Einsatz im Juli für Blau-Weiß Halle.

Dienstag, 16. September 2008

Davis-Cup: Bryan-Duo gesprengt

Im August 2002, spielte der amerikanische Doppelspezialist Mike Bryan in Long Island bei einem Vorbereitungsturnier für die US Open zusammen mit dem Inder Mahesh Bhupathi.
Danach spielte Mike Bryan mehr als sechs Jahre lang nur mit einem einzigen Partner, mit seinem Zwillingsbruder Bob. Ein Jahr später wurden die beiden das beste Doppel der Welt - und sind es mit kurzen Unterbrechungen bis heute geblieben.

Am kommenden Sonnabend muss Mike ohne Bob spielen. Bob hat sich die Schulter verletzt. Ausgerechnet im Davis-Cup-Halbfinale in Spanien, das für die USA ohnehin schon sehr schwer werden dürfte, zumal auch James Blake ausfällt.

Mike Bryans Ersatz-Doppelpartner wird vermutlich der nachnominierte Mardy Fish sein. Die Spanier sollten aber nicht zu vorschnell frohlocken. Mike Bryan kann durchaus nicht nur mit Blutsverwandten gewinnen. Im August 2002 in Long Island gewannen Bhupathi/Bryan das Turnier.

Samstag, 13. September 2008

Djokovic 2 als Zirkuspferd

Sergei Bubka spielt heute Nachmittag im Halbfinale des Challengers von Donezk (Ukraine). Der 21-jährige Sohn der gleichnamigen Stabhochsprung-Legende ist mittlerweile ein etablierter Spieler auf der Challenger-Tour. Schon als 17-Jähriger trat er häufig zu Challengers an. Die Turnierveranstalter gaben ihm Wild Cards, denn sie schmückten ihr Teilnehmerfeld gern mit dem großen Namen. Bubka verlor meist in der ersten Runde. Eines aber blieb ihm erspart: Er bekam nie eine Wild Card für ein Turnier der großen ATP-Tour, er kam nie in die Verlegenheit, sich von Leuten wie Federer oder Roddick die Bälle um die Ohren hauen zu lassen.

Marko Djokovic scheint da weniger Glück zu haben. Am Montag in einer Woche beginnt das ATP-Turnier von Bangkok, und eine der drei Wild Cards geht an Marko Djokovic, den kleinen Bruder des Australian-Open-Siegers und Weltranglistendritten Novak Djokovic.

Marko Djokovic ist vor drei Wochen 17 geworden und hat genau einen Weltranglistenpunkt. Platz 1730. Der stärkste Spieler, gegen den Marko je bei einem offiziellen Turnier antrat, war Adam Kellner aus Ungarn, die Nummer 664. Marko schlug sich wacker und verlor 3:6, 5:7.

In Bangkok drohen ihm Gegner wie Tomas Berdych, Carlos Moya oder Marat Safin. Da kann er froh sein, wenn die Sache 1:6, 2:6 endet. Im günstigsten Fall wird er gegen seinen großen Bruder gelost, der hat vielleicht Erbarmen.

Die Veranstalter in Bangkok gegen regelmäßig Wild Cards an hoffnungsvolle Talente aus aller Welt. Es gibt nun mal nicht so viele Thailänder, die in Frage kämen. Auch Novak Djokovic spielte 2004 mit einer Wild Card in Bangkok. Damals war er aber immerhin schon die Nummer 248 und hatte bei ATP-Turnieren in Europa erfolgreich die Qualifikation überstanden.

Ich will nicht ausschließen, dass Marko das in ein paar Jahren auch schafft. Aber nächste Woche in Bangkok ist er bloß ein Zirkuspferd.

Freitag, 12. September 2008

ATP: Dawidenko kein Wettbetrüger

Mehr als einem Jahr nach dem verdächtigen Zweitrundenmatch zwischen Nikolai Dawidenko (Russland) und Martin Vassallo-Arguello (Spanien) in Sopot (Polen) hat die ATP ihre Wettbetrugs-Untersuchungen eingestellt. Es gebe keine Verdachtsmomente gegen die beiden Spieler, teilte die Organisation mit.

Dawidenko (damals Nr. 4 der Welt) hatte im dritten Satz gegen den Weltrangslisten-87. verletzt aufgegeben. Wettbüros hatten auffällig hohe Einsätze auf Vassallo-Arguello verzeichnet.

Lesetipp aus der NZZ

Gut, dass es die Schweiz gibt. Dort gibt es noch Leitmedien mit ausführlicher Tennis-Berichterstattung in deutscher Sprache. Die Neue Zürcher Zeitung hat heute einen sehr empfehlenswerten Beitrag über Roger Federers taktische Möglichkeiten, auch im etwas höheren Alter dem Kraftpaket Rafael Nadal Paroli zu bieten: "Offensichtlich verweilte er (Federer) in alten, wenn auch erfolgreichen Mustern. Sein überirdisch anmutender Dauererfolg ist vielleicht ein Grund für die Zurückhaltung davor, mutig Neues zu probieren."

Autor ist Roger Stadler, Buchautor und zudem Bruder und Trainer des früheren Schweizer Davis-Cup-Spielers Roland Stadler.

Hier geht's zum Artikel

In der NZZ war unlängst auch zu erfahren, dass John McEnroes Vater John P. McEnroe (73) neuer ATP-Chef werden will.

Donnerstag, 11. September 2008

Gremelmayr doof umgeknickt

Denis Gremelmayr musste heute sein Zweitrundenmatch gegen Ivan Navarro in Bukarest verletzt aufgeben. Nach dem 3:5 im ersten Satz humpelte er noch zwei Spiele weiter bis zum 3:6 und 0:1. "Ich bin doof umgeknickt und habe ziemliche Schmerzen im Fußgelenk", sagte er. Ob er sein nächstes Turnier (ab 22. September in Peking) absagen muss, weiß er noch nicht. Am Freitag fliegt er nach Hause und will seinen Fuß dann untersuchen lassen.

Konfetti-Regen für Federer und Wawrinka

Nach den US Open war endlich Zeit zum Feiern. Roger Federer und Stanislas Wawrinka, die Schweizer Olympiasieger im Tennis-Doppel, standen heute im Konfetti-Regen auf dem Rathausbalkon von Basel. Sie feierten zusammen mit Radprofi Fabian Cancellara, dem Schweizer Olympiasieger im Zeitfahren.

Den ganzen Bilderreigen gibt's bei der Basler Zeitung.

Dienstag, 9. September 2008

Fast Bestbesetzung im Davis-Cup

In zehn Tagen beginnen die Davis-Cup-Halbfinals, und voraussichtlich werden die vier Mannschaften in Bestbesetzung antreten. Argentinien spielt in Buenos Aires gegen Russland und Spanien in Madrid gegen die USA.

Dies sind die voraussichtlichen Mannschaften:
Argentinien: David Nalbandian (Nr. 7), Juan Martin del Potro (Nr. 13), Agustin Calleri (Nr. 49), Guillermo Canas (Nr. 55)
Russland: Nikolai Dawidenko (Nr. 6), Igor Andreew (Nr. 20), Dimitri Tursunov (Nr. 26), Marat Safin (Nr. 39) oder Igor Kunizyn (Nr. 76)
Spanien: Rafael Nadal (Nr. 1), David Ferrer (Nr. 5), Fernando Verdasco (Nr. 15), Feliciano Lopez (Nr. 38)
USA: Andy Roddick (Nr. 8), James Blake (Nr. 11), Bob und Mike Bryan (Nr. 1 im Doppel)


In den Qualifikationsspielen für die Weltgruppe trifft unter anderem Österreich auf Großbritannien und die Schweiz (diesmal mit Roger Federer) auf Belgien.

Nachtrag: James Blake hat abgesagt - wegen Erschöpfung. Kapitän Patrick McEnroe hat Sam Querrey (Nr. 40) nachnominiert.

US-Open-Sieg: Federer ist wieder da

6:2, 7:5, 6:2 gegen Andy Murray. Jetzt hat Roger Federer die US Open fünf Mal hintereinander gewonnen. Und mit was für Wahnsinnsspielen im Halbfinale und im Finale! Mal kurz zur Erinnerung: Vor den US Open hatte Federer in diesem Jahr nicht nur keines der drei anderen Grand-Slam-Turniere für sich entscheiden können, er hat auch kein einiziges der sieben bisherigen Masters gewonnen.

Damit haben ja schon einige gerechnet, dass Roger Federer sich wieder fangen wird, wenn er sich daran gewöhnt hat, nicht mehr die Nummer 1 zu sein, und dass er auch noch das eine oder andere Grand-Slam-Turnier gewinnen würde. Aber dass es so schnell gehen würde? Hätte ich ja nicht gedacht, wie hier ("Was wird denn nun aus Roger?") nachzulesen ist.

Im August haben manche Leute noch gesagt, der Federer, der solle jetzt mal lieber seine Karriere beenden.

Wenn Federer jetzt noch seine Angst vor dem Gegner Rafael Nadal überwindet, wer weiß, vielleicht kommt er dann doch noch mal zurück an die Spitze.


Hier die Ergebnisse der US Open

Montag, 8. September 2008

Andy Murray

Die US Open dauern einen Tag länger als geplant. Weil am Sonnabend regnete und stürmte, ist das Herrenfinale auf Montag verschoben. Und es spielen: Roger Federer und Andy Murray.

Die beiden gewannen in zwei grandiosen Halbfinal-Matches gegen Novak Djokovic und Rafael Nadal. Im Moment glaube ich, Federer wird das Finale gewinnen. Er hatte einen Tag mehr Ruhepause. Auch wenn Murray heute klar besser als Nadal war, wird Federer sich gegen Murray leichter tun, als er es gegen Nadal getan hätte. Man redet im Sport ja viel von angeblichen Angstgegnern. Aber wenn es wirklich irgendwo auf der Welt einen Angstgegner gibt, dann ist es Nadal für Federer. Gegen den spielt er einfach nicht so locker wie sonst, und das schon seit Jahren.

(Kleine Nebenbemerkung, weil die Frage bei vielen jetzt auftauchen wird: Nadal bleibt trotzdem Nummer 1, Federer kann als Titelverteidiger keine Punkte in der Weltrangliste gutmachen.)

Sonntag, 7. September 2008

Klatsche für Beck

Kein guter Tag heute für Leute, die Beck heißen. Andreas Beck war im Finale des Challengers in Düsseldorf chancenlos. 3:6, 0:6 verlor er gegen Kristof Vliegen (Belgien).

Trotzdem ist dieser Sommer für Andreas deutlich besser verlaufen als für Kurt. Düsseldorf war für den 22-Jährigen schon das dritte Challenger-Finale in diesem Jahr. In Sarajevo und Dresden hatte er die Finals gewonnen. Außerdem hat ein Viertelfinale beim ATP-Turnier in Halle/Westfalen auf dem Konto und schaffte die Qualifikation für Wimbledon und die US Open.

Sieht ganz so aus, als könnte sich Andreas Beck schon bald unter den ersten 100 der Welt etablieren. Was ihm jetzt noch fehlt, ist ein Halbfinale oder sogar Finale bei einem ATP-Turnier. Das könnte ihm noch in diesem Jahr gelingen.

Zwei weitere Deutsche standen heute in Challenger-Finals: Alexander Flock verlor in Brasov (Rumänien) gegen Daniel Gimeno-Traver (Spanien). Für den 25-Jährigen aus Bergisch Gladbach (Nr. 314) war die Finalteilnahme dennoch der größte Erfolg in seiner Karriere. Simon Greul spielt heute Abend in Alphen (Niederlande) gegen Ivan Navarro-Pastor.

Nachtrag: Greul hat sein Finale gewonnen. Zwei Challenger-Titel in zwei Wochen. Mit dem Mann ist wieder zu rechnen. (Letzte Woche gewann er in Freudenstadt)

Samstag, 6. September 2008

Ösi-deutsches Junioren-Doppel gewinnt US Open

Es gibt in Deutschland und Österreich also doch noch hoffnungsvolle Nachwuchstalente: Cedrik-Marcek Stebe aus Vaihingen (Baden-Württemberg) und Nikolaus Moser aus Wien haben die Junioren-Doppelkonkurrenz gewonnen. Im Finale schlugen sie Henri Kontinen (Finnland) und Christopher Rungkat (Indonesien).

Hier die Ergebnisse vom Junioren-Doppel

Im Einzel war Stebe bis ins Viertelfinale gekommen. Moser verlor in der ersten Runde gegen den an 1 gesetzen Taiwanesen Yang Tsung-Hua.

Auf der Erwachsenentour hat Cedrik-Marcel Stebe, der im Oktober 18 wird, bislang nur ein einziges Turnier gespielt. Beim Challenger in Braunschweig setzte sich der Linkshänder in der ersten Runde gegen Artem Sitak (Russland/Nr.321) durch und verlor in Runde 2 gegen Brian Dabul (Argentinien/Nr.116).

Niki Moser hat im Sommer seine ersten Ranglistenpunkte bei den Erwachsenen auf Future-Turnieren in Venezuela gesammelt und kam dort immerhin einmal ins Halbfinale.

Freitag, 5. September 2008

Maximilian Abel verhaftet

Maximilian Abel, deutscher Meister von 2003 und ehemalige Nummer 183 der Weltrangliste, ist verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft hatte schon vor mehreren Wochen Anklage wegen Kreditkartenbetrugs erhoben. Aber Abel machte weiter - offenbar, um sich seinen Kokainkonsum zu finanzieren. Mit gestohlenen Geldkarten ging er zum Bankautomaten - mit einem Bettlaken über dem Kopf.

Nach Angaben der Polizei bestand Fluchtgefahr: Abel wollte sich in die Karibik absetzen. Turniere spielen kann er im Moment sowieso nicht. Er ist noch bis Januar 2010 wegen Dopings gesperrt. Abel wurde positiv auf Kokain getestet. Als Junior war Abel (jetzt 26 Jahre alt) in seinem Jahrgang zusammen mit Andy Roddick einer der Besten der Welt.

Donnerstag, 4. September 2008

6:7, 7:6, 7:5

6:7, 7:6, 7:5. Ein Spiel mit diesem Ergebnis ist eines, das ebensogut andersrum hätte ausgehen können, wenn der Sieger im entscheidenden Moment nicht bessere Nerven gehabt hätte - oder einfach nur Glück. Gilles Müller aus Luxemburg hatte dieses Glück. Der Kerl, der in diesem Moment (live auf Eurosport) im Viertelfinale der US Open auf Augenhöhe mit Roger Federer kämpft.

6:7, 7:6, 7:5 ist das Ergebnis, mit dem Gilles Müller vor mehr als zwei Wochen sein erstes von drei Qualifikationsmatches für die US Open gewonnen hat. Gegen einen Typen aus Algerien namens Lamine Ouahab. Auch sein Quali-Finale gegen Tobias Kamke aus Lübeck war eine enge Kiste.

Vor den US Open hatte Müller, mit 25 Jahren bis dato die Nummer 130 in der Welt, darüber nachgedacht, ob er den Beruf des Tennisspielers aufgeben sollte. Solche Entscheidungen hängen manchmal einfach vom Zufall ab. Müller hat in New York Stars wie Tommy Haas, Nicolas Almagro und Nikolai Dawidenko bezwungen. Um ein Haar wäre es zu diesen Spielen gar nicht gekommen.

Kas/Kohlschreiber wollen weiter gewinnen

Bei den US Open hat das deutsche Doppelgespann Christopher Kas und Philipp Petzschner mit dem Viertelfinale für Furore gesorgt. Die beiden, die schon 2005/06 regelmäßig zusammen spielten, werden in der kommenden Hallensaison zumindest teilweise wieder getrennte Wege gehen. In Wien (6. bis 12. Oktober) und Basel (20. bs 26. Oktober) spielt Kas im Doppel mit Philipp Kohlschreiber. Auch keine schlechte Kombination; Kas/Kohlschreiber hatten im Juli in Stuttgart den Titel gewonnen.

Mittwoch, 3. September 2008

ATP bloggt jetzt selber

Die ATP betreibt seit ein paar Tagen einen eigenen deutschsprachigen Blog. Genau genommen ist es die PR-Agentur Zucker Kommunikation, die die Öffentlichkeitsarbeit für die ATP in Deutschland macht. "Wir werden alles daran setzen, dass es eine Bereicherung für das schmale deutschsprachige Tennisangebot im Netz wird", sagen die ATP-Blogger. Es sei ihnen natürlich klar, dass es ein Unterschied macht, ob man frei blogge oder offiziell für einen Verband, das Blog sei aber offen für Diskussionen.

Das Blog scheint mir auf jeden Fall einen Klick wert zu sein. Vieles, was man dort findet, ist inhaltlich von der englischsprachigen ATP-Seite übernommen, aber längst nicht alles.

Hier geht's zum ATP-Blog www.feelit-tennis.de

Der Turnierkalender 2009 ist da

Ich bin im Moment wenig zu Hause, und hänge deshalb mit der Aktualität von Zacks Telegramm etwas hinterher. Ab nächste Woche wird das wieder besser.

Also ein wichtiger Nachtrag: Schon vor ein paar Tagen hat die ATP den Turnierkalender für 2009 veröffentlicht. Die ATP war damit ziemlich spät dran, nicht zuletzt, weil ungewiss war, was aus dem Hamburger Rothenbaum-Turnier wird, das den Masters-Status verlieren wird. Die ATP geht nun offenbar davon aus, dass der Deutsche Tennis-Bund das Angebot annimmt, das Turnier in Hamburg als Turnier der neuen 500er-Kategorie fortzuführen, und zwar im Juli statt im Mai. Bodenbelag bleibt Sand.

Das Rothenbaum-Turnier soll vom 20. bis zum 26. Juli stattfinden und 48 Teilnehmer haben. Beim Masters waren es zuletzt 56. Parallel findet ein etwas kleineres Hartplatz-Turnier in Indianapolis statt.

Hier ein Link zum Turnierkalender. Es ändern sich neben Hamburg auch noch ein paar andere Dinge. Der neue Turnierkalender wird Thema meines Haupt-Artikels am Sonntag sein. (Es sei denn, bei den US Open passieren irgendwelche völlig abgedrehten Sachen...)

Prinz-von-Asturien-Preis für Nadal

Wimbledonsieger, Olympiasieger und Weltranglisten-Erster ist Rafael Nadal schon. Jetzt bekommt er auch noch den Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Sport. Die Preisverleihung ist - Zitat Wikipdia - "ein akademisches Ereignis ersten Ranges". Es ist zwar ein spanischer Preis, die Preisträger kommen aber aus der ganzen Welt. Letztes Jahr war es Michael Schumacher. Die letzte Tennisspielerin, die mit dem Prinz-von-Asturien-Preis ausgezeichnet wurde, war 1999 Steffi Graf.

Nach welchen Kriterien der Preis vergeben wird, erschließt sich mir nicht ganz. Vorsitzender der Sport-Jury ist der frühere IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch (seines Zeichens Preisträger von 1988).

1990 gewann Hans-Dietrich Genscher den Preis in der Kategorie "Internationale Zusammenarbeit", 1996 Helmut Kohl, 2007 war es Al Gore. In der Kategorie "Kommunikation und Humanwissenschaften" gewann in diesem Jahr Google.

Montag, 1. September 2008

Greul gewinnt in Freudenstadt

Vor zwei Jahren war Simon Greul noch die Nummer 75 in der Welt. Dann folgten neun Monate Formtief und sechs Monate Verletzungpause. In der vorigen Woche gewann er zum ersten Mal nach seiner Rückkehr auf die Tour wieder ein Challenger-Tunrier. In Freudenstadt gewann er im rein deutschen Finale gegen Matthias Bachinger mit 6:3 und 6:4. Damit ist Greul ab der nächsten Woche immerhin wieder unter den ersten 200 der Welt.

Hier die Ergebnisse aus Freudenstadt.

Kontakt

zackstennis@web.de


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