Zacks Tennis

Freitag, 31. Oktober 2008

Beck will DM-Titel verteidigen

Wenn der Profizirkus in der Winterpause ist, dann trägt der Deutsche Tennisbund (DTB) seine nationalen Meisterschaften aus - in diesem Jahr vom 9. bis zum 14. Dezember in Offenburg.

Vorjahressieger Andreas Beck will seinen Titel verteidigen. Diese Nachricht ist nicht ganz selbstverständlich. 2007 gewann er als Nummer 210 der Weltrangliste. Heute ist er Nummer 102 und somit in Regionen vorgedrungen, in denen Spieler sich im Dezember meist lieber auf den Saisonstart mit den Australian Open im Januar vorbereiten. "Ich versuche aber, die Deutschen Meisterschaften in meine Vorbereitung auf die kommende Saison einzubauen", sagt Beck.

Seit Jahren hat der DTB dem Deutschen Meister immer eine Wild Card für das Hamburger Rothenbaum-Tunrier spendiert. Weil Hamburg im nächsten Jahr seinen Masters-Status verliert, wäre dieser Preis - sofern er denn weiterhin vergeben wird - nur noch halb so bedeutend. Da darf man beim DTB doppelt erleichtert sein, dass jemand wie Andreas Beck trotzdem noch bei den Deutschen Meisterschaften mitmacht.

Federer schont sich für Schanghai

Roger Federer hat heute sein Viertelfinale gegen James Blake (USA) beim Masters-Turnier in Paris wegen Rückenbeschwerden abgesagt:

"Als vorbeugende Maßnahme und da ich sowieso nicht in der Lage wäre, heute Abend 100% Leistung zu bringen, musste ich den schwierigen Entscheid fällen, nicht anzutreten", steht auf seiner Internet-Seite.

Paris war sein drittes Turnier innerhalb von drei Wochen. So einen Kraftakt tut er sich sonst so gut wie nie an. Da ist es nicht wirklich überraschend, dass er das Turnier nicht zu Ende spielt und sich stattdessen fürs Masters-Finale in der übernächsten Woche in Schanghai schont. James Blake, der wegen Federers Absage ins Halbfinale vorrückt, hat damit plötzich auch wieder ganz gute Chancen, sich für Schanghai zu qualifizieren.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Nadal wünscht sich ATP-Chef aus Europa

Im November, so heißt es, will die ATP ihren neuen Chef präsentieren. Namen werden viele gehandelt, seitdem der umstrittene Etienne de Villiers auf Druck der Spielervertreter seinen Abschied zum Jahresende bekanntgab.

Es sind australische Namen und vor allem Namen aus den USA, die gehandelt werden. Das scheint mir aber in erster Linie daran zu liegen, dass die amerikanischen Medien am fleißigsten rumspekulieren. Gegen eine amerikanische Lösung spricht: Einer der wichtigsten Kritikpunkte an de Villiers war, er würde seine Politik zu stark am amerikanischen Markt orientieren.

Ein gewichtiges Wort bei der Neubesetzung wollen Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic als Mitglieder des ATP-Spielerrats mitreden. Und Nadal stelle jetzt in einem Interview mit der französischen Sportzeitung L'Equipe klar: "Ich wünsche mir, dass es ein Europäer wird und dass er nicht so arrogant ist wie de Villiers." (Das vollständige Interview inklusive der Passage zu de Villiers ist nicht online, aber hier gibt's ein paar Ausschnitte.)

Mögliche Kandidaten für den ATP-Chefsessel hatte ich neulich schon vorgestellt. Damals hatte ich es für eher unwahrscheinlich gehalten, dass der ATP-Direktor für Europa, Andy Anson, das Rennen macht. Ich war der Ansicht, im fehle noch der nötige Stallgeruch, weil er erst vor einem Jahr von Manchester United zur ATP wechselte. Jetzt liest man aber in britischen Medien (und zwar genauer gesagt im Guardian), dass die Suche nach einem neuen Chef für den englischen Fußballverband FA ist Stocken geraten sind - und zwar deshalb, weil Andy Anson einer der Favoriten für den Job ist und der sich jetzt aber möglicherweise für den ATP-Spitzenposten entscheiden könnte.

Übrigens steht auch die Variante im Raum, zwei ATP-Chefs zu installieren, einen für den wirtschaftlichen und einen für den sportlichen Bereich. Das Team könnte dann zum Beispiel aus Anson und einem angesehen Ex-Spieler bestehen.

Montag, 27. Oktober 2008

Gewinner der Woche: Murray, Federer, Söderling

Andy Murray in Topform: Eine Woche nach seinem Titel beim Masters-Turnier von Madrid hat der Schotte am Sonntag auch das Finale von St.Petersburg gewonnen. Er bezwang im Finale Andrej Golubew. Im Vereinigten Königreich fragt man sich schon, ob Murray jetzt der beste Spieler der Welt ist.

Da könnte allerdings Roger Federer noch ein Wörtchen mitzureden haben, der wie in alten Zeiten eher glanzlos durch die ersten Runden in Basel marschierte, um dann im Endspiel voll aufzudrehen.
Glatter Sieg gegen den Hallenspezialisten David Nalbandian. Noch vor zwei Wochen hatte Nalbandian in Stockholm einen Heimsieg verhindert, als er im Finale Robin Söderling (Foto) bezwang.

Söderling seinerseits revanchierte sich gestern im Finale von Lyon, wo er den Heimsieg von Julien Benneteau verhinderte. Mein Eindruck ist, dass Söderling sein ohnehin schon sehr starken Aufschlag noch weiter verbessert hat. Wenn er das stabilisiert, ist er bald Stammgast unter den ersten 20.

Samstag, 25. Oktober 2008

Federico Luzzi gestorben

Der italienische Davis-Cup-Spieler Federico Luzzi (28) ist heute an Leukämie gestorben. Die Krankheit war erst vor einer Woche diagnostiziert worden und verlief rasend schnell. Sein letztes offizielles ATP-Match bestritt er vor vier Wochen bei einem Challenger in Neapel. Noch vor einer Woche spielte er ein Ligaspiel in Italien.

Luzzis höchste Weltranglistenposition war Nummer 92. Im Februar war er einmal kurz in den Schlagzeilen: Er hatte sich - wie mehrere andere Italiener - beim Onlinewetten auf Tennismatches erwischen lassen und war für 200 Tage gesperrt worden. Allerdings hatte er keine Spiele manipuliert und nur ein einziges Mal auf eines seiner eigenen Spiele gewettet: Drei Euro darauf, dass er gewinnt.

Hier eine Quelle (auf Italienisch)

Freitag, 24. Oktober 2008

McEnroe: Nadal wird nicht lange dominieren

John McEnroe glaubt nicht, dass Rafael Nadal den Tennissport so dominieren wird, wie es Roger Federer in den vergangenen Jahren getan hat.

"Nadal ist ein sehr starker Spieler, der stärkste, den ich je gesehen habe. Er spielt sehr aggressiv, aber es ist nicht einfach, diesen Stil ein Leben lang durchzuhalten. Es wird ihn zermürben, und ich habe Grund zu der Annahme, dass er die Tour nicht so wie Federer dominieren wird." Federer dagegen sei ein kompletter Spieler, und wenn er wieder zu seiner Leistungsspitze zurückfinde, werde er auch wieder dominieren, wird McEnroe in der malaysischen New Straits Times zitiert. (McEnroe kommt im Novemver zusammen mit Björn Borg, Federer und James Blake zu einem Schaukampf nach Kuala Lumpur.)

Nicht ganz neu, diese These, aber immer wieder eine Diskussion wert.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Hiermit hat sich der Senat nicht befasst

Die Zukunft des Hamburger Rothenbaumturniers ist noch immer offen. Der Deutsche Tennisbund (DTB) hat sich hilfesuchend an den Senat der Freien und Hansestadt gewandt.

Der Senat hält sich mit seinen Aktionen sehr bedeckt, wie aus den Antworten einer kleinen Anfrage der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Jule Timmermann und Jan Balcke hervorgeht. Standardantwort: "Hiermit hat sich der Senat nicht befasst."

Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass der Senat sich wirklich mit nichts befasst, aber auf außerordentlich rührige Aktivitäten deuten die Antworten nicht hin.

Montag, 20. Oktober 2008

Waske-Comeback nächste Woche in Aachen


Nach seiner langwierigen Ellenbogen-Verletzung wird Alexander Waske nächste Woche beim Challenger in Aachen an den Start gehen. Er bekam eine Wild Card fürs Einzel und fürs Doppel mit Michael Kohlmann.

Am Wochenende war er schon in Basel, wo er auf einen Startplatz in der Qualifikation gehofft hatte. Das klappte aber nicht.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Update: Wer schafft es nach Schanghai?

Vor zwei Wochen hatte ich mich zu einer Prognose hinreißen lassen, welche Spieler die besten Aussichten haben, sich für das Saisonfinale der besten Acht in Schanghai zu qualifizieren. Nach dem Masters von Madrid ist es höchste Zeit für eine kritische Durchsicht meiner Prognosen.

Hier die aktuelle Tabelle:
1. Rafael Nadal (Spanien)
2. Roger Federer (Schweiz)
3. Novak Djokovic (Serbien)
4. Andy Murray (Großbritannien)
5. Nikolai Dawidenko (Russland)
6. Andy Roddick (USA)

7. David Ferrer (Spanien) 338
8. Juan Martin del Potro (Argentinien) 337
--------------------------------------------
9. Gilles Simon (Frankreich) 331
10. James Blake (USA) 310
11. Stanislas Wawrinka (Schweiz) 301
12. Fernando Gonzalez (Chile) 284
13. Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) 270
14. Gael Monfils (Frankreich) 264

Es sind immer noch zwei der acht Plätze offen (Roddick sind praktisch durch). Die Vorhersage, dass Juan Martin del Potro einen dieser Plätze einnehmen wird, war nicht sonderlich gewagt, und es sieht nach wie vor ganz gut für ihn aus. David Ferrer zehrt immer noch von seinem Vorsprung auf die Konkurrenz. Vielleicht rettet er sich irgendwie ins Ziel, ich halte das aber für eher unwahrscheinlich. Mein dritter Kandidat Stanislas Wawrinka muss sich langsam mal ranhalten. Er ist auf Platz elf zurückgefallen. Aber weil ich ihn vor allem deshalb so weit nach oben gestellt hatte, weil sein Heimturnier in Basel noch kommt, kann das ja in der kommenden Woche noch was werden mit ihm.

Der Kracher ist natürlich Gilles Simon. Von dem hab ich vor zwei Wochen gesagt, ich könne ihn mir beim besten Willen nicht unter den ersten Acht vorstellen. Nach seinem Halbfinalsieg über Rafael Nadal in Madrid muss ich aber zur Kenntnis nehmen, dass es in der Welt Dinge gibt, die meine Vorstellungskraft übersteigen. Simon hat nicht nur Glück und die Fähigkeit, seinen Gegner schlecht aussehen zu lassen, er ist auch wahnsinnig nervenstark: Vier seiner fünf Matches auf dem Weg ins Finale von Madrid hat er im Tie-Break im dritten Satz gewonnen. Ein paar Siege in Lyon und Paris, und plötzlich ist Simon in Schanghai dabei.

Neu im Kreis der Kandidaten ist Gael Monfils: Finalist von Wien und Viertelfinalist von Madrid. Er müsste aber schon in Paris den Titel holen, um sich noch für Schanghai zu qualifizieren. Dafür wird es nicht reichen.

Samstag, 18. Oktober 2008

Djokovic holt ATP-Turnier nach Belgrad

Das ATP-Sandplatzturnier von Amersfoort (Niederlande) zieht nach Belgrad um. Der serbische Australian-Open-Sieger Novak Djokovic hat den Deal zusammen mit seiner Familie eingefädelt.

Amersfoort hatte in den letzten Jahren Mühe, Spieler und Zuschauer anzuziehen. Turnierdirektor Hans Felius macht auch die Finanzmarktkrise dafür verantwortlich, dass er keinen neuen Sponsor fand.

In Serbien haben Djokovic (ATP Nr.3), Ana Ivanovic (WTA Nr. 4) und Jelena Jankovic (WTA Nr. 1) einen Tennis-Boom ausgelöst. Bislang gab es dort kein ATP-Turnier. Die Niederlande indes sind mit den Veranstaltungen von Rotterdam (Februar) und 's Hertogenbosch (Juni auf Rasen) immer noch ganz gut versorgt.

Das Turnier in Belgrad wird vom 4. bis zum 10. Mai 2009 ausgetragen, parallel zu München.
Die ATP muss dem Deal noch zustimmen.

Amersfoort war übrigens 2006 das erste ATP-Turnier überhaupt, das Novak Djokovic gewinnen konnte.

Freitag, 17. Oktober 2008

Rothenbaum komplett vor dem Aus?

Bis jetzt war ich immer ganz zuversichtlich, dass das Hamburger Rothenbaum-Turnier im nächsten Jahr wenigstens als herabgestuftes 500er-Turnier fortbestehen wird. Wenn man aber liest, was die DTB-Granden dem Hamburger Abendblatt erzählt haben, sieht das eher schlecht aus.

Der DTB will eine Million Euro Zuschuss von der Stadt Hamburg. Die Stadt will nicht zahlen und versucht, stattdessen Hamburger Unternehmen als neue Sponsoren zu gewinnen, was sich schwierig zu gestalten scheint.

Möglicherweise pokert der DTB auch ein bisschen mit seiner Drohung, das Turnier einzustampfen?

Haas-Comeback frühestens im Januar

Nach mehreren Wochen auf Tauchstation hat Tommy Haas heute etwas von sich hören lassen. Gerüchten um sein Karriereende tritt er vorsichtig entgegen, ein hartes Dementi ist es aber nicht unbedingt. Frühestens im Januar will er auf die Tour zurückkehren.

"Ich schufte derzeit schwer und trainiere hier in Las Vegas hart für mein Comeback. Wann allerdings mit meiner Rückkehr zu rechnen ist, kann ich selbst noch nicht sagen. [...] Vielleicht kann ich im Januar bereits wieder spielen, vielleicht aber auch erst später. [...] Wirklich freuen würde ich mich natürlich, 2009 auch wieder bei einem der Grand-Slam-Turniere dabei sein zu können. Aber auch dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne und gehört sicher nicht zu den primären."

Hier der Link auf seine Internet-Seite

Haas steht zwar noch auf der offiziellen Teilnehmerliste des Turniers in Basel, das am Montag beginnt, aber auch vorige Woche in Stockholm hatte er erst auf den letzten Drücker abgesagt.

Zoff unter Dänen: Pless gegen Carlsen


Tennis, das ist in Dänemark vor allem Caroline Wozniacki, die 18 Jahre alte Nummer 15 der Welt.

In dieser Woche aber stehen ausnahmsweise auch die männlichen Tennisspieler mal auf den Sportseiten der dänischen Zeitungen: Kristian Pless (Foto) und Kenneth Carlsen, die beiden einzigen Dänen, die es in den letzten zehn Jahren unter die Top 100 geschafft haben.

Carlsen (35) hat seine Karriere vor genau einem Jahr beendet und die freie Zeit dazu genutzt, seine Memoiren zu verfassen. Pless (26) versuchte in dieser Woche, seine lang anhaltende Formkrise beim Challenger in Taschkent zu überwinden. Weil er vermutete, dass in Usbekistan wohl sonst nicht viel los sein würde, nahm er sich was zu Lesen mit: Das Buch von Carlsen. Den Typen konnte er zwar immer schon nicht ausstehen, aber immerhin hatte er ihm ein Exemplar persönlich überreicht - und zwar, wie Dänemarks Medien berichten, im Hause von Pless' Schwiegereltern.

Was Pless da las, brachte in offensichtlich ziemlich in Rage. Nach seiner Erstrundenniederlage in Taschkent schrieb er einen langen "offenen Brief" an den "lieben Kenneth" und stellte den ins Internet. Vor sieben Jahren hatten die dänischen Medien schon einmal über Streit zwischen den "zwei Hähnen in einem zu kleinen Hühnerhof" berichtet. Damals ging es, soweit ich das nachvollziehen konnte, um die Frage, wer mehr finanzielle, materielle und personelle Unterstützung vom dänischen Tennisverband bekommen hat.

Pless verübelt Carlsen nun, dass er diese alte Geschichte in seinem Buch wieder aufgewärmt hat und antwortet mit einer Generalabrechnung. In seinem Brief erzählt er, dass er nie erzählt habe, dass sich alle Profis über Carlsens Macken lustig gemacht hätten und behauptet, Carlsen habe 2006 in Nottingham eine Verletzung vorgetäuscht, nur um nicht gegen ihn antreten zu müssen und sich seinen Nimbus zu bewahren, auf der Tour nie gegen einen dänischen Landsmann verloren zu haben. So geht das über viele Absätze, und Pless zitiert auch, was Carlsen noch alles so Negatives über ihn schreibt.

Hier gehts zum offenen Brief (auf Dänisch)

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Details zur Weltrangliste 2009

Die ATP hat heute ein paar Einzelheiten zu ihrem neuen Weltranglisten-System herausgerückt, das ab 2009 gelten soll.

Was ATP-Statistiker Greg Sharko heute bekanntgab, enthält einige Überraschungen. Bisher war nur publik, dass die Weltranglistenpunkte für Turniersiege teilweise verdoppelt werden, nicht aber, was Finalisten, Halbfinalisten und so weiter bekommen sollen. Die Überraschung: Deren Punkte werden nicht annähernd verdoppelt. Für ein Viertelfinale bei einem normalen ATP-Turnier zum Beispiel, für das es bisher 40 Punkte gibt, gibt es nächstes Jahr 45 Punkte.

Da wundert es sehr, dass angeblich zum Jahreswechsel alle Punkte, die die Spieler 2008 erspielt haben, pauschal verdoppelt werden sollen. Es gibt noch einige andere offene Fragen und Ungereimtheiten. Damit werde ich mich dann wohl mal in einem Hauptartikel an diesem oder einem der kommenden Sonntage befassen.

Hier der Link zum Artikel von "ATP stats and information guru" Greg Sharko

Preisgeld-Rekord für Federer

Roger Federer hat gestern den Preisgeld-Rekord von Pete Sampras gebrochen. Mit seinem Zweitrundensieg in Madrid gegen Radek Stepanek kommt Federer auf ein Karriere-Preisgeld von 43.289.000 Dollar. Sampras muss mit seinen 9.000 Dollar weniger kleinere Brötchen backen.
Dabei geht es nur um die Perostelder aus offiziellen Turnieren. Werbe-Einnahmen, Antrittspraemien und Schaukampf-Honorare gehen extra.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Foto-Ratespiel läuft noch!

Das Foto-Ratespiel von letzter Woche läuft noch. Wer ist der Spieler auf dem Foto im Titelkopf? Drei Tipps wurden bisher abgegeben: David Ferrer, Benjamin Becker und Sebastien Grosjean. Die könnten es echt alle sein, wenn ich mir das Bild so anschaue. Sie sind es aber nicht.

Zwei kleine Tipps: Das Foto hab ich in Hamburg gemacht, und der Spieler ist ein amtierender Grand-Slam-Titelträger.

Montag, 13. Oktober 2008

Pokal für Nadal - ohne de Villiers

Der Termin war schon vor Wochen angekündigt: Beim Masters-Turnier in Madrid nahm Rafael Nadal gestern die "Number-One-Trophy" entgegen. Das ist eine Art gläsernes Schiffchen, von dem ich offen gesagt vorher noch nie etwas gehört hatte und das man offenbar bekommt, wenn man Weltranglisten-Erster geworden ist. Der Termin war schon vor Wochen angekündigt, und bis unmittelbar vor der Verleihung hieß es, der scheidende ATP-Chef Etienne de Villiers solle die Trophäe überreichen. Eine pikante Vorstellung, schließlich war Nadal einer der Spitzenspieler, die im Sommer erfolgreich an de Villiers Stuhl gesägt hatten.

Nun, Etienne de Villiers kam dann doch nicht. Stattdessen durfte Turnierdirektor Manolo Santana das Schiffchen überreichen.

Hier der offizielle ATP-Bericht dazu samt Foto von der Trophäe.

Deutsche Karawane nach Usbekistan

Was kann man machen, wenn die Weltranglistenplatzierung fürs Masters in Madrid nicht reicht? Man kann auch zum Challenger nach Kolding fahren. Ist sowieso näher als Madird. Kolding liegt in Dänemark, 80 Kilometer nördlich von Flensburg.

Oder man reist nach Usbekistan. Für diese Variante haben sich in dieser Woche auffallend viele deutsche Spieler entschieden. Drei der fünf topgesetzten Spieler beim Challenger in Taschkent, 4500 Kilometer südöstlich von Flensburg, sind Deutsche: Denis Gremelmayr, Michael Berrer und Björn Phau. Hinzu kommen Simon Stadler, Daniel Brands, Michael Kohlmann und Frank Moser. Damit sind die Deutschen die größte Fraktion im Teilnehmerfeld. Wien-Gewinner Philipp Petzschner wollte ursprünglich auch mitkommen, legt jetzt aber doch lieber eine Erholungspause ein.

In Taschkent gibt es 50 Prozent mehr Ranglistenpunkte als in Kolding. Da kann sich die Reise lohnen, auch wenn das Preisgeld nur mit viel Fantasie fürs Flugticket reicht, zumal in abgelegenen Weltgegenden die Teilnehmerfelder oft sehr schwach sind. Der Haken bei der Rechnung: Ein paar andere Leute hatten dieselbe Idee. Sogar der Däne Kristian Pless spielt lieber in Usbekistan als im heimatlichen Kolding. Taschkent hat ein überraschend stark besetztes Challenger bekommen.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Davis-Cup-Finale in Mar del Plata


In Stockholm ist David Nalbandian (Foto) in dieser Woche furios ins Finale gestürmt. Aber seine gute Laune ist begrenzt. Davis-Cup-Finale (21. bis 23. November) zwischen Argentinien und Spanien findet nicht wie geplant in Nalbandians Heimatstadt Cordoba statt, sondern in Mar del Plata. Das entschied der Davis-Cup-Ausschuss des Welttennisverbands ITF. Die Halle in Cordoba ist der ITF zu klein. Die für Davis-Cup-Endspiele vorgeschriebenen 12000 Zuschauerplatze gibt es zwar auch in Mar del Plata nicht, dort ließe sich die Kapazität aber eher erweitern als in Cordoba, meint die ITF. Das überzeugt Nalbandian nicht: "Es müssen unter dem Tisch andere Gründe eine Rolle gespielt haben", raunte der Weltranglistensiebte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Federer nächste Woche wieder an Deck

Das Geraune (bei dem ich mitgemacht habe), Roger Federer würde vielleicht erst nächstes Jahr wieder Turniere spielen, ist vorbei. Heute hat er bestätigt, dass er beim Masters nächste Woche in Madrid antreten wird.

Die alten Schweden gehen

Joachim Johansson hat in dieser Woche in Stockholm sein umjubeltes Comeback gefeiert und sein Auftaktmatch auch gleich gewonnen.

Für einen anderen Johansson könnte das Erstrundenspiel in Stockholm das letzte Match seiner Karriere gewesen sein. Thomas Johansson, Australian-Open-Sieger von 2002, verlor gegen den Spanier Albert Montanes und teilte anschließend mit, dass die Saison für ihn vorbei ist, weil er sich eine chronische Schleimbeutelentzündung am Fuß operieren lassen werde. Auf die Frage, ob das Spiel gegen Montanes sein letztes Profimatch war, sagte der 33-jährige Johansson, das sei möglich. Vor einem Jahr hatte er in Stockholm noch das Finale erreicht. Weil er die Ranglistenpunkte von damals nun verliert, fällt er nächste Woche aus den Top 100 und müsste künftig Qualifikationswettbewerbe oder Challenger-Turniere spielen. Gut möglich, dass er sich das nicht mehr antun will.

Jonas Björkman (36), ehemalige Nummer 4 im Einzel und Nummer 1 im Doppel, hat am Montag gegen Juan Monaco (Argentien) sein letztes Einzelmatch bestritten. Im Doppel ist er aber noch im Wettbewerb und will zusammen mit seinem Partner Kevin Ullyett (Simbabwe) auch noch die Masters-Turniere von Madrid in Paris spielen. Die beiden haben gute Aussichten, sich für den Masters-Cup im November in Schanghai zu qualifizieren.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Kiwi wieder da

Nicolas Kiefer ist wieder da. Drei Wochen lang war er abgetaucht und hatte die Turniere von Peking und Tokio kurzfristig abgesagt. Kurz darauf war auf seiner Internet-Seite zudem die Mitteilung verschwunden, er werde beim Masters in Madrid wieder dabei sein. Da konnte man spekulieren, ob die Pause, für die er persönliche Gründe angab, länger dauern könnte. Es gab nur eine Meldung vom Hopman-Cup in Perth, dass Kiefer und Sabine Lisicki im Januar dort starten würden.

Nun steht Madrid wieder auf seiner Internetseite: Morgen fliegt er hin.

Nichts Neues gibt es hingegen von Tommy Haas. Der ist seit den US Open nicht mehr gesehen worden. Das Turnier in Stockholm diese Woche hat er kommentarlos abgesagt. Aus gegebenem Anlass verlinke ich mal diesen Artikel vom März.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Petzschner ist nicht zu stoppen

Mit Ergebnis-Berichterstattung halten wir uns an dieser Stelle ja gemeinhin zurück. Heute machen wir eine Ausnahme, und zwar für Philipp Petzschner. Der Mann hat in den letzten paar Tagen ein feines Husarenstück hingelegt:

Am Freitag spielte ein Doppel-Viertelfinale in Tokio. Danach stieg er ins Flugzeug nach Wien. Dort traf er am Sonnabend um 16 Uhr an. Um 19.30 Uhr begann dort sein Match in der ersten Qualifikationsrunde gegen den Österreicher Philipp Oswald. Die Zeit kann gerade gereicht haben, um das Gepäck vom Förderband zu holen und von Schwechat in die Stadthalle zu rasen. Petzschner gewann das Spiel. Das zweite Qualifikationsspiel am Sonntag gewann er auch (3:6, 6:0, 6:0 gegen Kristian Pless/Dänemark).

In der ersten Runde des Hauptfeldes wurde er dem topgesetzten Schweizer Stanislas Wawrinka zugelost. Das Ergebnis: 6:7, 6:2, 7:6 für Petzschner. "Das war mein erstes Match gegen einen Top-Ten-Mann, also steht es jetzt 1:0 und ich sollte vielleicht aufhören", sagte er nach dem Spiel.

Das Zweitrundenspiel morgen wird er aber wohl noch mitnehmen. Gegen Jan Hernych (Tschechien) ist Philipp Petzchner Favorit.

(Danke an Jan, den Petzschner-Fan Nr. 1 , der schon am Donnerstag den Flugplan Tokio-Wien recherchiert hat.)

Rothenbaum-Prozess: DTB geht in Berufung

Der Deutsche Tennisbund kämpft weiter um sein Masters-Turnier am Hamburger Rothenbaum. Heute legte der DTB Berufung gegen das Urteil in den USA ein, demzufolge die ATP das Recht hatte, dem Rothenbaum-Turnier den Masters-Status abzuerkennen.

Das Geschworenengericht im US-Staat Delaware hatte sein Urteil schon am 5. August gefällt. Die schriftliche Begründung ist aber erst in der letzten Woche eingegangen. Danach entschied sich der DTB erstaunlich schnell, in Berufung zu gehen.

Der DTB scheint sich eher Chancen auf Schadenersatz auszurechnen als darauf, tatsächlich den Masters-Status des Turniers erhalten zu können. Verbandspräsident Georg von Waldenfels sagte: "Unsere Anwälte gehen davon aus, dass das Urteil gerade im Punkt des Schadenersatzes im hohen Maße anfechtbar ist." Der DTB hatte mehrere Millionen Euro in das Stadion am Rothenbaum investiert - im Vertrauen darauf, dort auch in den kommenden Jahren ein Masters-Turnier ausrichten zu können, bei dem alle Top-Spieler zur Teilnahme verpflichtet sind.

Für 2009 hat Hamburg einen neuen Termin vom 20. bis zum 26. Juli zugewiesen bekommen, mit dem Status eines "500er-Turnier". Das ist die Kategorie eine Stufe unter den Masters-Turnieren.

Im dpa-Bericht zum Thema hieß es heute, parallel zu Hamburg finde ein weiteres 500er-Turnier auf Hartplatz in Washington statt. Das halte ich bis auf Weiteres für eine Fehlinformation. Auf dem ATP-Turnierkalender für 2009 ist Washington zwei Wochen später verzeichnet (3. bis 9. August). Den Termin geben die Washingtoner auch auf ihrer eigenen Internetseite an.

Trotzdem bleibt das Problem mit dem Juli-Termin: Viele Spieler, auch die Deutschen, sind zu der Zeit längst in Amerika, um sich auf die US Open vorzubereiten.

Hier die Mitteilung des DTB

Hintergründe zum Prozess gibt's in diesem Artikel von vor dem Urteil.

Was die Degradierung und der neue Termin bedeuten, dazu gibt's ein paar Thesen in diesem Artikel vom Februar.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Doppelerfolg für Mischa Zverev

Davis-Cup ist zwar erst wieder im März, aber die Fans der deutschen Nationalmannschaft debattieren schon seit Monaten eine Frage mit Herzblut: Wer soll denn nun im Doppel spielen? Die lang verletzten alten Haudegen Kohlmann/Waske? Philipp Kohlschreiber mit Philipp Petzschner, wie die letzen beiden Male? Oder Christopher Kas, immerhin bester Deutscher in der Doppel-Weltrangliste? Und wenn ja, mit Kohlschreiber oder mit Petzschner? Oder doch noch mal unsere Athener Silberjungen Kiefer/Schüttler?

Im Windschatten all dieser Namen hat sich der Hamburger Mischa Zverev herangepirscht. Zusammen mit Michail Juschni (Russland) gewann er heute das Turnier von Tokio. Im Finale bezwangen sie die an eins gesetzten Lukas Dlouhy (Tschechien) und Leander Paes (Indien) 6:3 und 6:4. Nach Halle (Westfalen) ist das in diesem Jahr schon der zweite Finalsieg für Juschni/Zverev gegen Dlouhy/Paes.

Im Einzelfinale von Tokio gewann Tomas Berdych gegen Juan Martin del Potro.

Hier die Ergebnisse im Detail: Einzel und Doppel.

Und hier die Ergebnisse aus Metz, wo Dimitri Tursunov im Finale gegen Paul-Henri Mathieu gewann.

Freitag, 3. Oktober 2008

Pim-Pim kommt zurück

Wenn die Not am größten, ist die Rettung am nächsten: Mit Roger Federers Absage war das ATP-Turnier von Stockholm in der nächsten Woche seines einzigen Zugpferds verlustig gegangen. Aber heute kam eine Nachricht, die die schwedischen Tennisfans vermutlich noch mehr verzückt, als es Federer je hinbekommen hätte: Joachim Johansson kehrt zurück. Er hat eine Wild Card angenommen.

Schwedens glorreiche Zeiten im Tennis sind lange vorbei. Nur einer schaffte es in den letzten Jahren unter die besten Zehn der Welt: Joachim "Pim-Pim" Johansson. Seit 2005 konnte er allerings wegen einer langwierigen Schulterverletzung kaum noch spielen. 2007 trat er nur zu drei Turnieren an. Zuletzt vor genau einem Jahr in Stockholm. Im Februar dieses Jahres erklärte er mit 25 Jahren sein Karriereende.

Ob er wieder dauerhaft auf die Tour zurückkommt, hat er offen gelassen.

Deutschland startet beim Hopman-Cup

Beim Hopman-Cup im Januar, der offiziellen Mixed-WM, startet nach zwei Jahren Pause 2009 wieder ein deutsches Team: Nicolas Kiefer und Sabine Lisicki.

Acht Nationen nehmen teil. Neben Deutschland stehen bisher Frankreich, Russland und Australien fest.

Der Hopman-Cup findet vom 3. bis 9. Januar in Perth (Australien) statt und gilt als Vorbereitungsturnier für die Australian Open zwei Wochen darauf.

In den 90er Jahren waren die Deutschen fast immer am Start. 1993 gewannen Steffi Graf und Michael Stich den Titel, 1995 Anke Huber und Boris Becker.

In diesem Jahrtausend startete Deutschland erst zweimal und schied jeweils in der Vorrunde aus. Anna-Lena Grönefeld spielte 2005 mit Tommy Haas und 2006 mit Nicolas Kiefer.

Kiefer (ATP Nr. 25) und Lisicki (WTA Nr. 64) sind momentan die bestplatzierten Deutschen in der Weltrangliste.

Davis-Cup: Punktabzug für Kroatien

Es gehört im Davis-Cup zum guten Ton, als Gastgeber einen Bodenbelag zu verlegen, der dem Gegner möglichst gar nicht behagt. Die Kroaten haben das übertrieben, entschied jetzt das Davis-Cup-Kommitee des Welttennisverbands ITF. Der Boden beim Relegationsspiel gegen Brasilien war zu schnell. Die kroatischen Aufschlagungeheuer Mario Ancic und Ivo Karlovic hatten die brasilianischen Sandplatzspezialisten mit 4:1 besiegt.

Allerdings lehnte das Davis-Cup-Kommitee es ab, Kroatien zu disqualifizieren, wie die Brasilianer es gefordert hatten. Der Schiedsrichter habe den Platz für gut bespielbar befunden, und die Brasilianer hätten sich erst während des zweiten Tages der Begegnung beschwert.

Kroatien bekommt nun eine milde Strafe: 2000 Punkte Abzug in der Davis-Cup-Rangliste. Die spielt nur bei der Auslosung für die Setzliste eine Rolle, und der Davis-Cup für das nächste Jahr ist schon ausgelost. Kroatien bleibt trotz des Punktabzugs auf Platz fünf.

Wer wissen will, wie die ITF feststellt, wie schnell ein Platz ist, kann hier nachlesen.

Die Davis-Cup-Regelung finde ich etwas willkürlich: Das Tempolimit gilt nur für Teppich und Hartplatz. Sandplätze dürfen langsamer sein, Rasen schneller.

Hier die offizielle ITF-Mitteilung

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Längere Pause für Federer?

Roger Federer hat heute seinen Start beim Turnier in Stockholm in der nächsten Woche abgesagt. Er denkt anscheinend darüber nach, auch alle weiteren Turniere für dieses Jahr abzusagen.

"Ich schätze mich äußerst glücklich, jetzt wieder gesund zu sein. Ich möchte aber so lange wie möglich weiter auf Top-Niveau Tennis spielen und auch die Nummer eins wieder in Angriff nehmen. Um das zu tun, brauche ich eine richtige Pause. Im Moment weiß ich nicht genau, wann ich wieder bereit sein werde zu spielen. Ich hoffe aber, dass es vor dem Ende des Jahres sein wird," schreibt er auf seiner Internetseite.

Als Federer zu Anfang des Jahres seinen Turnierplan für 2008 bekanntgab, wunderte sich mancher Fan: Im Herbst wollte er vier Turniere in vier Wochen bestreiten: Stockholm, Madrid, Basel und Paris-Bercy. Für Spieler, die sowieso meistens in der ersten oder zweiten Runde ausscheiden, ist das nichts Ungewöhnliches. Aber wer wie Federer meistens ins Finale kommt, dosiert die Turniere meist etwas behutsamer.

Ohne Stockholm sähe Federers Herbstprogramm wieder aus wie in den vergangenen Jahren auch: Die Masters-Turniere in Madrid und Paris sind obligatorisch. Das Turnier in Basel für Federer auch - das ist schließlich seine Heimatstadt.

Für Stockholm ist Federers Absage ein herber Schlag. Sein Name hat bisher das eher schwache Teilnehmerfeld überstrahlt. Nun ist mit David Nalbandian nur noch ein einziger Top-20-Spieler dabei. Dabei hat die Veranstaltung in der altehrwürdigen königlichen Tennishalle eine wunderbar entspannte Atmosphäre.

Rothenbaum-Prozess: Berufung weiter offen

Der deutsche Tennis-Bund hat immer noch nicht entschieden, ob er gegen das US-Urteil Berufung einlegen soll, nach dem die AFP dem Hamburger Rothenbaum-Turnier den Masters-Status aberkennen durfte. Die schriftliche Begründung liege noch nicht vor, weil der zuständige Richter Urlaub hatte, sagt DTB-Präsident Georg von Waldenfels.

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