Zacks Tennis

Freitag, 2. Januar 2009

Freibrief für Top-30-Spieler

Die ATP bricht mit einer ehernen Regel: Wer an einem ATP-Turnier teilnehmen darf, das richtet sich seit Jahrzehnten nach der wöchentlich fortlaufenden Weltrangliste.

In diesem Jahr ist alles anders. Jedenfalls bei den so genannten 500er-Turnieren. Das ist die Kategorie unterhalb der Masters-Serie. Dazu gehört auch das Turnier am Hamburger Rothenbaum. Spieler, die zum Jahresende unter den ersten 30 der Weltrangliste stehen, sind im folgenden Jahr automatisch für jedes 500er-Turnier, an dem sie teilnehmen möchten, qualifiziert. Das gilt auch dann, wenn sie in der fortlaufenden Weltrangliste längst so weit abgerutscht sind, dass sie eigentlich in die Qualifikation müssten.

Das geht aus dem ATP-Regelbuch für 2009 hervor, das seit gestern online ist. Auf Seite 73 heißt es dort: "Commitment players (year-end top 30) are automatically accepted into the main draw of all ATP World Tour 500 events in which they have entered in a proper manner."

Es war zu befürchten, dass die ATP sich sowas ausdenkt. Denn schon vor einiger Zeit hatte sie bekanntgegeben, dass alle diese Spieler verpflichtet sind, mindestens vier 500er-Turniere im Jahr zu spielen, eines davon nach den US Open. So eine Pflicht funktioniert natürlich nur, wenn die Spieler auch das Recht dazu haben, die Pflicht zu erfüllen.

Einer, den dies betrifft, ist Rainer Schüttler. Er war am Stichtag 17. November genau auf Platz 30. Nach Wimbledon, wenn er die Halbfinalpunkte verliert, kann er leicht so weit abrutschen, dass er nach den hergebrachten Regeln bei den großen Turnieren nicht mehr im Hauptfeld stünde.

Mehr zum Thema am Sonntag in meinem Haupt-Artikel.

Hier geht's zum neuen Regelbuch. (Achtung, ist eine PDF-Datei mit über 200 Seiten)

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