Zacks Tennis

Donnerstag, 29. Januar 2009

Spieler gegen neues Ranglisten-System

Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt scheint das Thema "neues Welttanglistensystem" bei den ATP-Spielern angekommen zu sein. Die Zeitung Heilbronner Stimme hat am Rande des Challenger-Turniers in Heilbronn eine Umfrage unter den Spielern gemacht: "Ich kenne keinen Spieler, der es gut findet", sagte Benjamin Becker. "Für mich ist es im Anpassungsjahr zwischen altem und neuem System unmöglich, mich dieses Jahr von Position 130 in die Top 100 zu spielen."

Besonders die pauschale Verdoppelung der Punkte aus 2008 sorgt also für Unmut. Michael Berrer, Mitglied im ATP-Spielerrat: "Das alles wurde vor mehr als einem Jahr entschieden. Wir Spieler hatten nur noch Einfluss auf die Details."

Hintergründe zum Ranglistensystem gibt es hier.

Apropos Heilbronn: Morgen und übermorgen bin ich dort. Sofern nichts dazwischenkommt, werde ich ein paar Kurzberichte von den Matches schreiben. Auf jeden Fall gibt es am Sonntag einen ausführlichen Report.

Nadal kritisiert neue Anti-Doping-Regeln

Seit Jahresbeginn gilt ein neues Regelwerk der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA: Sportler müssen für jeden einzelnen Tag im Jahr eine Stunde angeben, zu der sie an einem bestimmten Ort anzutreffen sind. Rafael Nadal spricht von einer "Schande" und einer "Verletzung der Intimsphäre". Fast alle Profis würden das genauso sehen wie er.

In Belgien wollen jetzt 65 Sportler gegen die Wada klagen, darunter Fußballer vom KV Mechelen und Fahrradfahrer aus dem Quickstep-Team. Über einen solchen Schritt scheint auch Nadal nachzudenken.

Auch Roger Federer ist unzufrieden mit der neuen Regelung, wählt aber deutlich mildere Worte: "Ich bin zwar für aggressive Kontrollen, denn wenn einer betrügen will, muss man ihn sofort packen und entsprechend bestrafen können. Deshalb habe ich Verständnis für die harten Neuerungen – nur müsste man für das Tennis eine bessere Lösung finden."

Mittwoch, 28. Januar 2009

Melbourne: Nur Verdasco bleibt cool


Melbourne ächtzt unter der heftigsten Hitzewelle seit 101 Jahren. Die Spieler bei den Australian Open ächzten verständlicherweise besonders, wie zum Beispiel in der Süddeutschen nachzulesen ist.

Nur einer bleibt cool: Fernando Verdasco. Zum obligatorischen PR-Foto schickten ihn die ATP-Leute in den Schnee - zu den Pinguinen im Melbourner Aquarium, das offenbar eine gut funktionierende Klimaanlage hat.



Ob es daran lag, dass Verdasco seine Gegner alle an die Wand spielt? Nach dem 6:4, 6:0, 6:0 gegen Radek Stepanek, dem er in der vorletzten Woche im Finale von Brisbane noch unterlegen war, schlug er auch noch Andy Murray und den Vorjahresfinalisten Jo-Wilfried Tsonga.

Verdasco ist nervenstark und macht auf dem Platz fast keine Fehler. Er ist der Spieler, der mich bei diesem Turnier bisher mit Abstand am meisten beeindruckt hat. (So stark wie Federer und Nadal ist er natürlich trotzdem nicht.)

Dienstag, 27. Januar 2009

Link in eigener Sache

Unter Bloggern scheint es ja zum guten Ton zu gehören, den Lesern mitzuteilen, wenn man selber irgendwo anders vorkommt. Also hier: Feel it Tennis, das deutschsprachige PR-Blog der ATP, hat mich interviewt.

Sonntag, 25. Januar 2009

Rusedski plant Comeback

Greg Rusedski (35), US-Open-Finlist von 1997, will zwei Jahre nach seinem Karriereende wieder mit dem Profitennis anfangen: "Ich habe bei einigen ATP-Turnieren um Wildcards gebeten. Mal sehen, wie es nun weitergeht."

Auch für das britische Davis-Cup-Team wollte Rusedski gern spielen. Kapitän John Lloyd gab ihm aber einen Korb. Dass Lloyd für den Davis-Cup doch lieber auf die aktiven Profis vertraut, zeigt, wie er Rusedskis Aussichten auf der ATP-Tour einschätzt: Die besten Briten hinter Andy Murray stehen auf der Weltrangliste irgendwo um Platz 200.

Freitag, 23. Januar 2009

Ausschreitungen nach Djokovic-Match

Prügelnde Fangruppen verschiedener Nationalitäten werden bei den Australian Open langsam zur unangenehmen Gewohnheit. In diesem Jahr waren es Serben und Bosnier, die sich in die Haare kriegten, nachdem der serbische Titelverteidiger Novak Djokovic den bosnisch-stämmigen US-Amerikaner Amer Delic besiegt hatte. Eine Frau wurde verletzt; die Polizei nahm drei Männer in Gewahrsam.

Hier ein Video

Djokovic und Delic verstehen sich außerhalb des Platzes übrigens ausgezeichnet. Aber seine Fans kann man sich nun einmal nicht aussuchen.

Eurosport zeigt Haas-Nadal nicht live

Morgen, so ungefähr um 11.30 Uhr MEZ, spielt Tommy Haas bei den Australian Open sein Drittrundenmatch gegen Rafael Nadal. Eurosport wird das Match voraussichtlich nicht zeigen. Denn gleichzeitig ist in Kitzbühel die Streif. Dieses Abfahrtsrennen ist unbestritten eines der wichtigsten Wintersport-Ereignisse des Jahres und - wenn ich die Tennis-Scheuklappen abnehme - wichtiger als Haas-Nadal. Aber ZDF und ORF übertragen die Streif auch live. Das reicht doch eigentlich.

Man kann sich zwar für 4,90 Euro im Monat den Eurosport-Player fürs Internet kaufen. Kostet nicht die Welt. Aber erstens hat ja noch nicht jeder DSL, und zweitens ist so ein Internet-Player noch nicht so ganz dasselbe wie echtes Fernsehen.

Vielleicht ändert Eurosport ja noch seine Meinung? In verschiedenen Internetforen (zum Beispiel hier) wird zum Protestmailen aufgerufen: info@eurosport.com

Mittwoch, 21. Januar 2009

Kohli sauer: Gegner zu fit

Philipp Kohlschreiber ist heute in der zweiten Runde der Australian Open ausgrschieden - nach vier Stunden und fünf Sätzen gegen Fabrice Santoro. Der 36-jährige Franzose hatte am Ende die bessere Puste, weshalb Kohli nach dem Match grundsatzlich wurde und das Grand-Slam-Prinzip mit den drei Gewinnsätzen kritisierte: "Das macht keinen Sinn. Die Fitness entscheidet, und nicht das spielerische Können."

Dienstag, 20. Januar 2009

Pavel hört auf

Das war ein kurzes Comeback: Nach fast einem Jahr Verletzungspause bestritt Andrei Pavel (34) bei den Australian Open sein Comeback - und das gleich gegen Andy Murray. Anderthalb Sätze lang hielt Pavel durch, dann machte sein Rücken wieder schlapp.

Die Reise nach Melbourne war dennoch nicht ganz umsonst. Schließlich ist Pavel inzwischen auch rumänischer Davis-Cup-Kapitän. In den nächsten Tagen will er in Ruhe seine Spieler beobachten.

Andrei Pavel wohnt, seit er 16 ist, in Deutschland. Seine beste Ranglistenplatzierung war 2004 die Nummer 13.

Uns geht's gold, sagt die ATP

Na denn... "Der Tennissport ist von der Weltfinanzkrise weitestgehend verschont geblieben", ziert die Nachrichtenagentur AP den ATP-Kommunikationsdirektor Kris Dent. (Hat die ATP eigentlich auch Mitarbeiter, die keine Direktoren sind?) Zwar seien viele Sponsoren aus dem Finanz- und Automobilsektor abgesprungen, aber es sei erstaunlich einfach, Ersatz zu finden, sagt Dent.

Die ATP hat zwar längst nicht in allen Fällen Ersatz gefunden, aber nur weil etwas einfach ist, muss es ja auch nicht gleich gelingen.

Samstag, 17. Januar 2009

Fünf deutsche Qualifikanten in Melbourne

Andreas Beck, Björn Phau, Michael Berrer, Florian Mayer und Dieter Kindlmann haben heute Nacht die Qualifikation für die Australian Open geschafft - und wurden überwiegend machbaren Erstrundengegnern zugelost.

Drei von ihnen treffen auf australische Wild-Card-Spieler:
Andreas Beck - Colin Ebelthite
Michael Berrer - Carsten Ball
Björn Phau - Brydan Klein

Florian Mayer spielt gegen einen anderen Qualifikanten: Lamine Ouahab (Algerien).


Dieter Kindlmann rückt im Tableau an die Stelle von Nicolas Kiefer, der wegen seines Bänderrisses inzwischen erwartungsgemäß abgesagt hat, und spielt gegen formschwachen Guillermo Canas (Argentinien).

Hier die komplette Auslosung

Freitag, 16. Januar 2009

Volandri gedopt

Vorhin hab ich mich noch gewundert, das Filippo Volandri (Italien) plötzlich aus dem Australian-Open-Tableau verschwunden war. Wird er sich wohl verletzt haben, dachte ich mir.

Irrtum. Volandri hat sich eine Dopingsperre eingehandelt, wie der Welttennisverband ITF bekanntgibt.

In Indian Wells 2008 wurde er positiv auf Salbutamol getestet. Jetzt muss er drei Monate aussetzen. Die relativ kurze Sperre kommt daher, dass die ITF Volandris Entschuldigung, er habe die Substanz gegen sein Asthma eingenommen, teilweise akzeptierte. Allerdings war die Dosis höher als in seiner Ausnahmegenehmigung gestattet. Von einer Leistungssteigerung war am nächsten Tag übrigens nichts zu erkennen: Volandri verlor sein Erstrundenmatch gegen Jonas Björkman in zwei Sätzen.

Volandri (27) ist momentan die Nummer 109 der Welt. Vor anderthalb Jahren stand er mal auf Platz 25, nachdem er beim Masters in Rom Roger Federer geschlagen und ins Halbfinale eingezogen war.

Die Angewohnheit, Dopingsperren erst mit vielen Monaten Verspätung zu verhängen, soll in diesem Jahr eigentlich ein Ende haben...

Federer wird doch nicht Dritter

Das war eng: Novak Djokovic wäre neuer Weltranglistenzweiter geworden, hätte er heute morgen in Sydney sein Halbfinale gegen Jarkko Nieminen gewonnen. Hat er aber nicht. 6:4, 7:6 für Nieminen.

Australian-Open-Auslosung

Das Tableau der Australian Open ist ausgelost:

http://www.australianopen.com/.../r1s1.html

Rafael Nadal und Andy Murray könnten im Halbfinale aufeinandertreffen, Titelverteidiger Novak Djokovic ist in der unteren Hälfte, könnte also im Halbfinale auf Roger Federer treffen. (Edit: Zur tieferen Analyse verlinke ich einfach mal zu Loreley.)

Nicolas Kiefer hat trotz seines frischen doppelten Bänderrisses immer noch nicht abgesagt. Sein Erstrundengegner ist Guillermo Canas (Argentinien), so wie der in letzter Zeit drauf ist, kann man den wohl tatsächlich auch mit gerissenen Bändern schlagen.

Mischa Zverev hat es hart getroffen. Er spielt gegen die Nummer 8 der Setzliste, Juan Martin del Potro.

Die weiteren Gegner der Deutschen:
Tommy Haas - Eduardo Schwank (ARG)
Rainer Schüttler - Qualifikant
Philipp Kohlschreiber - Sam Querrey (USA)
Denis Gremelmayr - David Ferrer (SPA)
Philipp Petzschner - Brian Dabul (ARG)

Mindestens zwei Deutsche werden noch aus der Qualifikation dazukommen: Die Sieger aus den Partien Björn Phau gegen Matthias Bachinger und Michael Berrer gegen Benedikt Dorsch. Außerdem sind dort noch im Rennen: Andreas Beck, Dieter Kindlmann, Florian Mayer und Simon Stadler.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Jetzt auch noch Kohlschreiber verletzt

Nach Nicolas Kiefer (Fuß) und Rainer Schuettler (Handgelenk) droht jetzt auch noch Philipp Kohlschreiber eine Verlrtzungspause. Sein Viertelfinale in Auckland (Neuseeland) gegen David Ferrer sagte er heute wegen Schmerzen in der Schulter ab. Kohlschreiber war in Auckland Titelverteidiger.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Haas-Comeback nimmt Formen an

Diesmal könnte es tatsächlich klappen mit dem Comeback von Tommy Haas. Er will noch in dieser Woche, vor den Australian Open, ein Showmatch bestreiten. Im Rahmenprogramm des Einladungsturniers von Kooyong (Melbourne) wird er nach Angaben der Veranstalter definitiv spielen. Sein Gegner steht noch nicht fest, es könnte aber Rafael Nadal sein, der nach seiner frühen Niederlage in Katar letzte Woche angeblich etwas Spielpraxis sammeln will.

Montag, 12. Januar 2009

ATP-Chef Helfant offiziell im Amt

Jetzt ist es offiziell. Adam Helfant, 44-jähriger US-Amerikaner und ehemaliger Nike-Manager, ist neuer Chef der ATP. Heute gab die Herrentennis-Organisation die Personalie bekannt, und Helfant hat auch schon gleich sein Arbeitszimmer bezogen. Vorgänger Etienne de Villiers war schon im Dezember ausgezogen.

Samstag, 10. Januar 2009

Mayer startet mit Challenger-Finale

Florian Mayer ist erfolgreich auf den Profizirkus zurückgekehrt. Nachdem er im Dezember Deutscher Meister geworden war, spielt er in dieser Woche sein erstes ATP-Challenger nach über einem halben Jahr Pause. In Noumea (Neukaledonien) kam er auf Anhieb ins Finale. Dort verlor er heute gegen Brendan Evans (USA). Eigentlich hatte ich gedacht, dass Flo den Evans (Nr. 173) auch noch schlägt, aber man soll die Erwartungen halt nicht gleich zu hoch schrauben. Hier alle Ergebnisse aus Noumea.

Nächste Woche spielt Florian Mayer die Qualifikation für die Australian Open.

Freitag, 9. Januar 2009

Zverev: Neues Ranglistensystem "sinnvoll"

Jetzt hat sich endlich mal ein Spieler zum neuen ATP-Weltranglistensystem geäußert. "In Spielerkreisen ist die neue Wertungsregelung bislang noch überhaupt kein Thema. Wir lassen es einfach auf uns zukommen", sagt Mischa Zverev in seinem extrem empfehlenswerten täglichen Blog auf abendblatt.de. Wenn die ATP es den Spielern erschweren wolle, sich nur mit Challenger-Ergebnissen unter den ersten 100 zu halten, sei das "vom Grundgedanken her sinnvoll".

Neuer ATP-Chef steht angeblich fest

Die Gerüchte werden immer lauter: Der ehemaliger Nike-Manager Adam Helfant (44) soll neuer ATP-Chef werden. Jetzt berichtet die amerikanische "Sports Illustrated", die Personalie werde Anfang kommender Woche offiziell bekanntgegeben.

Der bisheriger ATP-Chef Etienne de Villiers war schon Ende Dezember aus dem Amt geschieden. Die Suche hat deutlich länger als geplant gedauert. Eigentlich sollte der Nachfolger schon im November feststehen.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Kiefer verletzt

Das sah nicht gut aus: Beim Hopman-Cup in Perth ist Nicolas Kiefer während seines Matches gegen Dominik Hrbaty (Slowakei) mit dem rechten Fuß so schwer umgeknickt, dass er den Platz im Rollstuhl verlassen musste. Kiwi hatte zu dem Zeitpunkt im ersten Satz mit 3:1 gefuehrt. Durch seine Aufgabe hat Deutschland das Endspiel verpasst. Sabine Lisicki hatte ihr Einzel zuvor verloren.

Meffert wieder online

Als ich neulich die Internet-Seiten der deutschen Tennisprofis vorstellte, merkten einige aufmerksame Leser an, dass die einst sehr rege Seite von Dominik Meffert seit einiger Zeit aus dem Netz verschwunden ist.

Jetzt ist sie wieder da. Dominik berichtet, dass er jetzt mit dem Ex-Davis-Cup-Spieler Tomas Behrend trainiert und Ende Januar wieder ins Turniergeschehen eingreifen will.

www.dominikmeffert.de

Mittwoch, 7. Januar 2009

Dawidenko sagt Australian Open ab

Ferse kaputt: Nikolai Dawidenko (Russland) hat heute seine Teilnahme an den Australian Open (ab 19. Januar) abgesagt. Sein Zweitrundenspiel in Chennai (Indien) gegen Lukas Dlouhy (Tschechien) gab der Weltranglistenfünfte heute kampflos ab. "Ich habe große Schmerzen und muss erst einmal aussetzen, bevor ich wieder Turniere spiele," sagte er.

Montag, 5. Januar 2009

Waske muss langsamer treten


Neues Hindernis für Alexander Waske auf seinem Weg zurück auf die Tour. Er hat eine Herzmuskelreizung und muss nun "eine Weile lang etwas langsamer treten", schreibt er auf seiner Internetseite. Das ist wohl undramatisch, aber es klingt nicht so, als würde er nächste Woche die Qualifikation zu den Australian Open spielen. Offiziell abgesagt hat er dort aber bisher nicht.

Sonntag, 4. Januar 2009

Safin auf Abschiedstour

Mit einem unterlaufenen Auge erschien Marat Safin (28) an diesem Wochenende beim Hopman-Cup in Perth. Er sei in Moskau in eine Schlägerei geraten, erklärte er. Das ist aber vermutlich nicht der Grund für seine Ankündigung, seine Karriere Ende 2009 wahrscheinlich zu beenden. Erst kürzlich hatte Safin, der vor acht Jahren für ein paar Wochen die Nummer 1 der Weltrangliste war, Spekulationen um sein Karriereende zurückgewiesen.

Beim Hopman-Cup, der offiziellen Mixed-WM, tritt Marat mit seiner Schwester Dinara für Russland an. Das Auftaktmatch gegen Italien haben die beiden heute gewonnen. Deutschland (mit Nicolas Kiefer und Sabine Lisicki) trifft morgen auf Australien.

Samstag, 3. Januar 2009

Haas verschiebt Comeback


Am Montag geht die neue ATP-Saison in Doha (Katar) los, allerdings ohne Tommy Haas. Kurz vor Weihnachten hatte ihm der Turnierveranstalter eine Wild Card gegeben. Die hat Haas nun aber nicht angenommen. Die Wild Card ging stattdessen an den alten französischen Haudegen Arnaud Clement. (Hier die komplette Auslosung.)

Haas hat wegen seiner erneuten Schulterverletzung seit den US Open Anfang September kein Turnier mehr gespielt. Die Australian Open, die in zwei Wochen beginnen, hat er bisher nicht abgesagt.

Kapitaler Sieg für Murray

Es ist zwar bloß ein Schauturnier, aber ein Ausrufezeichen für die neue Saison könnte dieses Ergebnis dennoch sein: Andy Murray hat die erstmals ausgetragene "Capitala World Tennis Championship" in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) gewonnen und dabei erst Roger Federer und dann Rafael Nadal geschlagen.

Mischa Zverev bloggt fürs Abendblatt

Das lässt auf eine interessante Lektüre hoffen: Mischa Zverev (ATP Nr. 80) will in dieser Saison regelmäßig auf der Internetseite des Hamburger Abendblatts bloggen.

An den ersten beiden Tagen hat er sich schon mal ordentlich ins Zeug gelegt. Er hatte auch Zeit dazu: Sein Qualifikationsmatch in Brisbane gegen Giovanni Lapentti (Ekuador) fiel aus. Regen.

Hier geht's zu Mischas Tagebuch

Freitag, 2. Januar 2009

Freibrief für Top-30-Spieler

Die ATP bricht mit einer ehernen Regel: Wer an einem ATP-Turnier teilnehmen darf, das richtet sich seit Jahrzehnten nach der wöchentlich fortlaufenden Weltrangliste.

In diesem Jahr ist alles anders. Jedenfalls bei den so genannten 500er-Turnieren. Das ist die Kategorie unterhalb der Masters-Serie. Dazu gehört auch das Turnier am Hamburger Rothenbaum. Spieler, die zum Jahresende unter den ersten 30 der Weltrangliste stehen, sind im folgenden Jahr automatisch für jedes 500er-Turnier, an dem sie teilnehmen möchten, qualifiziert. Das gilt auch dann, wenn sie in der fortlaufenden Weltrangliste längst so weit abgerutscht sind, dass sie eigentlich in die Qualifikation müssten.

Das geht aus dem ATP-Regelbuch für 2009 hervor, das seit gestern online ist. Auf Seite 73 heißt es dort: "Commitment players (year-end top 30) are automatically accepted into the main draw of all ATP World Tour 500 events in which they have entered in a proper manner."

Es war zu befürchten, dass die ATP sich sowas ausdenkt. Denn schon vor einiger Zeit hatte sie bekanntgegeben, dass alle diese Spieler verpflichtet sind, mindestens vier 500er-Turniere im Jahr zu spielen, eines davon nach den US Open. So eine Pflicht funktioniert natürlich nur, wenn die Spieler auch das Recht dazu haben, die Pflicht zu erfüllen.

Einer, den dies betrifft, ist Rainer Schüttler. Er war am Stichtag 17. November genau auf Platz 30. Nach Wimbledon, wenn er die Halbfinalpunkte verliert, kann er leicht so weit abrutschen, dass er nach den hergebrachten Regeln bei den großen Turnieren nicht mehr im Hauptfeld stünde.

Mehr zum Thema am Sonntag in meinem Haupt-Artikel.

Hier geht's zum neuen Regelbuch. (Achtung, ist eine PDF-Datei mit über 200 Seiten)

Donnerstag, 1. Januar 2009

Transparentes Schwieberdingen

Wer wirklich alles ganz genau wissen will, sollte sich den Internet-Auftritt des Future-Turniers von Schwieberdingen bei Stuttgart ansehen, das in der kommenden Woche ausgetragen wird.

Dort ist ein PDF-Dokument verlinkt, das mir nicht so aussieht, als wäre es für die Öffentlichkeit bestimmt. Es ist die Beurteilung, die die ITF-Supervisorin über die letztjährige Veranstaltung abgegeben hat. Es gibt Noten für Nudeln, Ballkinder und Internetverbindung. Da erfahren wir, dass die Englischnkenntnisse der Physiotherapeutin "okay" sind, dass die Mitarbeiter im Turnierbüro "friendly and helpful" sind und der Turnierdirektor enthusiastisch. Die Massage kostet einen Euro pro Minunte und der Joghurt ist gratis.

Danke an Zirconek für den Tipp! Ich find's durchaus interessant, mal zu sehen, wie solche Beurteilungsbögen aussehen. Die Beurteilung ist ja ganz ordentlich ausgefallen, deswegen kann ich wohl ohne schlechtes Gewissen diesen etwas indiskreten Link setzen (auf "Tournament Report" klicken!).

Ach ja: Das Teilnehmerfeld in Schwieberdingen ist für ein Future beachtlich: Mit Lukas Rosol (Tschechien) ist sogar ein Top-200-Spieler dabei. Die namhaftesten deutschen Starter sind Julian Reister und Peter Gojowczyk.

Helfant schlägt Drewett

Jetzt scheint Adam Helfant (43) die Nase vorn zu haben im Rennen um den ATP-Chefposten. Das berichtet jedenfalls diese chilenische Zeitung unter Berufung auf den spanischsprachigen Dienst der dpa.

Helfant war bis vor kurzem Marketing-Manager bei Nike. Roger Federer und Rafael Nadal, die beide bei Nike unter Vertrag stehen und seit diesem Sommer im ATP-Spielerrat den Ton angeben, sollen sich für ihn stark gemacht haben.

Wenn die Meldung zutrifft, hätte sich der Harward-Jurist Helfant gegen den australische Ex-Profi Brad Drewett durchgesetzt, der derzeit ATP-Direktor für Asien/Ozeanien/Afrika ist.

Die Amtszeit des umstrittenen bisherigen ATP-Chefs Etienne de Viliiers ist Ende 2008 abgelaufen. Im Moment ist die Organisation also ohne Chef.

Kontakt

zackstennis@web.de


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