Zacks Tennis

Mittwoch, 30. Juni 2010

DTB verliert Rothenbaum-Prozess

Es liest sich fast wie eine Meldung aus einem vergangenen Zeitalter: Der Deutsche Tennis-Bund hat in den USA seinen Berufungsprozess um den Masters-Status des Turniers am Hamburger Rothenbaum verloren.

Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren war die Sache ein großer Aufreger.

Montag, 28. Juni 2010

Stich keilt gegen Kiefer

Das hatte sich Turnierdirektor Michael Stich vermutlich anders vorgestellt: Beim morgen (Dienstag) beginnenden Challenger in Braunschweig ist mit Andreas Beck nur ein einziger Top-100-Spieler am Start. Eine ausgesprochen magere Ausbeute für die für Challenger-Verhältnisse ausgesprochen hoch dotierte Veranstaltung in der zweiten Woche von Wimbledon.

Florian Mayer, Fabio Fognini und Pere Riba hatten schon vor der Auslosung am Wochenende abgesagt. Daniel Brands konnte nicht kommen, weil er sensationellerweise heute noch im Wimbledon im Einsatz war (und sein Achtelfinale gegen Tomas Berdych verlor). Nach der Auslosung meldete sich auch noch der topgesetzte Uruguayer Pablo Cuevas verletzt. Der Mann (dessen Foto den Titelkopf dieses Blogs ziert) hat Rücken.

Nun wollte Stich eine Wild Card an Nicolas Kiefer geben. Aber der lehnte ab, und zwar anscheinend nicht dankend, sondern, wie Stich fand und auf der Turnier-Webseite verbreiten ließ, undankbar. ("Nicolas Kiefer muss sich langsam mal fragen, warum er denkt, sich so etwas rausnehmen zu können - selbst aktuelle Top-10-Spieler würden sich so nicht verhalten.")

Als echte Attraktion bleibt nur noch das Zirkuspferd Thomas Muster.

Hier das Tableau von Braunschweig (PDF)

Sonntag, 27. Juni 2010

Alle wollen Mahut

Sein Match gegen John Isner hat er nach elf Stunden mit 68:70 im fünften Satz verloren, aber der frische Ruhm hat für Nicolas Mahut schon gleich praktischen Nutzen: Für das Rasentennisturnier von Newport (Rhodes Island), das direkt nach Wimbledon beginnt, hat der Weltranglisten-145. eine Wild Card bekommen. Es wird gewiss nicht seine letzte Wild Card in diesem Jahr sein, auch wenn Newport das letzte Rasenturnier in diesem Jahr ist und Rasen Mahuts bester Bodenbelag.

In Newport spielt man zwar in der Regel keine Matches, die sich über drei Tage hinziehen, dafür aber gern mal vier Matches an einem Tag.

Freitag, 25. Juni 2010

Hanescu hatte keine Lust mehr und ging nach Hause

Großartiger Erfolg für Daniel Brands (ATP Nr. 98) aus Deggendorf: Nach seinem Fünfsatzsieg gegen Victor Hanescu (Rumänien) steht er im Achtelfinale von Wimbledon.

Offiziell gab Hanescu beim Stand von 0:3 aus seiner Sicht im fünften Satz wegen einer Oberschenkelverletzung auf. Im Bild sieht es allerdings etwas anders aus: Nachdem der Rumäne im dritten Satz mehrere Matchballe vergab, hatte er anscheinend keine Lust mehr. Dann fingen wohl auch noch irgendwelche Zuschauer an, sich über ihn lustig zu machen, bis Hanescu schließlich dem Schiri und dem Gegner kurz die Hand gab und den Platz verließ (besonders spannend ca. ab Minute 8):



Im Achtelfinale trifft Brands auf Tomas Berdych aus Tschechien.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Rassimus-Vorwurf gegen Köllerer

Neues vom Tennis-Ekel Daniel Köllerer: Der farbige brasilianische Profi Julio Silva sagt, Köllerer habe ihn im Erstrunden-Match des Challengers von Reggio Emilia (Norditalien) rassistisch beschimpft. Bisher berichten darüber nur brasilianische Medien. Weil ich kein Portugiesisch kann, bin ich nicht in der Lage, alle Einzelheiten korrekt wiederzugeben, die automatische Google-Übersetzung ins Englische funktioniert mittlerweile aber erstaunlich gut. Also: Während des Matches gegen Silva Anfang dieser Woche soll Köllerer (Nr. 110) seinen Gegner Silva (Nr. 169) mehrmals mit nicht näher genannten rassistischen Schimpfwörtern bedacht haben. Silva hat dann offenbar bei der italienischen Polizei Anzeige gegen Köllerer erstattet. Silvas brasilianischer Kollege Ricardo Hocevar spricht von einer Petition mit dem Ziel, Köllerer von der ATP-Tour zu verbannen. Im Jahr 2006 war Köllerer bereits mal wegen seiner Ausfälle gegen Gegner, Schiedsrichter, Ballkinder und Zuschauer für ein halbes Jahr für alle ATP-Turniere gesperrt (durfte allerdings bei den Grand Slams und den unterklassigen Future-Turnieren weiterhin antreten, weil diese nicht direkt von der ATP organisiert werden).

Zuletzt hörten wir von Köllerer, als er seinen Landsmann Stefan Koubek einen "Wichser" geheißen haben soll, woraufhin Koubek Köllerer an die Gurgel ging.

Köllerer gewann das Spiel gegen Silva mit 6:2 und 6:3 und steht nach einem weiteren Sieg inzwischen im Viertelfinale von Reggio Emilia.

Brasilianischer Artikel 1

Brasilianischer Artikel 2

Und hier die Ergebnisse aus Reggio Emilia (PDF)

Mittwoch, 23. Juni 2010

Nicolas Mahut - John Isner 4:6 6:3 7:6 6:7 59:59

Während Deutschland bei der WM irgendwie doch noch Gruppensieger wurde, spielte sich in London heute ein ganz anderes Drama ab: Erste Runde Wimbledon: Zehn Stunden haben die beiden schon gespielt, das mit Abstand längste Match aller Zeite. Zwei Mal wurde er schon wegen Dunkelheit abgebrochen, heute (Donnerstag) um 15.30 Uhr Ortszeit (also 16.30 Uhr MESZ) geht es weiter - hoffentlich wieder live auf Sport1.



Andy Roddick fragte unterwegs per Twitter, ob nicht der Schiri mal auf Klo müsse irgendwann...

Mahut ist ein Serve-und-Volley-Stilist. Komischerweise war seine elegante Spielweise auch nach neuneinhalb Stunden, als ich in der Halbzeit von Deutschland-Ghana auf Wimbledon umschaltete, noch immer zu erahnen. Der Franzose ist zwar nur Nummer 148 der Welt und Qualifikant, aber mit seiner Spielweise auf Rasen absolut wettbewerbsfähig. 2007 stand er beim Wimbledon-Vorbeireitungsturnier im Londoner Queen's Club im Endspiel - und verlor gegen Andy Roddick. Dort wurde - anders als in Wimbledon - der letzte Satz im Tie-Break entschieden, sonst wären Mahut und Roddick vielleicht heute auch noch nicht fertig.

Isner, das 2,06 Meter große Aufschlag-Ungeheuer schlafwandelte zwar nur noch über den Platz, servierte aber immer noch mit weit über 200 km/h.

Montag, 21. Juni 2010

Papa Wozniacki: Männliche Profis sind faul

In unregelmäßigen Abständen macht immer mal wieder der eine oder andere männliche Tennisprofi mit der Ansicht Schlagzeilen, das Damentennis sei doch gar nicht ernst zu nehmen. Jetzt keilt mal jemand zurück: Piotr Wozniacki, Vater und Trainer der dänischen Weltranglistenvierten Caroline Wozniacki, hält die Männer auf der ATP-Tour für faul, meldet das Kopenhagener Boulevardblatt Ekstra Bladet. Die Frauen würden sowohl auf dem Platz als auch außerhalb des Platzes mehr trainieren. Die Trainingsfaulheit der Verfolger sei auch der Grund dafür, warum Rafael Nadal und Roger Federer seit so langer Zeit das Herrentennis ungefährdet dominieren, meint Wozniacki.

Freitag, 18. Juni 2010

Neuer Coach für Zverev

Mischa Zverev (22), vor einem Jahr noch die Nummer 45 der Welt und jetzt nur noch auf Platz 145, will mit einem neuen Coach wieder Anschluss an die ATP-Tour finden, meldet das Hamburger Abendblatt: Detlev Irmler. Der Mann leitet auch die Bundesliga-Mannschaft des Rochus-Clubs Düsseldorf, für die Zverev spielt. Irmler hat seinen neuen Schützling auch schon bei den French Open im Mai betreut. Bisher wurde Mischa von seinem Vater Alexander, einem früheren sowjetischen Daviscupspieler, gecoacht.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Kamke schon wieder qualifiziert

Tobias Kamke hat es schon wieder geschafft: Nach den French Open überstand der Lübecker auch die Qualifikation für Wimbledon. Im entscheidenden Match gewann er in vier Sätzen gegen die US-Hoffnung Jesse Levine. Julian Reister (der ja in Paris erst in der dritten Runde von Roger Federer gestoppt wurde), ist dagegen in der letzten Quali-Runde ausgeschieden, genauso wie Andre Begemann. Beide scheinen eine realistische Chance zu haben, als Lucky Loser ins Hauptfeld nachzurücken, weil es in dieser Woche haufenweise kurzfristige Absagen gab.

Im Doppel hat Mischa Zverev zusammen mit Rik de Voest aus Südafrika die Qualifikation überstanden.

Hier die Ergebnisse aus der Qualifikation

Rothenbaum ohne Geld und ohne Gonzalez

"Tennisturnier gestrichen!" steht heute in weißen Buchstaben auf schwarzem Grund in der Hamburger Morgenpost, darunter ein Foto vom Rothenbaum-Stadion.

Wie auch die meisten anderen Landesregierungen hat der Hamburger Senat jetzt ein Sparpaket vorgestellt. Darin enthalten: keine Subventionen mehr für sportliche Großveranstaltungen. Das Tennisturnier am Rothenbaum hat im vorigen und in diesem Jahr von der Stadt Hamburg jeweils 200.000 Euro bekommen - bei einem Gesamt-Etat von dem Vernehmen nach rund 3,4 Millionen Euro. "Tennisturnier gestrichen" ist vor diesem Hintergrund eine etwas extrem zugespitzte Überschrift.

Vorstellbar ist aber trotzdem, dass die fehlenden 200.000 Euro dem ohnehin darbenden Turnier den Rest geben. Das würde mir als regelmäßigem Besucher und treuem Anhänger des Turniers die Stimmung ziemlich verhageln. Aber ich wiederhole mich gern: Ich sehe überhaupt nicht ein, wieso die Steuerzahler eine Profisportveranstaltung durchfüttern sollen, dessen Mittel zu einem großen Teil dazu verwendet werden, Preisgelder an Leute auszuzahlen, die längst genug Geld haben.

Übrigens ist der Rothenbaum viele Jahren lang ohne öffentliche Zuschüsse ausgekommen. Die 200.000 Euro flossen letztes Jahr als freundlicher Ausgleich dafür, dass die Stadt Hamburg es dem Turnier untersagte, einen österreichischen Sportwettenanbieter als Hauptsponsor zu führen. Dsss es die 200.000 Euro in diesem Jahr erneut gab, war ohnehin etwas seltsam.

Übrigens steht das Teilnehmerfeld für das Turnier vom 17. bis zum 25. Juli nun fest:
http://german-open-hamburg.de/turnierspieler/spieler-profile/
Zu erwähnen ist noch, dass der hier noch aufgeführte Fernando Gonzalez verletzt ist und längst angekündigt hat, erst im August wieder spielen zu können. "I will have to skip Gstaad, Bastad, Hamburg and, most sadly, Davis Cup", steht auf seiner Internetseite.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Wild Card für Muster in Braunschweig

Als Thomas Muster (42) neulich sagte, er wolle jetzt wieder anfangen, Challenger-Turniere zu spielen, dachten noch alle, der Mann scherzt entweder oder er spinnt. Aber nun macht er ernst, der frühere Weltranglistenerste aus der Steiermark. Er hat eine Wild Card angenommen für das Challenger in Braunschweig in der übernächsten Woche.

Hier geht's zum Challenger in Braunschweig

Deutschland und Australien am langsamsten

Am Montag in Durban sah es ja so aus, als wären die Deutschen deutlich flinker unterwegs als die Australier. Diese Erkenntnis gilt aber nicht für die nationalen Tennisverbände. Da sind Deutschland und Australien gleichermaßen langsam:

Während sechs der acht Austragungsorte für die Davis-Cup-Relegationsspiele vom 17. bis zum 19. September schon feststehen, lässt man sich bei uns und downunder Zeit. Vom Deutschen Tennis-Bund ist man diese Langsamkeit ja schon gewohnt. Da rechnet man wohl ohnehin nicht damit, im langfristigen Vorverkauf viele Karten absetzen zu können.

Das hier sind die Relegationsbegegnungen:
Israel - Österreich in Tel Aviv
Kolumbien - USA in Bogota
Schweden - Italien in Lidköping (Vänersee)
Indien - Brasilien in Chennai (Madras)
Kasachstan - Schweiz in Astana
Rumänien - Ecuador in Bukarest
Australien - Belgien irgendwo
Deutschland - Südafrika auch irgendwo
http://www.daviscup.com/ties/wgpo.asp

Aber vom 9. bis 11. Juli sind erstmal die Viertelfinals dran:
Frankreich - Spanien in Clermont-Ferrand
Russland - Argentinien in Moskau
Kroatien - Serbien in Split
Chile - Tschechien in Coquimbo
http://www.daviscup.com/ties/wg.asp

Sonntag, 6. Juni 2010

Köllerer in Koubeks Würgegriff

Während Jürgen Melzer in dieser Woche als erster Österreicher nach Thomas Muster in ein Grand-Slam-Halbfinale und in die Top 20 der Weltrangliste vorgestoßen ist, lieferten sich die Nummern 2 und 3 des Österreichischen Tennis ein ganz besonderes Duell.

Stefan Koubek (ATP Nr. 117, gelbes Hemd) und Daniel Köllerer (ATP Nr. 111, weißes Hemd) trafen in einer Begegnung der österreichischen Tennis-Bundesliga zwischen dem TC Gleisdorf und dem UTC Straßburg aufeinander.

Man sehe sich dieses Video an:



"Der Kärntner Koubek argumentierte, er sei mit einem derben Schimpfwort provoziert worden, doch der Schiedsrichter hatte nichts gehört", meldet der seriöse Wiener "Standard". ("Wichser hat er nicht zum sagen.")

Schwer vorstellbar, dass Koubek und Köllerer in absehbarer Zeit gemeinsam Davis-Cup spielen.

Wer Köllerer noch nicht kennt, klickt hier.

Freitag, 4. Juni 2010

Bopanna an der Saale

Alle Jahre wieder steht irgendein Tennisprofi vor dem Bahnhof von Halle an der Saale und wundert sich, wieso ihn niemand abholt. Diesmal traf es den indischen Doppelspezialisten Rohan Bopanna. Er hat noch Zeit, seinen Fehler zu korrigieren: Das Rasenturnier in Halle/Westfalen geht erst am Montag los.

Bopanna und sein Coach Shayamal Vallabhjee hielten uns via Twitter immer auf dem Laufenden über ihre Reise.
("After arriving at the WRONG Halle, we now on route to the right one.Seen the entire German countryside by train.. Santa Maria!!")

Gestern behauptete Bopanna noch, Halle sei ihm noch gut in Erinnerung (vor vier Jahren war er da und verlor in der ersten Runde gegen Roger Federer), das war wohl nicht geographisch gemeint.

Nachtrag am Sonnabend: Rohan hat es noch so rechtzeitig nach Westfalen geschafft, dass er sogar heute Mittag Einzel-Qualifikation spielen kann. Sein Gegner kam auch auf den letzten Drücker: Kevin Krawietz spielte gerade noch in Roland Garros das Halbfinale im Junioren-Doppel

Dienstag, 1. Juni 2010

Nadal bei French-Open-Sieg wieder Nummer 1

Um mal schnell eine Antwort zu geben, nach der heute Abend viele Leute googeln und dann auf meiner Seite landen: Nach Roger Federers Niederlage im Viertelfinale der French Open gegen Robin Söderling kann Rafael Nadal wieder Weltranglistenerster werden. Dazu muss er die French Open gewinnen. Eine Finalteilnahme reicht ihm noch nicht.

Kontakt

zackstennis@web.de


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